Sollen wir das Bargeld abschaffen? Auf keinen Fall, findet Jasmina Belardo aus der SWR-Redaktion Religion, Migration und Gesellschaft.
Ja, auch ich zahle öfter mal mit Karte. Trotzdem will ich nicht auf Bargeld verzichten. Bargeld hilft meinen Kindern den Umgang mit Geld zu lernen. Sie zählen gerne ihr Erspartes, bauen dabei Türme, wie Dagobert Duck und feiern jede Münze, die mit einem Klimpern ins Sparschein fällt.
Sie erlernen den Umgang mit Geld sichtbar, hörbar und greifbar. Der Wert von Scheinen und Münzen prägt sich ihnen ein.
Bargeld ist für mich ein Kulturgut. Es sollte geschützt bleiben – und für uns Erwachsene ist es ebenfalls wichtig! Viele behalten ihre täglichen Ausgaben mit Bargeld besser im Blick. Das „sichtbare Geld“ verhindert mehr auszugeben als vorhanden ist. Ist der Geldbeutel leer, muss Neues geholt werden - was mittlerweile nicht nur am Geldautomaten funktioniert, sondern auch an vielen Supermarktkassen.
Außerdem schützt Bargeld die Privatsphäre. Digitale Spuren nach der Zahlung- Fehlanzeige. Da fühle ich mich direkt freier, weniger überwacht. Mein Konsum geht niemanden was an! Scheine und Münzen sorgen für Unabhängigkeit, für Datenschutz und für soziale Teilhabe. Und zwar für junge wie alte Menschen gleichermaßen. Das Beste daran - es ist immer einsetzbar, (ganz ohne Strom und ohne Internet.)
Denn nicht nur ein Blitzeinschlag kann einen Stromausfall auslösen, wie wir Anfang des Jahres in Berlin gesehen haben…