INHALT
Konzerttermine
Programm
Kurzinfos zum Konzert
Werkeinführungstext
Künstlerbiografien
Orchesterbesetzung
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Service
KONZERTTERMINE
Do 18. Dezember 2025, 20 Uhr
Fr 19. Dezember 2025, 20 Uhr
Stuttgart, Liederhalle
So 21. Dezember 2025, 19 Uhr
Freiburg, Konzerthaus
Kostenlose Einführungen jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn
PROGRAMM
Antonín Dvořák
(1841-1904)
„Othello”, Konzertouvertüre op. 93
ca. 15’
Josef Suk
(1874-1935)
Fantasie für Violine und Orchester g-Moll op. 24
ca. 25’
Pause
Peter Tschaikowsky
(1840-1893)
Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 ("Pathétique")
Adagio – Allegro non troppo
Allegro con grazia
Allegro molto vivace
Finale. Adagio lamentoso – Andante
ca. 48’
Mitwirkende
Christian Tetzlaff, Violine
SWR Symphonieorchester
Juraj Valčuha, Dirigent
Live-Videostream · Freitag, 19. Dezember 2025 ab 20.03 Uhr auf SWR.de/so
Radiosendung · Freitag, 19. Dezember 2025 ab 20.03 Uhr in SWR Kultur
Konzerteinführungen · Meinhard Saremba
KURZINFOS ZUM KONZERT
WERKEINFÜHRUNGSTEXT
„Aber Programmmusik ein wenig ist es doch.“
Antonín Dvořáks „Othello“-Ouvertüre
In den späten 1880er Jahren hat Antonín Dvořák seine Tonsprache zunehmend „poetisiert“ und schließlich regelrechte Programmmusik geschrieben. Seine 1889 komponierten „Poetischen Stimmungsbilder“ bilden den Ausgangspunkt, seine zwischen 1896 und 1898 komponierten fünf sinfonischen Dichtungen das Ende dieser neuen Ausrichtung seiner Instrumentalmusik. In der Mitte stehen seine drei zwischen Juli und September 1891 komponierten Konzertouvertüren, die ursprünglich unter einer Opuszahl als Trilogie „Natur, Leben und Liebe“ zusammengefasst waren. Später hat er sie einzeln herausgegeben: „In der Natur“ op. 91, „Karneval“ op. 92 und „Othello“ op. 93. Von der Natur als der Grundkraft ausgehend, wendet sich die zweite Ouvertüre der lebensbejahenden, die dritte der lebenszerstörenden Seite des menschlichen Daseins zu.
Shakespeares Schauspiel von 1603 ist nicht das Drama über eine durch Eifersucht vergiftete Liebe, sondern beruht, wie jede Tragödie, auf einem tragischen Konflikt, der aus dem Missverhältnis zwischen subjektivem Anspruch und objektivem Gesetz herrührt. Der Titelträger ist nicht darum tragischer Held, weil er als blind Rasender Desdemona tötet, sondern weil er als Getäuschter, d.h. unwissend, über Treue und Untreue richtet und schlimmstes Unrecht begeht, aber im festen Bewusstsein, höchste Gerechtigkeit zu üben. Nachdem Othello seinen Fähnrich Jago bei der Beförderung übergangen und statt seiner Cassio zum Leutnant ernannt hat, häuft der Geprellte Scheinbeweis auf Scheinbeweis, um Othello glauben zu machen, dass Cassio ein Verhältnis mit Desdemona hat. Die Intrigen und Lügen bringen den sonst so souveränen Feldherrn völlig aus dem Gleichgewicht. Seine innere Zersetzung nimmt ihren äußeren Lauf – Jagos Gift wirkt. In einer fast rituellen Handlung erstickt Othello seine Liebe Desdemona und nimmt sich selbst das Leben.
Will man Dvořáks Ouvertüre nicht nur als affektgeladene Untermalung hören, sondern als Weiterdichtung in Tönen verstehen, dann ist der erste Blick auf die Tonart fis-Moll zu richten. Sie steht im Tonkreis des Quintenzirkels der vorzeichenlosen, darum als rein charakterisierten Durtonart C-Dur gegenüber. Komponisten orientieren sich bei der Wahl einer Tonart gern mal an solchen Grundsätzlichkeiten, um ein Symbol zu bilden und versichern ihre Wahl des Öfteren an verbindlich gewordenen Vorbildern der Kompositionsgeschichte.
Eröffnet wird die Ouvertüre durch einen ruhevollen Choral, der mitunter als Musikalisierung erfüllten Liebesglücks gedeutet worden ist, dessen religiöse Konnotation der Komponist aber womöglich erst durch eine Notiz erläutert, die er dort am Ende der Komposition vermerkt, wo er diese Choral-Allusion wiederholt. In diese diatonische Akkordfolge stechen verminderte Septimenakkorde in das aus der ersten Ouvertüre stammende „Naturthema“, so wie Jagos Gift alle Seligkeit zersetzt. Dieser Lento-Introduktion folgt ein modifizierter Sonatensatz (Allegro con brio), in dessen Hauptthema Othello, in dessen Seitenthema Desdemona musikalisiert worden ist. Die sich zum Hymnus steigernde „Liebesszene“ wird unheilvoll vom Paukenwirbel grundiert. Wenn kurz vor der Reprise schluchzende Terzen erklingen, die dem „Naturthema“ entnommen sind, geht Dvořák, nach Hartmut Schick, auf die „O Salce!“-Terzen aus dem „Lied von der Weide“ zurück, in dem Verdi im 4. Akt seines „Othellos“ die Todesvorahnung Desdemonas in Töne gesetzt hat und entschlüsselt so durchaus den tieferen Sinn des Zitats aus der ersten Ouvertüre. In der Reprise selbst ermordet Othello Desdemona in toller Wut. Dvořák lässt deren Thema in fis-Moll regelrecht ersterben. Wenn Dvořák am Ende die choralartige Introduktion noch einmal erklingen lässt, notiert er in das Partiturautograph „Er betet", wofür es keine Entsprechung bei Shakespeare oder Verdi gibt. Eine stark beschleunigte, in den letzten Takten unvermittelt nach Fis-Dur gewendete Steigerung markiert den Schlusspunkt der Ouvertüre – mit dem Tod Othellos haben die zerstörerischen Kräfte von Leidenschaft und Natur ihr Werk vollendet.
Dvořák nannte die drei Ouvertüren gegenüber seinem Verleger seine „besten Orchesterstücke“ und setzte sie auf das Programm des Inaugurationskonzerts in New York im Oktober 1892.
Kein verkapptes Violinkonzert
Josef Suks Fantasie für Violine und Orchester op. 24
Josef Suk wurde in eine Dorflehrerfamilie in Křečovice, südlich von Prag, geboren. Mit acht Jahren begann er, Violine zu spielen; 1885, ging er an das Prager Konservatorium, um dort Violine und Musiktheorie zu studieren. Mit Studienfreunden gründete er 1891 das Böhmische Quartett, dem er als zweiter Geiger bis zu seinem letzten Auftritt 1893 angehörte. Nach 1891 gehörte er zu den ersten Kompositionsschülern Dvořáks.Aus seinem Schaffen, das von salonhaften Klavierstücken über Werke der Kammermusik bis hin zu Sinfonischen Dichtungen reicht, ragen zwei Werke besonders hervor. Neben der Streicherserenade op. 6 ist die „Fantasie für Violine und Orchester“ op. 24 zu nennen. Obwohl Suk selbst Geiger war, schrieb er nicht viele Werke für sein Instrument. Da er kein eigenständiges Violinkonzert komponierte, wurde dieses umfangreichste seiner Werke für Violine und Orchester zu Unrecht als ein verkapptes Violinkonzert aufgefasst, obwohl es außer der Orchesterbesetzung wenig mit einem Solokonzert gemein hat. Suks Fantasie ist für sein Instrument geschrieben, was sich an der die Verwendung von Mehrfachgriffen, dem raschen Überfliegen der Saiten und der Verwendung leerer Saiten zeigen lässt. Sie steht in der Tradition der Konzert-Fantasie und gehört einem Genre an, das im Zuge der Virtuosen-Tradition des 19. Jahrhunderts zur Blüte, allmählich aber aus der Mode gekommen ist.
Wie der Titel es nahelegt, hat Suk das einsätzige, zwischen g-Moll und G-Dur oszillierende Werk einer Fantasie entsprechend frei angelegt. Der diesem Genre spezifischen, durch häufige Wechsel der Tempi verursachten künstlichen Verwirrung hat er durch die beständige Variantenbildung des Anfangsthemas ordnend entgegengewirkt. Auch die einen langsamen Satz vortäuschende Andante-Melodie, aus der Suk zunächst ein volksliedartiges mehrfach erklingendes Thema in G-Dur entwickelt und dann ein zweites Thema, das nur einmal in der Fantasie auftritt, sind mit dem Anfangsthema verwandt. Die zwischen Mai und Mitte August 1902 komponierte Fantasie hat Suk 1903 revidiert. Er hoffte darauf, dass sie von František Ondříček uraufgeführt würde, der 1883 Dvořáks Violinkonzert aus der Taufe gehoben hatte. Solist der Uraufführung am 9. Januar 1904 war dann zwar Karel Hoffmann, der Primarius des „Böhmischen Streichquartetts“, doch Ondříček nahm Suks Fantasie vier Jahre nach der Uraufführung in sein Repertoire auf.
„Ich liebe sie, wie ich keine andere meiner musikalischen Schöpfungen je geliebt habe.“
Tschaikowskys letzte Sinfonie
Neun Tage nach der Uraufführung seiner sechsten Sinfonie ist Tschaikowsky gestorben: der kirchenbehördlichen Todesbescheinigung zufolge an der Cholera. Doch es ist zweifelhaft, dass dieser privilegierte Künstler wirklich einer „Armenkrankheit“ erlegen ist. Einige behaupten, dass die von seinem Bruder Modest verbreitete Nachricht vom Tod durch die Cholera ein Ablenkungsmanöver gewesen sei und ein „Femegericht“ ihn aufgrund seiner homosexuellen Neigungen zum Selbstmord verurteilt habe. Doch Alexander Poznansky dokumentiert in seinem Buch „Tschaikowskys Tod. Geschichte und Revision einer Legende“, dass gleichgeschlechtliche Liebe im Russland des ausgehenden 19. Jahrhunderts zwar theoretisch mit Verbannung, Rechtsverlust und Zwangsarbeit bestraft werden konnte, tatsächlich aber zumindest in gehobenen Kreisen ausgelebt wurde, ohne dass dies strafrechtlich verfolgt wurde. Hat sich Tschaikowsky das Leben genommen? Während der Arbeit an seiner letzten Sinfonie hat Tschaikowsky sich nach seinen eigenen Worten so wohl gefühlt wie selten. Am 12. August 1893 schrieb er seinem Verleger, niemals in seinem Leben so zufrieden mit sich gewesen zu sein und „tatsächlich etwas Gutes geschaffen“ zu haben.
Eröffnet wird die h-Moll-Sinfonie mit einer Adagio-Einleitung, die über dem chromatisch absteigenden Lamento-Bass komponiert ist. Das Hauptthema des Sonatensatzes entwickelt Tschaikowsky Schritt für Schritt aus den anfangs gesetzten motivischen Floskeln und erweitert das Anfangsmotiv dabei um eine Sechzehntelfigur, die im weiteren Verlauf eine wichtige Rolle spielt. Da das Seitenthema in ein eigenes Tempo (Andante), wechselt, entsteht der Eindruck, dass diese Romanze wie eine Intarsie aus längst verklungenen Zeiten in den Satz eingearbeitet worden ist. Die Exposition verklingt im „selbstvergessenen Singen“ (Peter Gülke) eines Klarinettensolos, das bis an die unterste Grenze des Hörbaren (ppppp) geführt wird. Die mit Wucht einsetzende Durchführung wendet sich dem Hauptthema zu. In ihrem Zentrum erklingt, vorausweisend auf das Finale, in den Posaunen die bekannteste Melodie des russisch-orthodoxen Totenoffiziums: „Mit den Heiligen lass ruhen, Christus, die Seelen deiner Diener.“ Die Zerstörung des Hauptthemas in der Durchführung hat so einschneidende Arbeit geleistet, dass es in der Reprise nicht wiederhergestellt wird, was im Kopfsatz der b-Moll-Sonate Chopins sein Vorbild haben könnte. Wenn die Reprise mit dem nach H-Dur aufgelichteten Seitenthema beginnt, wird es gewissermaßen zum eigentlichen Thema des Kopfsatzes erhoben.
Der Walzer des zweiten Satzes schwebt in dem für die russische Musik so charakteristischen 5/4-Takt. Schon in seiner neun Jahre vor der „Pathétique“ komponierten „Romanze“ op. 57 Nr. 5 hatte Tschaikowsky den Walzer mit dem Todesgedanken verbunden: In dem dort vertonten Text des Symbolisten Dmitri Mereschkowsky (1865– 1941) ist vom „Tod, der uns durch Schönheit bezwingt“ und „tiefe, trunkene Ruhe“ schenkt die Rede.
Das folgende Allegro molto vivace beginnt tänzelnd-schwirrend wie ein flirrendes Scherzo im Geiste Mendelssohn Bartholdys. Dann lässt Tschaikowsky einen Marsch im Charakter einer Danse macabre sich herannahen. Zum Ende des Satzes steigert er den Satz triumphal in den Blechbläsern und im Schlagzeug, was einem vorweggenommen Finale gleicht.
Das eigentliche Finale ist dann kein triumphales Allegro in Rondo- oder Sonatenform, sondern ein dreiteiliges „Adagio lamentoso“, ein Klagegesang, dessen melodische Bewegung allmählich erstarrt. Zum Ende der Coda, in der das Seufzermotiv und der Lamentobass des Beginns wieder aufgenommen werden, löst sich die Musik in ihre einzelnen Bestandteile auf. Ein Tamtam-Schlag setzt aller Bewegung ein Ende. Der Satz verklingt – gleich einem langsam erlöschenden Pulsschlag– nach kurzer Zeit „in der Schwärze des Nichtmehrseins, gleichsam verblutend“ (Hans Mayer).
Hatte sich Tschaikowsky in seinen zuvor komponierten Sinfonien den Triumph noch abgerungen, so wollte er dies in seiner letzten nicht mehr tun – und dies erklärt wohl auch, dass er selbst die h-Moll-Sinfonie nicht allein „für das beste“, sondern namentlich „für das aufrichtigste“ aller seiner Werke erklärt hat.
Sebastian Urmoneit • ist freier Autor von wissenschaftlichen Aufsätzen und Einführungstexten. Studium der Musikwissenschaft und Philosophie in Berlin (u. a. bei Carl Dahlhaus, Heinrich Poos und Christoph Hubig). Dissertation: „Tristan und Isolde – Eros und Thanatos“, Fachaufsätze über Bach, Schubert, Wagner, Wolf, Brahms und Strauss. Herausgabe: Joseph Haydn, Memoria, Band 11 (mit Hartmut Fladt). Seit 30 Jahren Einführungstexte u. a. für das Berliner Konzerthaus, das ehem. Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR und das SWR Symphonieorchester, die Albert Konzerte GmbH in Freiburg und die Bamberger Symphoniker.
KÜNSTLERBIOGRAFIEN
Christian Tetzlaff, Violine
Der Geiger Christian Tetzlaff wird für seine ausdrucksstarken, einfühlsamen und persönlichen Interpretationen hoch gelobt. Seine individuelle Herangehensweise an die Partitur, bei der er stets nach der emotionalen und strukturellen Tiefe der Komposition sucht, hat ihm im Laufe der Zeit eine treue Anhängerschaft beschert, die seine Darbietungen oft als existenzielle Erfahrung beschreibt. Seit seinem spektakulären Debüt mit dem Schönberg-Violinkonzert 1988 in Berlin, München und Cleveland ist er mit bedeutenden Orchestern von höchstem Rang aufgetreten, darunter die Berliner, Wiener und New Yorker Philharmoniker, die Bostoner und Chicagoer Symphonieorchester, das Royal Concertgebouw Orchestra, das London Symphony Orchestra und viele andere. Sein umfangreiches Repertoire reicht von Bachs Solosonaten und Partiten über weniger bekannte Konzerte von Giovanni Battista Viotti und Joseph Joachim bis hin zu zeitgenössischen Werken von György Ligeti, Jörg Widmann und Thomas Adès. Im Jahr 2023 übernahm er die künstlerische Leitung des SPANNUNGEN-Festivals in Heimbach, Deutschland.
In der Saison 2025/2026 tritt Tetzlaff als Artist-in-Residence mehrfach mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin auf und spielt Violinkonzerte von Berg, Suk und Dvořák sowie Kammermusik mit Vladimir Jurowski. Im Februar 2026 gibt er die Weltpremiere von Ondrej Adameks Violinkonzert Nr. 2 in Paris, gefolgt von nationalen Premieren in der Schweiz und der Tschechischen Republik. Weitere Höhepunkte der Saison sind Duo-Konzerte mit Leif-Ove Andsnes, Solo-Rezitale in Berlin, Oslo und London sowie Konzerte mit dem BBC Symphony Orchestra, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, den Wiener Symphonikern, dem SWR Symphonieorchester, Helsinki Philharmonic und dem NHK Symphony Orchestra.
Tetzlaff arbeitet mit vielen der führenden Dirigenten zusammen, darunter Herbert Blomstedt, Karina Canellakis, Maxim Emelyanychev, Christoph Eschenbach, Daniele Gatti, Daniel Harding, Manfred Honeck, Jakub Hrůša, Marie Jacquot, Paavo Järvi, Vladimir Jurowski, Cristian Măcelaru, Andris Nelsons, Gianandrea Noseda, Sakari Oramo, Sir Antonio Pappano, Kirill Petrenko, Sir Simon Rattle, Esa-Pekka Salonen, Jukka-Pekka Saraste, John Storgårds, Robin Ticciati und Juraj Valčuha.
Kammermusik ist ein fester Bestandteil seiner Karriere. 1994 gründete er zusammen mit seiner Schwester, der Cellistin Tanja Tetzlaff, das Tetzlaff Quartett. Das Ensemble geht jede Saison auf Tournee und tritt 2025/2026 in Deutschland und Großbritannien auf. Das Tetzlaff Quartett wurde 2015 für seine Aufnahme von Bergs Lyrischer Suite und Mendelssohn mit dem Diapason d’or l’année ausgezeichnet. Christian und Tanja Tetzlaff treten auch regelmäßig als Trio mit der Pianistin Kiveli Dörken auf.
Seine umfangreiche Diskografie, hauptsächlich beim Label Ondine, wurde mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik, mehreren Diapason d’or-Auszeichnungen und dem Midem Classical Award geehrt. Zu den jüngsten Höhepunkten zählen Sibelius mit dem Finnischen Radio-Sinfonieorchester und Nick Collon sowie die Brahms‘ Klavierquartette, die letzten Aufnahmen des verstorbenen Lars Vogt. Die Violinkonzerte von Elgar und Adès mit dem BBC Philharmonic Orchestra und John Storgårds sind im Herbst 2025 erscheinen. Bachs Werke für Solovioline nahm er dreimal auf, zuletzt 2017.
Christian Tetzlaff spielt auf einer Violine des Geigenbauers Peter Greiner. Er unterrichtet an der Kronberg Academy und lebt mit seiner Frau, der Fotografin Giorgia Bertazzi, und den drei Kindern in Berlin.
Juraj Valčuha, Dirigent
Juraj Valčuha genießt international hohes Ansehen für seine große Ausdruckskraft und profunde Musikalität. Seine Auftritte überzeugen durch präzise Schlagtechnik und natürliche Bühnenpräsenz und machen ihn zu einem der gefragtesten Dirigenten seiner Generation.
Im Juni 2022 hat er die Position des Music Director beim Houston Symphony übernommen. Von 2016 bis 2022 war er Music Director des Teatro San Carlo Neapel und von 2009 bis 2016 Chefdirigent des Orchestra Nazionale della RAI. Bis 2023 war er Erster Gastdirigent des Konzerthausorchesters Berlin.
Juraj Valčuha studierte Dirigieren und Komposition in Bratislava, bei Ilya Musin in St. Petersburg und in Paris, wo er 2005 beim Orchestre National de France debütierte. Rasch folgten Einladungen zu den großen Orchestern in Europa und Übersee. So stand er bislang u. a. am Pult des Philharmonia Orchestra London, des Gewandhausorchesters Leipzig, des Swedish Radio Orchestra, der Wiener Symphoniker, der Staatskapelle Dresden, der Münchner und Berliner Philharmoniker, des Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam, des NDR Elbphiharmonie Orchesters, des hr-Sinfonieorchesters, des SWR Symphonieorchesters, des Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom und der Filarmonica della Scala Milano. Engagements in Nordamerika führten ihn zu den Symphonieorchestern von Pittsburgh, Boston, Chicago, Cleveland, Cincinnati und San Francisco, zu den Los Angeles Philharmonic und den New York Philharmonic. Zu den künstlerischen Höhepunkten der letzten Jahre zählten Konzerte mit dem Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI in München, Köln, Zürich, im Wiener Musikverein, der Berliner Philharmonie, beim Enescu Festival Bukarest sowie bei den Abu Dhabi Classics. Mit dem Konzerthausorchester Berlin führte ihn eine Tournee in die baltischen Hauptstädte.
Juraj Valčuha ist darüber hinaus ein gefragter Operndirigent. So leitete er in den letzten Monaten Aufführungen von Puccinis „La fanciulla del West“ und Wagners „Tristan und Isolde“ an der Bayerischen Staatsoper und der Deutschen Oper Berlin. In der Spielzeit 2024/2025 dirigiert er Strauss‘ „Salome“ an der Semperoper Dresden, Janáceks „Das schlaue Füchslein“ an der Pariser Opéra Bastille sowie Tschaikowskys „Pique Dame“ an der Deutschen Oper Berlin.
SWR Symphonieorchester
Das SWR Symphonieorchester hat in der Liederhalle Stuttgart und im Konzerthaus Freiburg sein künstlerisches Zuhause. Im September 2016 aus der Zusammenführung des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg hervorgegangen, zählen Interpretationsansätze aus der historisch informierten Aufführungspraxis, das klassisch-romantische Kernrepertoire sowie Musik der Gegenwart gleichermaßen zu seinem künstlerischen Profil. Seit September 2025 ist François-Xavier Roth Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des SWR Symphonieorchesters. Roth folgt auf Teodor Currentzis, der von 2018 bis 2024 an der Spitze des Orchesters stand.
Zu den jährlichen Fixpunkten im Konzertkalender des SWR Symphonieorchesters zählen die SWR eigenen Konzertreihen in Stuttgart, Freiburg und Mannheim sowie Auftritte bei den Donaueschinger Musiktagen und den Schwetzinger SWR Festspielen. Seit 2020 ist das SWR Symphonieorchester das Residenzorchester der Pfingstfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden. Einladungen führen das Orchester regelmäßig zu den Salzburger Festspielen, in die Elbphilharmonie Hamburg, nach Berlin, Köln, Frankfurt, Dortmund, Essen, Wien, Edinburgh, London, Barcelona, Madrid und Warschau.
International gefragte Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Peter Eötvös, Christoph Eschenbach, Pablo Heras-Casado, Manfred Honeck, Jakub Hrůša, Eliahu Inbal, Ingo Metzmacher, Kent Nagano, Sir Roger Norrington, Jonathan Nott, Andrés Orozco-Estrada, Petr Popelka, Michael Sanderling und Giedrė Šlekytė haben mit dem SWR Symphonieorchester zusammengearbeitet. Unter den hochkarätigen Solisten finden sich Leif Ove Andsnes, Yulianna Avdeeva, Renaud Capuçon, Sol Gabetta, Martin Grubinger, Isabelle Faust, Vilde Frang, Hilary Hahn, Janine Jansen, Alexandre Kantorow, Sabine Meyer, Emmanuel Pahud, Fazil Say, Gil Shaham, Antoine Tamestit und Christian Tetzlaff. Seit September 2024 steht die Geigerin Patricia Kopatchinskaja dem SWR Symphonieorchester als Artistic Partner für zwei Spielzeiten zur Seite.
Mit seinem umfangreichen Musikvermittlungsangebot erreicht das Orchester jährlich etwa 15.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Sendegebiet des SWR. Zahlreiche Live-Übertragungen auf SWR Kultur und Konzertstreams auf SWR.de/so ermöglichen vielen Musikfreunden in der ganzen Welt, an den Konzerten des Symphonieorchesters teilzuhaben.
Seit 2024 ist das SWR Symphonieorchester offizieller Partner von "La Maestra", dem international bedeutendsten Wettbewerb für Nachwuchsdirigentinnen.
ORCHESTERBESETZUNG
KONZERTVORSCHAU
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Sonstige Informationen
Wir weisen freundlich darauf hin, dass unautorisierte Bild- und Tonaufnahmen jeglicher Art bei dieser Veranstaltung untersagt sind.
Impressum
Sabrina Haane, Gesamtleitung SWR Symphonieorchester
Séverine Peter, Künstlerische Planung (interimistisch)
Tabea Dupree, Redaktion SWR Kultur
Henrik Hoffmann, Redaktion Programmheft
Matthias Claudi, Leitung Kommunikation SWR Ensembles und Festivals
Sämtliche Texte sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.