Zusammen mit Kollegen aus Nachbargemeinden hat Daniel Franzen, Bürgermeister der belgischen Eifel-Gemeinde Bütgenbach, die Reißleine gezogen und neue Regeln für die Umzüge aufgestellt: Erlaubt ist nur noch traditionelle Karnevalsmusik.
Wo bleibt die Tradition bei Technobeats & Ballermann-Hits?
Daniel Franzen: In den letzten Jahren kamen immer mehr Anfragen, ob man da nicht gemeinsam etwas machen könnte, da es doch um Karneval und die Tradition ging. Alle sollen ihren Spaß haben und es soll nicht darum gehen, dass ein Karnevalswagen den anderen übertönt mit nicht angepasster Musik.
SWR1: Warum ist jetzt Schluss mit Ballermann-Hits und Techno-Wagen mit dickem Subwoofer – stattdessen gibt es Marsch-, Gugge- und Schunkel-Musik. Eben alles, was nach klassischer Fastnacht klingt …
Franzen: Das war kein schönes Karnevalstreiben mehr. Schon gar nicht für die musizierenden Vereine, die auch zwischen den einzelnen Gruppen unterwegs sind. Auch die Zuschauer fanden das nicht mehr sehr angenehm.
Es gibt auch Gegner der neuen Regeln für Fastnachtsumzüge
SWR1: Während sich die einen über die Regel freuen, werfen die anderen dem Rathaus Zensur vor …
Franzen: Es gibt auch Kritiker, die meinen, was wir uns anmaßen, solche Regelungen auszusprechen. Das soll doch jedem selbst überlassen sein. Andererseits haben wir aber auch sehr viel Zuspruch erhalten.
Das soll als Ganzes ein schöner, traditioneller Umzug sein und bleiben, da wo es auch alle gut haben: Vom Kleinkind, bis zu den älteren Personen und von den Musizierenden bis zu den Traktorfahrern. Im Hinblick auf den gegenseitigen Respekt sehen wir das auch als notwendig an.