13. Dezember 2025

Corinna Niemeyer und Denis Kozhukhin

Teilen

Stand

INHALT

Konzerttermine
Programm
Kurzinfos zum Konzert
Werkeinführungstext
Künstlerbiografien
Orchesterbesetzung
Konzertvorschau
Download
Service

KONZERTTERMINE

Sa 13. Dezember 2025, 19 Uhr
Mannheim, Rosengarten

Kostenlose Einführung eine Stunde vor Konzertbeginn

PROGRAMM

Robert Schumann
(1810 – 1856)
Ouvertüre zur Oper "Genoveva" op. 81
ca. 9‘

Edvard Grieg
(1843 – 1907)
Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 16
Allegro molto moderato
Adagio
Allegro moderato molto e marcato
ca. 31’

Pause

Ludwig van Beethoven
(1770 – 1827)
Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60
Adagio – Allegro vivace
Adagio
Allegro molto e vivace – Trio. Un poco meno allegro
Allegro ma non troppo
ca. 35‘

Mitwirkende
Denis Kozhukhin, Klavier
SWR Symphonieorchester
Corinna Niemeyer, Dirigentin

Radiosendung · Montag, 29. Dezember 2025 ab 20.03 Uhr im ARD-Konzert in SWR Kultur
Konzerteinführungen · Meinhard Saremba

KURZINFOS ZUM KONZERT

WERKEINFÜHRUNGSTEXT

"… dass sich die Ouvertüre allein einer günstigen Aufnahme erfreuen wird": Schumanns Opern-Unglück und seine "Genoveva"

Robert Schumanns Liebe zur Oper war intensiv, aber unglücklich. Er glaubte, in dieser Gattung seine Doppelbegabung als Literat und Musiker am besten zur Geltung bringen zu können, brachte aber in seinem Komponistenleben nur ein einziges Werk dieser Art zur Vollendung: "Genoveva". Und Erfolg war diesem Werk auch nicht beschieden. Schon das Libretto kam nur unter großen Mühen zustande. Nachdem Schumann mit diversen Stoffen geliebäugelt hatte, darunter auch solchen, die später von Wagner vertont wurden (wie dem Nibelungenstoff), begeisterte er sich für Friedrich Hebbels gerade erschienenes Trauerspiel "Genoveva". Das nahm den damals sehr bekannten mittelalterlichen Legendenstoff der standhaften Tugend auf: Genoveva von Brabant, deren Mann, Pfalzgraf Siegfried, in den Kampf gegen die Mauren zieht, wird von dessen Statthalter Golo, der sie beschützen soll, sexuell bedrängt, widersteht ihm, wird aus Rache der Untreue beschuldigt und zum Tode verurteilt. Der Henker vollstreckt das Urteil nicht, Genoveva überlebt im Wald in einer Höhle und wird von Siegfried nach Jahren dort gefunden; er lässt Golo hinrichten.

Robert Schumann
Robert Schumann akg images

Soweit die Legende, die von Hebbel und auch von Ludwig Tieck als Tragödie gestaltet wurde. Schumann beauftragte einen befreundeten Dichter, Robert Reinick, mit dem Libretto, war aber mit dem Ergebnis unzufrieden. Hebbel, den er um Hilfe bat, wollte nicht, sodass Schumann schließlich selbst den Text verfertigte und der Handlung, anders als bei Hebbel und wieder näher bei der Legende, ein glückliches – manche Kritiker meinen: ein biedermeierliches – Ende gab. In seiner Oper erhält Golo außerdem Schützenhilfe von einer Amme mit magischen Kräften. Ein Hauptschauplatz ist der "deutsche Wald", und romantische Klänge und Hörnerschall sind schon in der Ouvertüre zu hören.

Diese Ouvertüre schrieb Schumann, anders als üblich, noch bevor er die Oper komponierte, ja bevor das Libretto überhaupt fertig war. Sie enthält verdichtet die poetisch-musikalische Konzeption des Werks, ist eine Tondichtung in der Form eines klassischen Sonatenhauptsatzes mit langsamer Einleitung und schnellem Hauptteil mit zwei Themen in der Abfolge von Exposition, Durchführung, Reprise und Coda. Die Einleitung beginnt mit einem verminderten Nonenakkord auf der Dominante, einem äußerst geheimnisvollen Klang, der eine leidvolle Stimmung suggeriert, was sich mit einem folgenden auffälligen Motiv fortsetzt: einer fallenden Quinte, die von einem Triller gefolgt wird. In der Oper erklingt dieser Triller in der Szene, da Genoveva Golo zurückweist mit den Worten "ehrloser Bastard". Man könnte dieses kombinierte Motiv "Golo-Motiv" nennen, weil es Begierde und Rache verbindet (auch Schumann arbeitet, aber anders als Wagner, mit Leitmotiven).

Notenbeispiel 1
Notenbeispiel 1

Der Allegro-Teil beginnt mit einer kreisenden Melodie, die ebenfalls leidvoll getönt ist. Nach kraftvollen Hörner-Klängen bildet das zweite Thema in weiten Bogenbewegungen in der Durparallele den Gegensatz dazu. Die Ouvertüre, die in c-Moll begann, endet in triumphalem C-Dur; eine Entwicklung, der sich auch das "Golo-Motiv" unterordnen muss: Es erklingt am Schluss im großen Orchester, im dreifachen Forte und in Dur.

Die Ouvertüre wurde im Februar 1850 im Leipziger Gewandhaus aufgeführt, die ganze Oper folgte im Juni, mit nur mäßigem Erfolg: Sie wurde nur dreimal gespielt. Der führende Kritiker der Zeit, Eduard Hanslick, fand sie "undramatisch". Trotz einiger Nachaufführungen in europäischen Metropolen verschwand sie vom Spielplan, bis heute, trotz einzelner Verfechter ihrer besonderen Qualitäten wie Nikolaus Harnoncourt. Anders die Ouvertüre, die man gern an den Anfang eines Konzertabends stellt, so wie auch heute. Es scheint, als hätte Schumann geahnt, wie er schrieb, "dass sich die Ouvertüre allein einer günstigen Aufnahme erfreuen wird". So ist es, und zu Recht: Sie gehört zu seinen inspiriertesten Orchesterwerken.

Schwarzbrot, Austern und Kaviar:
Edvard Grieg und sein Klavierkonzert a-Moll

Dass das a-Moll-Klavierkonzert von Edvard Grieg große Ähnlichkeiten mit dem von Robert Schumann aufweist, ist schon den Zeitgenossen aufgefallen. Kein Wunder! Hat doch den 15-jährigen Norweger, der 1858 gerade in Leipzig am Konservatorium sein Musikstudium aufgenommen hatte, eine Aufführung des Schumann-Konzertes durch Clara, die Witwe des Komponisten, so tief beeindruckt, dass er den ersten Satz von Hand abschrieb. Dennoch ist sein zehn Jahre später entstandenes Klavierkonzert ein durch und durch eigenständiges Werk, ein Meisterwerk sogar und aus seinem umfangreichen Werkkatalog neben der "Peer Gynt"-Suite das populärste geblieben.

Grieg schrieb es in einem Sommerurlaub im dänischen Dörfchen Søllerød, wo ihm ein Freund ein Gartenhäuschen zur Verfügung gestellt hatte. Der Pianist Edmund Neupert stand ihm mit Rat und Tat zur Seite, denn Grieg, dem heute noch der Ruf des "Kleinmeisters" anhaftet, hatte wenig Erfahrung mit der Großform, und für Orchester hatte er zuvor erst zwei Werke geschrieben. Tatsächlich war er mit dem fertigen Werk so wenig zufrieden, dass er bis kurz vor seinem Tod 1907 unentwegt daran herumkorrigierte.

Edvard Grieg
Edvard Grieg akg images

An der Uraufführung am 3. April 1869 in Kopenhagen konnte er nicht einmal teilnehmen, weil er sein Laienorchester in Oslo dirigieren musste. Neupert, der das Konzert uraufführte, schrieb ihm begeistert: "Am Sonnabend erklang Ihr göttliches Konzert im großen Saal des Casinos. Ich feierte dabei einen wahrhaftig großartigen Triumph. Schon nach der Kadenz im ersten Teil brach im Publikum ein wahrer Sturm aus. Die drei gefährlichsten Kritiker, Gade, Rubinstein und Hartmann, saßen in der Loge und applaudierten aus voller Kraft." Tatsächlich wurde nicht nur zwischen den Sätzen applaudiert, sondern auch mittendrin! Der Erfolg setzte sich von Aufführung zu Aufführung fort, bis heute, wo kaum ein Pianist auf das Grieg-Konzert in seinem Repertoire verzichten möchte.

Es ist das Werk eines 25-Jährigen, frisch, stürmisch und kompakt, lyrisch und elegisch, pianistisch virtuos und effektvoll. Vom Schumann-Konzert unterscheidet es sich durch die einfachere Bauart, besonders aber durch die nordische Färbung. Grieg hat seine Musik einmal als "Schwarzbrot mit Austern und Kaviar" bezeichnet, womit er die Verbindung aus norwegischer Volks- und Kunstmusik meinte. Die Form des Konzerts entspricht den klassischen Vorbildern, das "Norwegische" zeigt sich in der Verwendung von Tanzformen wie "Halling" und "Springdans" im dritten Satz sowie in melodischen und harmonischen Wendungen. Charakteristisch ist besonders eine absteigende Wendung, kleine Sekunde plus Terz, die man sogar"Grieg-Motiv" benannt hat und die schon ganz am Anfang, bei den rauschenden Akkord-Kaskaden des Klaviers auftaucht. Das Hauptthema schließt dann mit einer Umkehrung dieses Motivs:

Und ein drittes Thema in diesem ersten Satz hat ebenfalls diese Intervallfolge: absteigende kleine Sekunde plus absteigende Terz:

Notenbeispiel 2
Notenbeispiel 2
Notenbeispiel 3
Notenbeispiel 3

Der zweite Satz, in der denkbar fernen Tonart Des-Dur, betört durch eine weit ausschwingende Melodie, die von Klavier-Arabesken umspielt wird. Der dritte Satz, im Kontrast dazu, kommt als lustiger Tanz daher, in a-Moll und mit charakteristischen "blue notes" darin. Der wechselt gegen Ende in A-Dur und in den ¾-Takt. Dazwischen hat Grieg den Fluss verlangsamt und ein lyrisches Thema gesetzt, in dem wir wieder "sein Motiv" finden können. Und kurz vor Schluss gibt er diesem Thema durch die Erniedrigung eines einzigen Tons einen ganz neuen Kick – eine Wendung, die den alten Liszt, als er ihm 1870 in Rom das Konzert zeigte, ganz aus dem Häuschen brachte.

Notenbeispiel 4
Notenbeispiel 4

Grieg berichtet seinen Eltern von der Szene: "Eine ganz göttliche Episode darf ich nicht vergessen. Gegen Ende des Finales wird, wie Ihr Euch vielleicht erinnert, das zweite Thema in großem fortissimo wiederholt. In den letzten Takten, in denen die erste Note gis von der ersten Triole des Orchesterthemas zu g verändert wird, während das Klavier in einer großen Skalenfigur die ganze Klaviatur durchläuft, unterbrach er plötzlich, erhob sich in seiner vollen Größe, verließ das Klavier und ging mit gewaltigen theatralischen Schritten und erhobenem Arm durch die große Klosterhalle und sang nahezu brüllend das Thema. Beim oben erwähnten fortissimo streckte er wie ein Imperator seinen Arm aus und rief: ‚g, g, nicht gis! Famos!"

Normalität mit versteckter Raffinesse:
Ludwig van Beethovens 4. Sinfonie B-Dur

Beethovens vierte Sinfonie hat keinen Beinamen, um sie rankt sich kein biografischer Mythos, sie steht wie eingeklemmt zwischen den heroisch-pathetischen Dritten und Fünften, der "Eroica" und der "Schicksalssinfonie". Das führt dazu, sie zu leicht zu nehmen oder sie zu unterschätzen – ganz zu Unrecht. Robert Schumann nannte sie eine "griechisch schlanke Maid zwischen zwei Nordlandriesen". Sie selbst könnte sich als "ich bin die Normale" vorstellen neben den beiden Ausnahmesinfonien. Tatsächlich hat Beethovens Vierte Schubert, Schumann und Mendelssohn inspiriert, während sie selbst deutlich auf das Vorbild Haydn verweist. Aber sie ist echter Beethoven, voll überschießenden Temperaments und voller kompositorischer Raffinessen.

Beethoven schrieb die Vierte in einem ertragreichen Jahr, in dem auch die Rasumowsky-Quartette op. 59 und das Violinkonzert entstanden. Konzipiert wurde sie während eines Sommer-Aufenthaltes auf dem Gut seines Gönners, des Fürsten Karl Lichnowsky. Sie besuchten in der Nachbarschaft den Grafen Franz von Oppersdorff, der Beethoven den Auftrag für eine neue Sinfonie gab. Die Arbeit ging rasch von der Hand, schon im Oktober war das Werk fertig.

Ludwig van Beethoven ca. 1819
Ludwig van Beethoven ca. 1819 (Kupferstich, zeitgenössisch, nach Gemälde, 1819, von Joseph Karl Stieler) akg images

Vier Sätze, der erste mit langsamer Einleitung, die sich vom Grundton B sofort entfernt, in absteigenden Terzen und in Moll, hin zu weit entfernten Tonarten, fis-Moll, h-Moll, dann beim Ton a landet, der sich als Terz zu F-Dur entpuppt, was wiederum die Dominante zur Grundtonart B-Dur ist, wo das Orchester nach einem mehrfachen Anlauf im Fortissimo und im Allegro vivace landet. In der Durchführung steigert Beethoven dieses Prinzip der Irreführung und Umdeutung noch: Die Streicher sind im Pianissimo in Fis-Dur angekommen, weiter weg geht’s nimmer; der aufsteigende Fis-Dur-Akkord landet auf dem Cis, das enharmonisch umgedeutet wird als (also identisch ist mit) Des, im Bass wird das Fis auf gleiche Weise zu Ges, eine leichte Verschiebung, und wir sind in B-Dur, in der Grundtonart und in der Reprise und auf sicherem Boden. Das sind kompositorische Tricks, die man nicht hört, aber in der Partitur lesbar sind und den Kenner entzücken.

Der zweite Satz beginnt erst mal nur mit einem Rhythmus, der an Haydns Sinfonie "Die Uhr" erinnert, aber ungleich komplexer ist und der wundervollen Melodie des Adagio-Satzes unterlegt wird. Ganz am Schluss darf die Rhythmus-Figur sich noch einmal allein zeigen: diesmal allein von der Pauke gespielt.

Der dritte Satz ist kein traditionell-behäbiges Menuett mehr, sondern ein "Allegro molto e vivace" – und was für eins! Dreivierteltakt steht vorne, aber man hört auf zwei. Und zwei gegen drei geht es weiter, man traut seinen Ohren nicht. Nur das etwas langsamere, ländlichere Trio sorgt für Beruhigung, Schalmeienklänge, wie man sie erwartet, bis das Zwei-gegen-Drei-Allegro wieder kehrt. Erneut vom Trio abgelöst, erneut bricht das Allegro los, kommt endlich zum Schluss. Nur die Hörner wollen einfach weiterspielen – bis sie brüsk zum Schweigen gebracht werden. Wieder so ein Gag von Beethoven.

Beim letzten Satz glaubt man sich in die pure Bewegung versetzt – auf und ab, rast- und haltlos. Hört man genau hin, so erkennt man das erste Allegro-Thema des Kopfsatzes, leicht abgewandelt, wieder. Aber so genau kann man gar nicht hinhören, in dem Taumel, in den Beethoven seine Hörer versetzt. Aber dann: Fortissimo-Schläge, Pause. Die Geigen spielen halbes Tempo, brechen ab. Das Fagott nochmal vier Noten, wieder Pause, dann die tiefen Streicher – der Komponist sagt uns: Ich kann die Musik anhalten, wenn ich will – aber dann will ich doch, dass sie mit großem Schwung zu Ende geht. Und das tut sie dann auch!    

Dr. Martin Ebel • geboren 1955 in Köln, studierte Romanistik und Germanistik und arbeitete als Literatur- und Musikkritiker für deutsche und Schweizer Zeitungen. Er ist Mitglied der SWR-Literatur-Bestenliste und seit vielen Jahren mit Programmheftbeiträgen und Konzerteinführungen für das SWR Symphonieorchester tätig.

KÜNSTLERBIOGRAFIEN

Corinna Niemeyer, Dirigentin

Corinna Niemeyers Begeisterung für stilistisch und historisch fundierte Interpretation spiegelt sich in der Bandbreite ihrer Aktivitäten als Dirigentin wider. Diese umfasst sinfonische Projekte, Opernaufführungen, die Zusammenarbeit mit Ensembles für historische Aufführungspraxis sowie Uraufführungen und interdisziplinäre Projekte. Neugierig, Musik auf immer neue Weisen zu vermitteln, ist Corinna Niemeyer inzwischen für ihre kreativen und publikumsgerechten Konzert-Präsentationen und innovative Programmgestaltung bekannt.

Zu den aktuellen Höhepunkten zählen Konzerte mit dem Orchestre de Paris, dem Danish National Symphony Orchestra, dem SWR Symphonieorchester, der Kammerakademie Potsdam, Hallé Orchestra, Royal Liverpool Philharmonic, dem Münchner Rundfunkorchester und dem Orquesta Sinfónica de Castilla y Léon. Außerdem arbeitet sie regelmäßig mit Les Siècles auf historischen Instrumenten und mit dem Ensemble Modern zusammen. Als Operndirigentin hat sich Corinna mit herausragenden Produktionen an internationalen Häusern etabliert. In der aktuellen Saison gibt sie ihr Debüt an der Opéra National du Rhin in Straßburg und am Teatro di San Carlo in Neapel. 2023 dirigierte Corinna die britische Erstaufführung dieses Werks am Royal Opera House London, nachdem sie hier im Herbst 2022 ihr umjubeltes Debüt mit einer Neuproduktion von Brittens „Rape of Lucretia“ gegeben hatte (Koproduktion ROH – Britten Pears Arts). Weitere Debüts in jüngster Zeit waren an der Detroit Opera und der English National Opera. Außerdem leitete sie Produktionen in Lausanne, St. Gallen, Lille und Köln mit einem Repertoire, das von Purcell über Mozart bis hin zu Massenet und Ravel reicht.

Corinna Niemeyer
Corinna Niemeyer Simon Pauly

Von 2020 bis 2024 war Niemeyer Musikdirektorin des Orchestre de Chambre du Luxembourg. Während ihrer Amtszeit knüpfte das Orchester Beziehungen zu mehreren international renommierten Künstlern. Durch ihre innovative, fantasievolle Programmgestaltung, die Werke von Rameau, Haydn und Mozart, sowie beispielsweise Berlioz' "Les nuits d'été" und Ligetis "Mysteries of the Macabre" umfasste, gewann das Orchester in herausragendem Maße neues Publikum.

​Corinna Niemeyer schloss ihre Ausbildung zur Dirigentin an der Hochschule der Künste Zürich ab, nachdem sie zuvor an den Musikhochschulen Karlsruhe, München und Shanghai Orchesterdirigieren, Schulmusik und Violoncello studiert hatte. Sie ist Preisträgerin mehrerer internationaler Dirigierwettbewerbe, darunter "Tokyo International Conducting Competition" 2015 und "Talent Chef d'orchestre" in Paris 2014.

Als Assistenzdirigentin des Rotterdam Philharmonic Orchestra (2018-2020) assistierte sie Lahav Shani und Yannick Nézet-Séguin. Außerdem hat sie als Assistentin von Ivan Fischer und François-Xavier Roth gearbeitet. Dazu gehörten Großprojekte wie Berlioz' "Les Troyens" auf historischen Instrumenten beim Festival Berlioz und zeitgenössische Programme für das Musikfest Berlin.

Während ihres Studiums war sie künstlerische Leiterin des Orchestre Universitaire de Strasbourg und etablierte das Orchester als eines der aktivsten Universitätsorchester in Europa. Von 2016 bis 2018 wirkte sie als Dozentin und Chefdirigentin an der Sorbonne Universität Paris. Für ihr grenzüberschreitendes kulturelles Engagement wurde sie vom Deutschen Generalkonsulat in Straßburg mit dem "Preis der deutsch-französischen Freundschaft" 2018 ausgezeichnet. Sie dirigiert regelmäßig das Kinderorchester (DEMOS) in der Philharmonie de Paris.

Denis Kozhukhin, Klavier

Denis Kozhukhin wurde 1986 in einer Musikerfamilie im russischen Nischni Nowgorod geboren. Bereits mit vier Jahren erhielt er von seiner Mutter Klavierunterricht. Als Junge besuchte er die Balakirev School of Music, wo er von Natalia Fish unterrichtet wurde. Von 2000 bis 2007 studierte Kozhukhin an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid bei Dmitri Baschkirow und Claudio Martínez Mehner Klavier. Hier schloss er als Jahrgangsbester ab. Nach seinem Studium in Madrid wurde Kozhukhin an die Klavierakademie am Comer See zu Vertiefungsstudien eingeladen. Hier nahm er unter anderem Unterricht bei Fou Ts’ong, Stanislav Yudenich, Peter Frankl, Boris Berman, Charles Rosen und Andreas Staier. Er schloss sein Studium bei Kirill Gerstein an der Musikhochschule Stuttgart ab.

2006 gewann Kozhukhin den 3. Preis bei der Leeds International Piano Competition, 2009 dann den Vendôme Prize. Mit dem Ersten Preis bei der Queen Elizabeth Competition in Brüssel trat der 23-jährige Denis Kozhukhin 2010 endgültig auf die internationale Konzertbühne.

Denis Kozhukhin
Denis Kozhukhin Alex Iordache

Kozhukhin gewann schnell internationale Bekanntheit und trat bei vielen renommierten Festivals und in vielen Konzerthäusern auf, unter anderem beim Verbier Festival, beim Progetto Martha Argerich in Lugano, in der Philharmonie Berlin, in der Philharmonie Köln, beim Klavier-Festival Ruhr, beim Rheingau Musik Festival, beim Internationalen Jerusalem Kammermusikfestival, in der Carnegie Hall, im Gewandhaus Leipzig, im Herkulessaal in München, im De Doelen Rotterdam, im Concertgebouw Amsterdam, im Auditorio Nacional de Música in Madrid, in der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Mailand, im Théâtre du Châtelet und im Auditorium du Louvre Paris.

Denis Kozhukhin ist bei international führenden Orchestern und Dirigenten sehr gefragt und spielte bereits mit namhaften Klangkörpern wie beispielsweise dem Concertgebouw Orkest Amsterdam, dem Chicago Symphony Orchestra, der San Francisco Symphony, den Wiener Symphonikern, dem Philharmonia Orchestra und dem Philadelphia Orchestra. Gemeinsam mit Musikern des West-Eastern Divan Orchestra konzertierte Kozhukhin außerdem unter der Leitung von Daniel Barenboim bei den Salzburger Festspielen und in Buenos Aires.

Kammermusikalisch hat Kozhukhin unter anderem mit Leonidas Kavakos, Renaud und Gautier Capuçon, Janine Jansen, Vadim Repin, Julian Rachlin, Michael Barenboim, dem Jerusalem Quartet, dem Pavel Haas Quartet, Radovan Vlatković, Jörg Widmann und Alisa Weilerstein musiziert.

SWR Symphonieorchester

Das SWR Symphonieorchester hat in der Liederhalle Stuttgart und im Konzerthaus Freiburg sein künstlerisches Zuhause. Im September 2016 aus der Zusammenführung des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg hervorgegangen, zählen Interpretationsansätze aus der historisch informierten Aufführungspraxis, das klassisch-romantische Kernrepertoire sowie Musik der Gegenwart gleichermaßen zu seinem künstlerischen Profil. Seit September 2025 ist François-Xavier Roth Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des SWR Symphonieorchesters. Er folgt damit auf Teodor Currentzis, der von 2018 bis 2024 an der Spitze des Orchesters stand.

SWR Symphonieorchester
Fotograf: Alexander Kluge

Zu den jährlichen Fixpunkten im Konzertkalender des SWR Symphonieorchesters zählen die SWR eigenen Konzertreihen in Stuttgart, Freiburg und Mannheim sowie Auftritte bei den Donaueschinger Musiktagen und den Schwetzinger SWR Festspielen. Seit 2020 ist das SWR Symphonieorchester das Residenzorchester der Pfingstfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden. Einladungen führen das Orchester regelmäßig zu den Salzburger Festspielen, in die Elbphilharmonie Hamburg, nach Berlin, Köln, Frankfurt, Dortmund, Essen, Wien, Edinburgh, London, Barcelona, Madrid und Warschau.

International gefragte Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Peter Eötvös, Christoph Eschenbach, Pablo Heras-Casado, Manfred Honeck, Jakub Hrůša, Eliahu Inbal, Ingo Metzmacher, Kent Nagano, Sir Roger Norrington, Jonathan Nott, Andrés Orozco-Estrada, Petr Popelka, Michael Sanderling und Giedrė Šlekytė haben mit dem SWR Symphonieorchester zusammengearbeitet. Unter den hochkarätigen Solisten finden sich Leif Ove Andsnes, Yulianna Avdeeva, Renaud Capuçon, Sol Gabetta, Martin Grubinger, Isabelle Faust, Vilde Frang, Hilary Hahn, Janine Jansen, Alexandre Kantorow, Sabine Meyer, Emmanuel Pahud, Fazil Say, Gil Shaham, Antoine Tamestit und Christian Tetzlaff. Seit September 2024 steht die Geigerin Patricia Kopatchinskaja dem SWR Symphonieorchester als Artistic Partner für zwei Spielzeiten zur Seite.

Mit seinem umfangreichen Musikvermittlungsangebot erreicht das Orchester jährlich etwa 15.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Sendegebiet des SWR. Zahlreiche Live-Übertragungen auf SWR Kultur und Konzertstreams auf SWR.de/so ermöglichen vielen Musikfreunden in der ganzen Welt, an den Konzerten des Symphonieorchesters teilzuhaben.

Seit 2024 ist das SWR Symphonieorchester offizieller Partner von "La Maestra", dem international bedeutendsten Wettbewerb für Nachwuchsdirigentinnen.

ORCHESTERBESETZUNG

KONZERTVORSCHAU

Haben Sie Interesse an weiteren Konzerten des SWR Symphonieorchesters? Diese finden Sie in unserem Konzertkalender.

DOWNLOAD

Über nachfolgenden Link können Sie sämtliche Texte dieses digitalen Programmhefts im A4-Format als pdf-Datei herunterladen.

SERVICE

Newsletter
Bleiben Sie immer auf dem Laufenden: In unserem Newsletter finden Sie aktuelle Informationen rund um die nächsten Konzerte des SWR Symphonieorchesters sowie Neuigkeiten aus dem Orchesterumfeld. Anmeldung hier.

Sonstige Informationen
Wir weisen freundlich darauf hin, dass unautorisierte Bild- und Tonaufnahmen jeglicher Art bei dieser Veranstaltung untersagt sind.

Impressum
Sabrina Haane, Gesamtleitung SWR Symphonieorchester
Séverine Peter, Künstlerische Planung (interimistisch)
Tabea Dupree, Redaktion SWR Kultur
Henrik Hoffmann, Redaktion Programmheft
Matthias Claudi, Leitung Kommunikation SWR Ensembles und Festivals
Sämtliche Texte sind Originalbeiträge für dieses Programmheft