Der Kampf um den 8-Stunden-Tag: Ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert oder nötiger denn je?
Seit mehr als einem Jahrhundert regelt der 8-Stunden-Tag den Arbeitsalltag vieler Branchen, im typischsten Fall zwischen 9 und 17 Uhr. Hier muss mehr Flexibilität her, sagt der Bundeskanzler und bekommt viel Zustimmung - hauptsächlich von Arbeitgeberseite, aber nicht nur. Die Gewerkschaften machen sich jedoch bereit für den Abwehrkampf: Finger weg vom 8-Stunden-Tag, wir brauchen diesen Schutz vor Dauerarbeit umso mehr, so der Tenor hier.
Wäre der Einschnitt wirklich so groß, wenn künftig die maximale Arbeitszeit pro Woche gelten würde und nicht mehr pro Tag? Würden tatsächlich nur die Arbeitgeber profitieren, könnten nicht auch Beschäftigte Vorteile daraus ziehen, ihre Wochenarbeitszeit flexibler zu verteilen? Oder reicht die bestehende Rechtslage auch dafür vollkommen aus? Diese und andere Fragen beschäftigen uns in dieser Ausgabe SWR1 Arbeitsplatz:
- Wir hören kontroverse Ansichten und Einblicke in der Umfrage aus Ludwigshafen.
- Wir fragen den Arbeitsrechtler Michael Felser nach dem rechtlichen Status Quo und wie ein reformiertes Arbeitszeitgesetz aufgebaut sein müsste, um den Bedarfen beider Seiten möglichst gerecht zu werden.
- Wir sprechen mit der Arbeitszeitforscherin Angelika Kümmerling vom Institut Arbeit und Qualifikation der Uni Duisburg-Essen: über die Pro- und Contra-Argumente der Debatte und warum aus wissenschaftlicher Perspektive eine Aufweichung des 8-Stunden-Tages sinnvoll wäre - oder gerade nicht.
Weiteres Thema der Sendung:
- Frühsommerliche "Slow Flowers" - eine Pionierin im Bioblumen-Business kommt aus Baden. Reportage von Wolfgang Brauer.