INHALT
Konzerttermine
Programmfolge
Kurzinfos zum Konzert
Werkeinführung
Künstlerbiografien
Orchesterbesetzung
Konzertvorschau
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Service
KONZERTTERMINE
Do 26. Juni 2025, 20 Uhr
Fr 27. Juni 2025, 20 Uhr
Stuttgart, Liederhalle
Mo 30. Juni 2025, 20 Uhr
Freiburg, Konzerthaus
Kostenlose Einführungen jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn
PROGRAMMFOLGE
Antonín Dvořák
(1841 – 1904)
Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op. 104
Allegro
Adagio ma non troppo
Finale. Allegro moderato
ca. 40‘
Pause
Alexander Zemlinsky
(1871 – 1942)
„Die Seejungfrau“, Fantasie für großes Orchester
Sehr mäßig bewegt
Sehr bewegt, rauschend
Sehr gedehnt, mit schmerzvollem Ausdruck
ca. 42‘
Mitwirkende
Jean-Guihen Queyras, Violoncello
SWR Symphonieorchester
Giedrė Šlekytė, Dirigentin
Live-Videostream · Freitag, 27. Juni 2025 ab 20.03 Uhr auf SWR.de/so
Live-Radiosendung · Freitag, 27. Juni ab 20.03 Uhr auf SWR Kultur
Konzerteinführungen · Tabea Dupree
KURZINFOS ZUM KONZERT
WERKEINFÜHRUNG
"... wie ich es gefühlt und gedacht habe ..."
Antonín Dvořáks Cellokonzert
Konzerte für Violoncello und Orchester gab es in der Barock-Epoche (beispielsweise von Antonio Vivaldi) und auch zur Zeit der Klassik (etwa von Joseph Haydn oder Luigi Boccherini), doch die Komponisten der Romantik behandelten das Instrument eher stiefmütterlich. Offenbar trauten sie ihm wegen seiner verhältnismäßig tiefen Tonlage nicht zu, sich gegen die Klangstärke der wesentlich größeren Orchester des 19. Jahrhunderts durchzusetzen. Bedenken hatte vermutlich auch Antonín Dvořák. Selbst Bratscher, soll er das Cello einmal als "ein Stück Holz, das oben kreischt und unten brummt" beschrieben haben. Allein die Mittellage hielt er für klangschön, weshalb sich das Instrument wohl für Orchester- und Kammermusik, aber nicht für den solistischen Gebrauch eigne. Dennoch nahm er bereits 1865, noch ganz zu Beginn seiner Laufbahn, aus Gefälligkeit gegenüber einem Orchesterkollegen ein erstes Cellokonzert in Angriff. Dieses Projekt blieb allerdings im Stadium des Klavierentwurfs stecken; einen Versuch, die Begleitung des Soloparts zu orchestrieren, unternahm Dvořák erst gar nicht.
Seine Einstellung änderte er erst drei Jahrzehnte später: Während seines dreijährigen USA-Aufenthalts hörte er das zweite Cellokonzert von Victor Herbert – und war begeistert.
Herbert, Solocellist der Metropolitan Opera, Professor am von Dvořák geleiteten National Conservatory und in späteren Jahren ein erfolgreicher Broadway-Komponist, spielte sein eigenes Werk am 9. März 1894 mit dem New York Philharmonic Orchestra. Während des folgenden Sommerurlaubs in Böhmen wurde Dvořák von Hanuš Wihan, dem Prager Cello-Professor und Gründer des Böhmischen Streichquartetts, wiederholt um ein Konzert gebeten.
Noch im November des gleichen Jahres begann er dieses Werk, das er nach einem Fehlstart in d-Moll schließlich in der Tonart h-Moll komponierte. Im Februar 1895 schloss er die Arbeit vorläufig ab und teilte seinem Freund Josef Bohuslav Foerster mit: "Ich sage Ihnen aufs Bestimmteste, dass dieses Konzert meine beiden Konzerte, das Violinkonzert wie das Klavierkonzert, bei weitem übertrifft." Tatsächlich gelang Dvořák mit dem letzten Orchesterwerk seiner amerikanischen Zeit DAS romantische Cellokonzert überhaupt: Ein sinfonisch konzipiertes Konzert mit großem Orchester, mit einem sehr farbigen und facettenreichen Klang, mit Orchestersoli und kammermusikalischen Instrumentenkombinationen. Ein Konzert jedoch, in dem trotz alledem die führende Rolle des Cellos nie gefährdet scheint. Dvořáks Freund Johannes Brahms soll noch kurz vor seinem Tod bedauernd gesagt haben, hätte er gewusst, dass man solche Musik für dieses Instrument schreiben könne, hätte auch er ein Cellokonzert komponiert.
Gedenken an die Jugendliebe
Den ersten Satz des Werks prägt vor allem sein Hauptthema, eine durchaus eingängige, aber zugleich erstaunlich entwicklungsfähige Melodie. Dvořák präsentiert sie in allen nur erdenklichen Klangkombinationen – vom unbegleiteten Solo bis zum vollen Orchester. Und er verbindet sie mit den unterschiedlichsten Ausdruckshaltungen – von der geheimnisvollen Klarinettenstelle des Beginns bis zur Dramatik des ersten Celloeinsatzes. Eine Dur-Melodie, anfangs pianissimo vom Solo-Horn, dann im Wechsel von Klarinette und Oboe vorgetragen, dient als lyrisches Seitenthema. Den liedhaften zweiten Satz komponierte Dvořák, nachdem er von der schweren Krankheit seiner Schwägerin und Jugendliebe Josefina Kaunitzová erfahren hatte. Im Mittelteil dieses Adagios zitiert er in stilisierter Form die Gesangsmelodie eines eigenen Liedes (op. 82 Nr. 1), das Josefina, eine ehemalige Sängerin und Schauspielerin am Prager Interimstheater, immer besonders geliebt hatte. Seine (original deutschen) Worte: "Lasst mich allein in meinen Träumen gehen!" Josefina starb Ende Mai 1895, und daraufhin arbeitete Dvořák das bereits fertiggestellte Finale seines Konzerts noch einmal um: Gegen Ende dieses energiegeladenen Rondos fügte er eine stille, nachdenkliche Passage mit Anspielungen auf die vorangegangenen Sätze und vor allem an das schon im zweiten Satz zitierte Lied ein. Die Melodie wird nun von einer Solovioline und Holzbläsern gespielt; ohne Bassfundament klingt sie wie aus einer anderen Welt herüber.
Eine virtuose Solokadenz erscheint nach der Abschiedsstimmung dieser Stelle kaum denkbar – und doch forderte Hanuš Wihan, der Dvořák bei der Gestaltung virtuoser Passagen beriet, für sich eine solche Schlusskadenz. Gegen den erklärten Willen des Komponisten arbeitete er sie sogar selbst aus. Woraufhin Dvořák am 3. Oktober 1895 an seinen Verleger Fritz Simrock schrieb: "Ich muss darauf bestehen, dass mein Werk so gedruckt wird, wie ich es geschrieben habe. Überhaupt gebe ich Ihnen das Werk nur dann, wenn Sie sich verpflichten, dass niemand, auch mein verehrter Freund Wihan, keine Änderungen macht ohne mein Wissen und Erlaubnis – also auch keine Kadenz, wie sie Wihan im letzten Satz gemacht hat – überhaupt es muss in der Gestalt sein wie ich es gefühlt und gedacht habe [...] Das Finale schließt allmählich diminuendo wie ein Hauch – mit Reminiszenz an den 1. und 2. Satz – das Solo klingt aus bis zum pp – dann ein Aufschwellen und die letzten Takte übernimmt das Orchester und schließt im stürmischen Ton. Das war so meine Idee und von der kann ich nicht ablassen." Die Londoner Uraufführung am 19. März 1896 bestritt – nach diesem Disput kaum überraschend – nicht Wihan. An seine Stelle trat bei dieser Gelegenheit, und auch bei der Prager Premiere drei Wochen später, der englische Cellist Leo Stern. Wihan blieb allerdings der Widmungsträger, und er spielte den Solopart 1899 in Den Haag, Amsterdam und Budapest unter der Leitung des Komponisten.
Tonmalerei und Innerlichkeit
Alexander Zemlinskys Orchesterfantasie "Die Seejungfrau"
Alexander Zemlinsky hat im Bewusstsein vieler Musikliebhaber nicht in erster Linie durch sein Werk überdauert, sondern durch seine enge Verbindung mit Arnold Schönberg. Dieser wurde sein Schüler, sein Freund und 1901 – durch die Heirat mit Zemlinskys Schwester Mathilde – sein Schwager. Schönberg hielt Zemlinsky für einen "großen Komponisten", und noch 1949 bekannte er, fast all sein "Wissen um die Technik und die Probleme des Komponierens" ihm zu verdanken. Zemlinsky selbst unterstützte zwar als einflussreicher Dirigent die Neuerungen des Schönberg-Kreises, doch als Komponist vollzog er, anders als sein drei Jahre jüngerer Kollege, nie den Schritt in die Atonalität. Das könnte seinen schweren Stand bei Zeitgenossen und Nachwelt erklären: Den Befürwortern einer entschieden „Neuen Musik“ war er zu konservativ, den Traditionalisten zu modern.
Mit Arnold Schönberg ist die Entstehungsgeschichte von Zemlinskys Orchesterfantasie "Die Seejungfrau" eng verknüpft: Anfang 1901 hörten die Freunde in Wien Richard Strauss‘ Tondichtungen "Till Eulenspiegels lustige Streiche" und "Ein Heldenleben". Diese galten damals als das Nonplusultra des Modernismus, und Kommentatoren wie etwa der Dirigent Gustav Brecher hielten "eine weitere Möglichkeit des Ausbaues der sinfonischen Dichtung über das ‘Heldenleben‘ hinaus" für "kaum denkbar". Dass man die Gattung sehr wohl noch weiterentwickeln könne, wollten nun offenbar beide Komponisten beweisen. Schönberg wählte sich (übrigens auf Strauss‘ Anregung) Maurice Maeterlincks symbolistisches Ehebruchdrama "Pelléas et Mélisande" zur Vertonung aus, Zemlinsky Hans Christian Andersens traurig-schönes Kunstmärchen "Den lille Havfrue". Über ihre Arbeitsfortschritte in den Jahren 1902/03 tauschten sich Zemlinsky und Schönberg, der inzwischen nach Berlin umgezogen war, in einer Reihe von Briefen aus. Passend zur parallelen Entstehung wurden "Die Seejungfrau" und "Pelléas et Mélisande" im selben Wiener Konzert am 25. Januar 1905 uraufgeführt. Beide Komponisten dirigierten ihre Werke selbst.
Wasserwesen in der Menschenwelt
Andersens Märchen handelt von einer Seejungfrau, die sich danach sehnt, ein Mensch zu werden. Dieser Wunsch wird zur Obsession, nachdem sie einen Prinzen, dessen Schiff in einen Seesturm geriet, vor dem Ertrinken gerettet und sich in ihn verliebt hat. Hilfe leistet ihr die böse Meerhexe, durch deren Zaubertrank sich ihr Fischschwanz in zwei Menschenbeine verwandelt. Stechende Schmerzen und immerwährende Sprachlosigkeit sind der Preis dafür. Außerdem muss die Seejungfrau die Liebe des Prinzen erringen – sonst ist ihr Leben verwirkt. Am Ende heiratet er tatsächlich eine andere, und die Seejungfrau, unfähig den ihr angebotenen Ausweg der Tötung des Prinzen einzuschlagen, löst sich im Meeresschaum auf. Komponisten von E. T. A. Hoffmann ("Undine") bis Antonín Dvořák ("Rusalka") fanden diesen Stoff der Begegnung des Wasserwesens mit der Menschenwelt attraktiv – kein Wunder, da sich in ihm doch das universelle Thema unglücklicher Liebe mit vielen Gelegenheiten zur Tonmalerei verbindet. In Zemlinskys Fall könnte die Sujetwahl daneben auch den biographischen Hintergrund seiner unerfüllten Liebe zu Alma Schindler haben: Er war am Boden zerstört, als seine Kompositionsschülerin im November 1901 die kurze Beziehung zu ihm abbrach und sich mit Gustav Mahler verlobte.
Wie aus Zemlinskys Brief vom 18. Februar 1902 an Schönberg hervorgeht, konzipierte er "Die Seejungfrau" ursprünglich als durchkomponierte Programmsinfonie in zwei Teilen:
"I. Teil a: am Meeresgrund (ganze Exposition) b: das Meerfräulein auf der Menschen-Welt, der Sturm, des Prinzen Errettung. II. Teil a: des Meerfräuleins Sehnsucht; bei der Hexe. b: des Prinzen Vermählung, des Meerfr.[äuleins] Ende." Schon bald erweiterte Zemlinsky das Projekt jedoch auf drei Sätze, wobei der erste dem ursprünglichen ersten Teil entspricht. Dem zweiten liegt offenbar eine weitere Szene aus Andersens Märchen zugrunde: der Ball im Palast des Meerkönigs. Und zum dritten Satz stellte sich Zemlinsky das Leben der Seejungfrau als Sterbliche vor, ihren Tod und ihre Wiedergeburt als Luftgeist. Im vollendeten Werk erkennt man äußere Schilderung der Handlung in fast filmmusikalischer Intensität vor allem im ersten, nur ansatzweise auch im zweiten Satz. So malen zu Beginn die tiefen Instrumente ein Bild des Meeresgrundes, zu dem die Harfen ruhige Wellenbewegung beitragen; Einwürfe der Holzbläser lassen an Lichtstrahlen denken, die das Wasser durchdringen. Dann hört man in der Solovioline "langsam, ungemein zart" (so die Partitur-Vorschrift) das Thema der Seejungfrau, erneut düstere Unterwasserklänge, lebhaftere, teils tänzerische Musik aus der Menschenwelt, die die Nixe vom Wasser aus beobachtet, das sich steigernde Brausen des Sturms, schließlich die sanften Klänge der rettenden Seejungfrau. Im zweiten Satz tritt der illustrative Aspekt immer mehr in den Hintergrund zugunsten eines freien Spiels der Farben und Stimmungen, und über den im März 1903 vollendeten dritten Satz mit seinem zart verlöschenden Schluss schrieb Zemlinsky an Schönberg, er sei "der ‘innerlichste‘, so glaube ich".
Späte Wiederentdeckung
Nach der Wiener Uraufführung der "Seejungfrau" lobte der Kritiker der "Neuen musikalischen Presse" zwar Zemlinskys Orchestrierungskunst und sein Gespür für musikalische Proportionen, erkannte in dem Werk allerdings "wenig eigene Physiognomie". Zu Lebzeiten des Komponisten erlebte "Die Seejungfrau" nur noch zwei weitere Aufführungen: Sie erklang 1906 in Berlin und im folgenden Jahr in Prag. Danach verlor Zemlinsky offenbar das Interesse an seiner Orchesterfantasie, und nach seinem Tod galt sie lange als verschollen. Wie sich später herausstellte, hatte er die Manuskripte des zweiten und des dritten Satzes mitgenommen, als er nach dem Annektierung Österreichs durch die Nationalsozialisten in die USA floh. Die Handschrift des ersten Satzes verblieb dagegen in Wien, da Zemlinsky sie seiner Freundin Marie Pappenheim (der Librettistin von Schönbergs Monodram "Erwartung") geschenkt hatte. Dass die drei Sätze zusammengehören, erkannten erst Anfang der 1980er-Jahre zwei britische Musikwissenschaftsstudenten. Peter Gülke leitete 1984 die erste Wiederaufführung der "Seejungfrau". Seitdem haben viele bedeutende Dirigenten sie in ihr Repertoire aufgenommen.
Jürgen Ostmann • in Ludwigshafen am Rhein geboren, studierte Orchestermusik (Violoncello) in Würzburg sowie Musikwissenschaft, Philosophie und Vergleichende Literaturwissenschaft in Saarbrücken. Er lebt als freier Musikjournalist und Dramaturg in Köln. Neben Rundfunk- und Magazinbeiträgen verfasst er Werkkommentare für Musikfestivals, Konzerthäuser, Rundfunkanstalten, Orchester und CD-Booklets.
KÜNSTLERBIOGRAFIEN
Jean-Guihen Queyras, Violoncello
Jean-Guihen Queyras widmet sich mit ganzer Leidenschaft der Musik, verhält sich dabei aber vollkommen unprätentiös und demütig den Werken gegenüber. Sein Ziel ist es, das Wesen der Musik unverfälscht und klar wiederzugeben. Wenn die innere Motivation von Komponisten, Interpreten und Publikum auf derselben Wellenlänge liegt, kann seiner Auffassung nach ein Konzert auf höchster Ebene gelingen.
Diese Ethik der Interpretation lernte Jean-Guihen Queyras bei Pierre Boulez, mit dem ihn eine lange Zusammenarbeit verband. Und mit diesem Ansatz geht Jean-Guihen Queyras in jede Aufführung, um sich ganz der Musik hinzugeben. So nimmt er sich mit gleicher Intensität sowohl Alter Musik – wie z. B. mit dem Freiburger Barockorchester und der Akademie für Alte Musik Berlin – als auch zeitgenössischer Werke an. Er brachte unter anderem Kompositionen von Ivan Fedele, Gilbert Amy oder Michael Jarrell zur Uraufführung. 2014 spielte er das Cellokonzert von Peter Eötvös anlässlich dessen 70. Geburtstags unter der Leitung des Komponisten ein.
Als Solist spielt Jean-Guihen Queyras regelmäßig Konzerte bei internationalen Festivals und bei renommierten Klangkörpern wie dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem SWR Symphonieorchester und dem Philadelphia Orchestra und arbeitet mit bedeutenden Dirigenten zusammen, darunter Herbert Blomstedt, Yannick Nézet-Séguin und Edward Gardner.
Jean-Guihen Queyras war Gründungsmitglied des Arcanto Quartetts, mit Isabelle Faust und Alexander Melnikov bildet er ein festes (Klavier-) Trio. Er verfügt über eine eindrucksvolle Diskografie. Neben der 2022 veröffentlichten ersten CD des "Invisible Stream"-Ensembles (bestehend aus Jean-Guihen Queyras, Raphaël Imbert, Pierre-François Blanchard und Sonny Troupé) erschien 2024 die Aufnahme der Cellokonzerte von Antonín Kraft und Carl Philipp Emanuel Bach mit dem Ensemble Resonanz unter der Leitung von Ricardo Minasi.
Seit 2011 lehrt Jean-Guihen Queyras als Professor an der Musikhochschule Freiburg und ist künstlerischer Direktor des Festivals "Rencontres musicales de Haute-Provence" im französischen Forcalquier.
Giedrė Šlekytė, Dirigentin
Die in Österreich lebende litauische Dirigentin Giedrė Šlekytė begann ihre musikalische Ausbildung an der "Nationalen M. K. Čiurlionis Kunstschule" in Vilnius. Anschließend studierte sie Dirigieren an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz, an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig und an der Zürcher Hochschule der Künste. Außerdem besuchte sie Meisterkurse von Bernard Haitink und Riccardo Muti. 2015 war sie Finalistin des „Salzburger Festspiele Young Conductors Award“ und Preisträgerin der "Malko International Young Conductors Competition" in Kopenhagen. Im Jahr 2018 wurde sie in der Kategorie "Newcomer" der International Opera Awards nominiert.
In der Spielzeit 2024/25 gibt Šlekytė ihr Debüt an der Wiener Staatsoper ("La Bohème") und am Royal Opera House in London ("Hänsel und Gretel") und kehrt mit einer Neuproduktionen an das Musiktheater an der Wien und an die Staatsoper Berlin zurück. Im Konzertbereich stehen in der laufenden Saison Debüts beim Dallas Symphony Orchestra (gleichzeitig ihr Debüt in den USA), beim Philharmonia London und beim Tokyo NHK Symphony sowie die Rückkehr zu den Münchner Philharmonikern, zum RSB Berlin, zum SWR Symphonieorchester und zum Lithuanian State Symphony Orchestra in ihrem Kalender.
2016 wurde Šlekytė zur Erste Kapellmeisterin des Stadttheaters Klagenfurt ernannt, wo sie ihre erste eigene Produktion – Mozarts "Entführung aus dem Serail" – leitete. Seither loben Publikum und Presse die junge litauische Maestra für die Frische, Präzision und Dynamik ihrer Interpretationen. Nach ihrem Engagement in Klagenfurt im Jahr 2018 entschied sich Šlekytė für eine freischaffende Karriere als Dirigentin und kombiniert seitdem erfolgreich Opern- und Symphonieprojekte. Als Gastdirigentin hat sie mit den Wiener Symphonikern, den Münchner Philharmonikern, dem Lithuanian National Symphony Orchestra, dem hr-Sinfonieorchester, dem Tokyo Yomiuri Nippon Orchestra, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Netherlands Philharmonic, dem Swedish Radio Symphony Orchestra und vielen anderen zusammengearbeitet. Im November 2023 dirigierte sie als Einspringerin für Daniel Barenboim den hochgelobten Sinfoniezyklus von Brahms in Toronto mit der Staatskapelle Berlin und gab damit sowohl ihr kanadisches als auch ihr nordamerikanisches Debüt. Opernengagements führten sie an die Bayerische Staatsoper, Oper Zürich, Staatsoper Berlin, Lithuanian National Opera and Ballet Theatre und die Semperoper Dresden. Zu den bemerkenswertesten Neuproduktionen zählen Leoš Janáčeks "Das Schlaue Füchslein" am Musiktheater an der Wien und "Káťa Kabanová" an der Komischen Oper Berlin, Richard Strauss' "Ariadne auf Naxos" an der Royal Danish Opera, Antonín Dvořáks "Rusalka" an der Opera Ballett Vlaanderen und Francis Poulencs "Dialogues des Carmélites" an der Oper Frankfurt.
Giedrė Šlekytė ist eine aktive Botschafterin der litauischen Musik und hat Werke von Raminta Šerkšnytė, Bronius Kutavičius, Osvaldas Balakauskas, Justė Janulytė, Mikalojus Konstantinas Čiurlionis und anderen litauischen Komponisten in Österreich, Schweden, Tschechien, Deutschland und Israel aufgeführt. Mit der Dirigentin Mirga Gražinyte-Tyla nahm sie ein Album mit der Musik von Raminta Šerkšnytė auf, das bei der Deutschen Grammophon erschien, sowie das hochgelobte Žibuoklė Martinaitytė-Album für Ondine.
SWR Symphonieorchester
Das SWR Symphonieorchester hat in der Liederhalle Stuttgart und im Konzerthaus Freiburg sein künstlerisches Zuhause. Im September 2016 aus der Zusammenführung des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg hervorgegangen, zählen Interpretationsansätze aus der historisch informierten Aufführungspraxis, das klassisch-romantische Kernrepertoire sowie Musik der Gegenwart gleichermaßen zu seinem künstlerischen Profil.
Von 2018 bis 2024 stand Teodor Currentzis als Chefdirigent an der Spitze des Symphonieorchesters. Ab der Saison 2025/2026 wird François-Xavier Roth Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des SWR Symphonieorchesters. In seiner Antrittssaison stellt Roth seine stilistische Vielseitigkeit mit der Aufführung von Werken von Jean-Féry Rebel, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Richard Wagner, Anton Bruckner, Richard Strauss, Maurice Ravel, Claude Debussy, Luciano Berio, Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm und Philippe Manoury unter Beweis – im Sendegebiet des SWR wie auch bei nationalen und internationalen Gastkonzerten.
Zu den jährlichen Fixpunkten im Konzertkalender des SWR Symphonieorchesters zählen die SWR eigenen Konzertreihen in Stuttgart, Freiburg und Mannheim sowie Auftritte bei den Donaueschinger Musiktagen und den Schwetzinger SWR Festspielen. Seit 2020 ist das SWR Symphonieorchester das Residenzorchester der Pfingstfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden. Einladungen führen das Orchester regelmäßig zu den Salzburger Festspielen, in die Elbphilharmonie Hamburg, nach Berlin, Köln, Frankfurt, Dortmund, Essen, Wien, Edinburgh, London, Barcelona, Madrid und Warschau. International gefragte Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Peter Eötvös, Christoph Eschenbach, Pablo Heras-Casado, Manfred Honeck, Jakub Hrůša, Eliahu Inbal, Ingo Metzmacher, Kent Nagano, Sir Roger Norrington, Jonathan Nott, Andrés Orozco-Estrada, Michael Sanderling und Giedrė Šlekytė haben mit dem SWR Symphonieorchester zusammengearbeitet. Unter den hochkarätigen Solisten finden sich Yulianna Avdeeva, Renaud Capuçon, Martin Grubinger, Isabelle Faust, Vilde Frang, Hilary Hahn, Janine Jansen, Alexandre Kantorow, Sabine Meyer, Fazil Say, Gil Shaham, Antoine Tamestit und Anna Vinnitskaya. Ab September 2024 steht die Geigerin Patricia Kopatchinskaja dem SWR Symphonieorchester als Artistic Partner für zwei Spielzeiten zur Seite.
Mit seinem umfangreichen Musikvermittlungsangebot erreicht das Orchester jährlich etwa 15.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Sendegebiet des SWR. Zahlreiche Live-Übertragungen auf SWR Kultur und Konzertstreams auf SWR.de/so ermöglichen vielen Musikfreunden in der ganzen Welt, an den Konzerten des Symphonieorchesters teilzuhaben. Seit 2024 ist das SWR Symphonieorchester offizieller Partner von "La Maestra", dem international bedeutendsten Wettbewerb für Nachwuchsdirigentinnen.
ORCHESTERBESETZUNG
KONZERTVORSCHAU
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Sonstige Informationen
Wir weisen freundlich darauf hin, dass unautorisierte Bild- und Tonaufnahmen jeglicher Art bei dieser Veranstaltung untersagt sind.
Impressum
Sabrina Haane, Gesamtleitung SWR Symphonieorchester
Tabea Dupree, Redaktion SWR Kultur
Henrik Hoffmann, Redaktion Programmheft
Matthias Claudi, Leitung Kommunikation SWR Ensembles und Festivals
Sämtliche Texte sind Originalbeiträge für dieses Programmheft