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Konzerttermine
Programm
Kurzinfos zum Konzert
Werkeinführungstext
Künstlerbiografien
Orchesterbesetzung
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KONZERTTERMINE
Do 27. November 2025, 20 Uhr
Fr 28. November 2025, 20 Uhr
Stuttgart, Liederhalle
Sa 29. November 2025, 20 Uhr
Freiburg, Konzerthaus
Kostenlose Einführungen jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn
PROGRAMM
Helmut Lachenmann
(*1935)
"Ausklang", Musik für Klavier mit Orchester
ca. 50’
Pause
Ludwig van Beethoven
(1770-1827)
Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92
Poco sostenuto – Vivace
Allegretto
Presto
Allegro con brio
ca. 37’
Mitwirkende
Jean-Frédéric Neuburger, Klavier
SWR Symphonieorchester
François-Xavier Roth, Dirigent
Live-Videostream · Freitag, 28. November 2025 ab 20.03 Uhr auf SWR.de/so
Radiosendung · Freitag, 12. Dezember 2025 ab 20.03 Uhr in SWR Kultur
Konzerteinführungen · Rafael Rennicke
KURZINFOS ZUM KONZERT
WERKEINFÜHRUNGSTEXT
Helmut Lachenmann
"Ausklang" – Musik für Klavier und Orchester
"Der Wunschtraum, die Schwerkraft zu überwinden, zu überlisten, oder wenigstens Situationen solch überwundener Schwerkraft zu simulieren, hat vielleicht ein Pendant in den vielfältigen Versuchen, die per Impuls in Schwingung versetzte Materie, zum Beispiel den Klavierklang, am Verklingen zu hindern." Mit diesen Worten hat Helmut Lachenmann die zentrale Idee seiner großen "Musik für Klavier und Orchester", die er "Ausklang" überschrieb, bereits umrissen. Insofern ist der Titel hier Programm. Denn es geht im Wesentlichen um die verschiedenen Varianten des Ausklingens von Klavier und Orchester und deren Verknüpfbarkeit. Lachenmann entwickelt in diesem Stück einen Kosmos von Resonanzen, vom einfachen Klavierpedal und unterschiedlichen Formen der Klangverlängerung bis zu äußerst differenzierten Echobildungen. Der Komponist selbst nannte "Ausklang" einmal einen "Parcours von Situationen, die auseinander hervorgehen", und tatsächlich sind die unterschiedlichen Abschnitte dieses 50-minütigen Werks durch ein feines Netz innermusikalischer Beziehungen miteinander verknüpft.
Helmut Lachenmann, 1935 in Stuttgart geboren, stammt aus einer Pfarrersfamilie. Er studierte von 1955 bis 1958 Musiktheorie und Kontrapunkt an der Musikhochschule seiner Heimatstadt. 1957 nahm er erstmals an den Darmstädter Ferienkursen teil, wo er den italienischen Komponisten Luigi Nono kennenlernte. Lachenmann folgte Nono nach Venedig, und der Italiener wurde vor allem für die ästhetische Entwicklung des jungen Komponisten von zentraler Bedeutung. "Nono hat mir den Geist nach vorne geöffnet. Ihm verdanke ich das Entscheidende. Ich war sein erster und lange Zeit einziger Schüler."
Doch die Lehrzeit in Venedig war überschattet von schweren Krisen. Lachenmann suchte nach einem eigenen Weg, erhielt aber von Nono dabei kaum Unterstützung. "Ich fühlte mich in dieser Situation völlig überfordert, begriffsstutzig, wie gelähmt und total verlassen. Die Krisen waren schrecklich. Ich war nahe am Aufgeben, spielte mit dem Gedanken an andere Berufsziele. Nono selbst kam mir keinen Schritt entgegen, seine pädagogischen Manöver grenzten zuweilen an Grausamkeit." Es kam schließlich zum Bruch zwischen Schüler und Lehrer und erst auf sich allein gestellt, entwickelte Lachenmann dann seine "musique concrète instrumentale", eine neuartige musikalische Sprache, die die Poetik des Geräuschs ins Zentrum stellte. Geräusche werden hier zu gleichberechtigten Klangquellen neben den traditionellen Tönen und weitgehend zum Träger der musikalischen Struktur. Mit dem Innenleben des Klangs rückte gleichsam auch das Ein- und Ausschwingen ins Zentrum, von Lachenmanns Interesse. So wurde der "normal" erzeugte Ton geradezu zum Sonderfall in seinen Kompositionen seit den späten 1960er Jahren. In der von ihm entwickelten "musique concrète instrumentale" verweisen alle Klänge auf die Umstände und Voraussetzungen ihres Entstehens. Der Prozess des Tönens wird thematisiert und gleichzeitig als körperliche Erfahrung in das musikalische Geschehen mit eingebunden.
Das gilt auch für "Ausklang, Musik für Klavier und Orchester", entstanden in den Jahren 1984/1985 und am 18. April 1986 vom WDR-Sinfonieorchester unter Peter Eötvös und mit dem Pianisten Massimiliano Damerini uraufgeführt. Die musikalische Kernidee besteht darin, das unvermeidliche Diminuendo des Klavierklangs mit Hilfe von unterschiedlichen Filter-, Halte-, Pedal-, Oberton- und Echotechniken immer wieder anders auszudifferenzieren. Lachenmann erläuterte diese Technik einmal anhand einer zentralen Passage von "Ausklang" wie folgt: "Die Töne [der Streicher] werden hier nicht mehr angeschlagen, sondern mit der Bogenstange geschlagen. Cello-Tupfer und Klavier-Staccati gehören einer Klangfamilie an. In der Folge fungieren sie als 'Schalter' für verschiedenartige Tenuto-Rauschfelder. So wird dort ein tonlos gestrichenes Streicher-Rauschen, woanders das Luftgeräusch der Horngruppe 'eingeschaltet' und mit einem anderen Klavierton schalte ich noch die tonlos blasenden Posaunen dazu ein, mit einer weiteren schalte ich zwei Hörner wieder ab usw. - ein 'Ein- 'Aus- und Umschaltespiel‘."
Dieses auskomponierte Verklingen erzeugt Lachenmann durch immer wieder neue, verblüffende Klangkombinationen. Dabei geht es ihm allerdings weniger um "neue Klänge", als vielmehr um ein "neues Hören". Selbst tonale Klänge, Konsonanzen, sonst bei Lachenmann eher verpönt, haben in "Ausklang" wieder eine Chance. Das gilt insbesondere für das Ende des Stücks, wo erstmals bei Lachenmann ein geradezu strahlender E-Dur-Akkord zu hören ist.
Der kompositorische Prozess gleicht in "Ausklang" einer Art Metamorphose. Allerdings wird hier nicht mit Themen oder Motiven operiert, sondern mit Klängen und Geräuschen. Ein Entwicklungsprozess wird in Gang gesetzt: "Das passiert eigentlich in allen meinen Stücken, immer wieder auf andere Weise. Die Dinge gehen auseinander hervor, man betrachtet sie aus stets wechselndem Blickwinkel und wechselnder Distanz. Ich fokussiere etwas, das zunächst nur ein Element in einem Riesenchaos ist. Wenn ich näher herangehe, wird es größer, und dann sehe ich es als Gestalt. Gehe ich noch näher, sehe ich seine Oberflächenbeschaffenheit. Dringe ich dort ein, begegne ich erneut einem eigenen Kosmos. In "Ausklang", aber auch in einem Stück wie "Accanto", ergibt sich so eine permanente Verwandlung der Aggregatzustände. Das meint ja das Wort Metamorphose: Die Sache verwandelt sich in einer dynamischen Bewegung."
Lachenmanns Kompositionen wurde zu Unrecht immer wieder Kopflastigkeit und Intellektualismus vorgeworfen. Eine solche Kritik übersieht den sensibel-sinnlichen, fast zärtlichen Umgang mit dem Phänomen des Klangs, wodurch sich alle seine Werke auszeichnen. "Was ich will", so der Komponist, "ist immer dasselbe: eine Musik, die mitzuvollziehen nicht eine Frage privilegierter intellektueller Vorbildung ist, sondern einzig eine Frage kompositionstechnischer Klarheit und Konsequenz; eine Musik zugleich als Ausdruck und ästhetisches Objekt einer Neugier, die bereit ist, alles zu reflektieren, aber auch in der Lage, jeden progressiven Schein zu entlarven: Kunst als vorweggenommene Freiheit in einer Zeit der Unfreiheit."
Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92
Als "Apotheose des Tanzes" hat Richard Wagner 1850 in seinem Aufsatz "Das Kunstwerk der Zukunft", die 7. Sinfonie Ludwig van Beethovens bezeichnet, der französische Schriftsteller Romain Rolland sprach sogar von einer "Orgie des Rhythmus". Und in der Tat: Die Siebte lässt sich als eine Folge verschiedener Tanzstimmungen beschreiben, von volkstümlich über traurig bis verzückt. Keine andere Sinfonie Beethovens ist so ausschließlich aus dem Geist rhythmischer Repetition geschaffen. Selbst gegenüber der Fünften und der Sechsten, die doch beide in je eigener Manier ähnliche Probleme gelöst hatten, bedeutet die Siebte eine weitere Steigerung der Ostinato-Idee. Und kein anderes Werk Beethovens vereint in sich so markant die verschiedenen Möglichkeiten menschlichen Gleichschritts: Geschwindmarsch, Kondukt und Pilgerzug liefern, entweder alleinherrschend oder ‒ wie im Scherzo ‒ ineinander geblendet, die metrischen Einheiten des Werkes. Schon der erste Satz wird von der Präsenz des tänzerischen 6/8-Taktes so vollständig dominiert, dass sich noch nicht einmal ein melodisches Gegenthema durchsetzen kann. Ähnlich verhält es sich mit den übrigen Sätzen der Partitur.
Beethoven komponierte seine 7. Sinfonie in den Jahren 1811 und 1812. Damals stand er auf dem Gipfel seines Ruhms. Nach Meinung seiner Zeitgenossen war er der wichtigste und einflussreichste Komponist in Europa, und selbst seine Gegner und ästhetischen Widersacher bescheinigten ihm ein außerordentliches Maß an Einfallsreichtum, Originalität und kompositorischer Fertigkeit. Dass er an seinen Werken geradezu detailversessen arbeitete und jeden thematischen Gedanken, jede motivische Entwicklung genau bedachte, lässt sich vor allem an den Skizzen zu seiner 7. Sinfonie nachvollziehen. Auf über hundert Seiten notierte Beethoven ab September 1811 die musikalischen Einfälle zu diesem Werk: thematische Zellen und deren Varianten und daraus abgeleitete, neue Motive. Anhand dieses Skizzenbuches, das nach einem früheren Besitzer, dem niederösterreichischen Kassenbeamten Gustav Adolf Petter in Wien, "Pettersches Skizzenbuch" benannt ist, lässt sich der Entstehungsprozess der Sinfonie genau verfolgen. Beethovens Äußerung: "wie ich gewohnt bin zu schreiben, auch in meiner Instrumentalmusik, habe ich immer das Ganze vor Augen" scheint sich auch hier zu bewahrheiten. Denn bereits auf den ersten Seiten des Skizzenbuches findet sich motivisches Material zu allen vier Sätzen der Sinfonie.
Doch nicht nur mit seinem geradezu insistierenden Beharren auf dem Rhythmischen sprengt Beethoven die Dimensionen alles von ihm zuvor Komponierten. Die langsame Einleitung des Kopfsatzes geht mit ihren 62 Takten weit über die zeitliche Ausdehnung früherer Sinfonien hinaus und umreißt zugleich mit ihrem Modulationsverlauf den musikalischen Gesamtplan der Sinfonie. Nach einer Steigerung kristallisiert sich ein punktierter und damit tänzerischer Rhythmus heraus, der nicht nur den gesamten ersten Satz prägt, sondern auch als Keimzelle aller weiteren Motive der ganzen Sinfonie fungiert. Hector Berlioz verglich diesen ersten Satz bezeichnenderweise mit einer "ronde de paysans", einem Bauerntanz.
Auch der zweite Satz reduziert sich auf ein einziges rhythmisches Modell, das im Charakter an einen Trauermarsch oder einen anderen langsamen Schreittanz erinnert. Das konterkariert der Komponist jedoch durch ein recht flottes Tempo ‒ mit "Allegretto" hat er diesen Satz überschrieben. Formal handelt es sich um eine Folge von Variationen – aber nicht über ein Thema, sondern über einen Rhythmus. Zweimal wird das düstere Moll durch einen Abschnitt in Dur unterbrochen, doch auch in diesen Passagen klingt der Kernrhythmus im Bass immer durch. Von Beginn an war dies der populärste Satz der Sinfonie und musste schon bei der Uraufführung auf Drängen des Publikums wiederholt werden.
Im Scherzo wird der geradzahlige Phrasenbau geradezu systematisch aus dem Tritt gebracht, bisweilen so auffallend, dass man den "falschen" Einsatz von Oboe und Fagott zu hören glaubt. Das Ausgangsmaterial ist hier denkbar einfach und basiert lediglich auf einem Dreiklang und der Tonskala. Es ist verblüffend, welche Menge an Varianten und Umformungen Beethoven aus diesen schlichten Grundelementen entwickelt. Zweimal wird das stürmische Thema durch ein anmutiges, fast bewegungslos scheinendes Trio unterbrochen.
Vor allem der ausgelassene Finalsatz stieß bei vielen Zeitgenossen auf Befremden, ja auf Unverständnis. Carl Maria von Weber befand nach einer Aufführung des Werkes, Beethoven sei "reif fürs Irrenhaus" und Clara Schumanns Vater Friedrich Wieck, einer der prominentesten Klavierpädagogen seiner Zeit, war der Meinung, "daß diese Sinfonie nur im unglücklichen ‒ im trunkenen Zustande komponiert sein könne, namentlich der erste und letzte Satz." Dieses Finale droht in der Tat von seiner tänzerischen Energie fast erdrückt zu werden. Grell schmetternde Hörner wechseln mit atemlosen Wirbeln der Violinen; die Ausgelassenheit scheint nicht länger am stilisierten Tanz orientiert, sondern an derbem Volksmusikantentum. Immer wieder setzt die Musik mit neuem Schwung ein, häufig auf unvermuteten Harmoniestufen.
Die Wiener Uraufführung 1813 im großen Redoutensaal der Universität wurde ein voller Erfolg. Beethoven, der selbst dirigierte, hatte das Konzert als Benefizgala zugunsten von Kriegsinvaliden deklariert; am selben Abend erklang auch seine Schlachtensinfonie "Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria" zum ersten Mal. Alle Welt wollte bei dieser musikalischen Feier von Napoleons Niederlage dabei sein, und so konnte Beethoven auf die wohl prominenteste Orchesterbesetzung aller Zeiten zurückgreifen: Komponistenkollegen wie Antonio Salieri, Louis Spohr, Giacomo Meyerbeer, Johann Nepomuk Hummel und Ignaz Moscheles spielten im Orchester mit. Beethoven äußerte denn auch "mit innigster Rührung", die Aufführung sei "das Nonplusultra der Kunst" gewesen.
Martin Demmler ∙ geboren 1961 in Mainz, studierte Musikwissenschaft, Neuere Geschichte und Kunstwissenschaft an der Technischen Universität Berlin. Von 1988 bis 2018 arbeitete er als Redakteur beim Sender Freies Berlin (dem heutigen Rundfunk Berlin-Brandenburg). Martin Demmler hat mehrere Bücher zur Musikgeschichte veröffentlicht. Er lebt als freiberuflicher Autor in Berlin.
KÜNSTLERBIOGRAFIEN
Jean-Frédéric Neuburger, Klavier
Jean-Frédéric Neuburger hat sich schnell als einer der begabtesten Musiker seiner Generation etabliert, als Interpret und Komponist eines umfangreichen Repertoires, das von Bach bis zu Komponisten des 20. Jahrhunderts reicht.
Neuburger studierte Klavier, Orgel und Komposition, bevor er mit dreizehn Jahren an das Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris kam und anschließend in Genf bei Michael Jarrell seine Ausbildung vervollkommnete. Er erhielt 2010 den Prix Nadia et Lili Boulanger der Académie des Beaux-Arts. Neuburger tritt weltweit als Solist mit renommierten Orchestern auf: New York Philharmonic, San Francisco Symphony, Philadelphia Orchestra, London Philharmonic, Orchestre de Paris und Radio-France. Er arbeitete mit Dirigenten wie Lorin Maazel, Christoph von Dohnanyi, Michael Tilson Thomas, Jonathan Nott, Osmo Vänskä, Ingo Metzmacher, Kazuki Yamada und Pierre Boulez. Außerdem war er Solist auf der Asien-Tournee des Orchestre de la Suisse Romande mit dem Gürzenich-Orchester Köln. Unter der Leitung von Dalia Stasevska gab er sein Debüt beim Berliner Philharmonischen Orchester. Neuburger spielte Recitals in der Paris Philharmonie, im Boulez Saal Berlin, beim La Roque-d'Anthéron Festival und bei Folle Journée in Nantes. Außerdem ist er einer der bevorzugten Partner des Quatuor Modigliani. In der Saison 2025/2026 tritt Jean-Fréderic u. a. mit der Sinfonia Varsovia auf, mit dem Orchestra Santa Cecilia di Roma unter der Leitung von Tugan Sokhiev, mit dem Orquestra Sinfônica de São Paulo mit Pierre Bleuse und mit dem Orchestre National des Pays de la Loire an der Seite von Alexei Ogrintchouk. Beim SWR Symphonieorchester gibt er sein Debüt mit Helmut Lachenmanns "Ausklang".
Jean-Frédéric Neuburger widmet einen Großteil seiner Tätigkeit als Interpret der zeitgenössischen Musik und spielt Weltpremieren von Werken von Bruno Mantovani, Phillip Maintz, Yves Chauris, Vito Zuraj sowie das Konzert für Klavier und Elektronik "Echo-Daimonon" von Philippe Manoury. Zu seinen eigenen Kompositionen zählen "Aube", ein Auftragswerk des Boston Symphony Orchestra (uraufgeführt unter der Leitung von Christoph von Dohnányi), das kürzlich vom Israel Philharmonic Orchestra und dem Orchestre de Paris aufgeführt wurde, sein Klavierkonzert, das 2018 vom Philharmonischen Orchester von Radio France und Jonathan Stockhammer uraufgeführt wurde, sowie "Faits et Gestes", ein Auftragswerk des Gürzenich-Orchesters Köln unter der Leitung von François-Xavier Roth, sowie zahlreiche Kammermusikwerke.
Neuburgers Diskografie spiegelt die Vielseitigkeit seines Repertoires wider (Ravel, Bach, Brahms, Liszt, Debussy, Neuburger, Hérold, Barraqué, Messiaen etc.) und wurde von der nationalen und internationalen Presse hoch gelobt. Kürzlich erschien seine CD mit dem Klavierkonzert von György Ligeti mit dem Orchester Les Siècles unter der Leitung von François-Xavier Roth.
François-Xavier Roth, Dirigent
François-Xavier Roth ist ein musikalischer Visionär und ungemein vielseitiger Dirigent. So paradox es klingen mag: François-Xavier Roth hat sich auf das Universelle spezialisiert. Sein Repertoire reicht von frühem Barock über das sinfonische Kernrepertoire und Klassiker der Moderne bis hin zur Musik der Gegenwart. Seit September 2025 ist François-Xavier Roth Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des SWR Symphonieorchesters. In seiner Antrittssaison stellt er seine stilistische Vielseitigkeit mit der Aufführung von Werken von Jean-Féry Rebel, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Richard Wagner, Anton Bruckner, Richard Strauss, Maurice Ravel, Claude Debussy, Luciano Berio, Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm und Philippe Manoury unter Beweis – im Sendegebiet des SWR wie auch bei nationalen und internationalen Gastkonzerten.
Roth, 1971 in Paris geboren, absolvierte zunächst am Pariser Konservatorium eine Ausbildung als Flötist, bevor er ins Dirigierfach wechselte. Von 2011 bis 2016 war er Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg und von 2015 bis 2024 Generalmusikdirektor der Stadt Köln und Gürzenich-Kapellmeister. Das von ihm gegründete Originalklangensemble Les Siècles hat Roth innerhalb kürzester Zeit zu internationalem Erfolg geführt. Je nach Werk, und oftmals während eines Konzerts, passen die Mitglieder von Les Siècles ihr Instrumentarium dem jeweiligen Repertoire an und lassen so Altbekanntes mit geschärften Farben in neuem Licht erscheinen. Roth ist seit 2017 Principal Guest Conductor des London Symphony. Darüber hinaus steht er als Gastdirigent seit vielen Jahren regelmäßig am Pult von internationalen Spitzenorchestern wie den Berliner und Münchner Philharmonikern, der Staatskapelle Berlin, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Concertgebouw Orkest Amsterdam sowie den Orchestern von San Francisco, Cleveland und Boston.
Ein besonderes Anliegen von François-Xavier Roth ist es, neue Publikumsschichten für klassische Musik zu begeistern und ambitionierte Laienmusiker:innen zu fördern. Roths Diskografie ist umfangreich und preisgekrönt. Sie umfasst u. a. sämtliche Tondichtungen von Richard Strauss, die Ballette von Igor Strawinsky, die Orchesterwerke von Ravel und Berlioz, sämtliche Sinfonien von Bruckner, Mahler und Schumann sowie Alben zum 100. Geburtstag Debussys. 2020 wurde Roth als bis dahin jüngster Dirigent mit dem Ehrenpreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. 2017 wurde er in Frankreich zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.
SWR Symphonieorchester
Das SWR Symphonieorchester hat in der Liederhalle Stuttgart und im Konzerthaus Freiburg sein künstlerisches Zuhause. Im September 2016 aus der Zusammenführung des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg hervorgegangen, zählen Interpretationsansätze aus der historisch informierten Aufführungspraxis, das klassisch-romantische Kernrepertoire sowie Musik der Gegenwart gleichermaßen zu seinem künstlerischen Profil. Seit September 2025 ist François-Xavier Roth Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des SWR Symphonieorchesters. Roth folgt auf Teodor Currentzis, der von 2018 bis 2024 an der Spitze des Orchesters stand.
Zu den jährlichen Fixpunkten im Konzertkalender des SWR Symphonieorchesters zählen die SWR eigenen Konzertreihen in Stuttgart, Freiburg und Mannheim sowie Auftritte bei den Donaueschinger Musiktagen und den Schwetzinger SWR Festspielen. Seit 2020 ist das SWR Symphonieorchester das Residenzorchester der Pfingstfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden. Einladungen führen das Orchester regelmäßig zu den Salzburger Festspielen, in die Elbphilharmonie Hamburg, nach Berlin, Köln, Frankfurt, Dortmund, Essen, Wien, Edinburgh, London, Barcelona, Madrid und Warschau.
International gefragte Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Peter Eötvös, Christoph Eschenbach, Pablo Heras-Casado, Manfred Honeck, Jakub Hrůša, Eliahu Inbal, Ingo Metzmacher, Kent Nagano, Sir Roger Norrington, Jonathan Nott, Andrés Orozco-Estrada, Petr Popelka, Michael Sanderling und Giedrė Šlekytė haben mit dem SWR Symphonieorchester zusammengearbeitet. Unter den hochkarätigen Solisten finden sich Leif Ove Andsnes, Yulianna Avdeeva, Renaud Capuçon, Sol Gabetta, Martin Grubinger, Isabelle Faust, Vilde Frang, Hilary Hahn, Janine Jansen, Alexandre Kantorow, Sabine Meyer, Emmanuel Pahud, Fazil Say, Gil Shaham, Antoine Tamestit und Christian Tetzlaff. Seit September 2024 steht die Geigerin Patricia Kopatchinskaja dem SWR Symphonieorchester als Artistic Partner für zwei Spielzeiten zur Seite.
Mit seinem umfangreichen Musikvermittlungsangebot erreicht das Orchester jährlich etwa 15.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Sendegebiet des SWR. Zahlreiche Live-Übertragungen auf SWR Kultur und Konzertstreams auf SWR.de/so ermöglichen vielen Musikfreunden in der ganzen Welt, an den Konzerten des Symphonieorchesters teilzuhaben.
Seit 2024 ist das SWR Symphonieorchester offizieller Partner von "La Maestra", dem international bedeutendsten Wettbewerb für Nachwuchsdirigentinnen.
ORCHESTERBESETZUNG
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Sonstige Informationen
Wir weisen freundlich darauf hin, dass unautorisierte Bild- und Tonaufnahmen jeglicher Art bei dieser Veranstaltung untersagt sind.
Impressum
Sabrina Haane, Gesamtleitung SWR Symphonieorchester
Séverine Peter, Künstlerische Planung (interimistisch)
Tabea Dupree, Redaktion SWR Kultur
Henrik Hoffmann, Redaktion Programmheft
Matthias Claudi, Leitung Kommunikation SWR Ensembles und Festivals
Sämtliche Texte sind Originalbeiträge für dieses Programmheft