Warnsignale, dass es sich um eine Phishing-Mail handeln könnte, seien eine unerwartete Kontaktaufnahme und Zeitdruck. Dazu gehöre beispielsweise, dass man sofort "Daten preisgeben muss, um wieder an sein Geld zu gelangen". Wichtig in einer solchen Stress-Situation sei es, "mit Ruhe und Bedacht zu reagieren", sagt der Finanzexperte
Mit der "SLAM"-Methode gegen Phishing-Mails
Der Geldratgeber "Finanztip" empfiehlt zum Schutz vor Phishing-Mails die "SLAM"-Methode.
- "S" steht dabei für Sender - also den Absender der Mail. Geprüft werden sollten dessen Bekanntheit und Echtheit.
- "L" steht für Links - also für Verknüpfungen in der Mail. Die sollte man nicht anklicken, sondern im Browser die Internetadresse eingeben und so die Webseite öffnen.
- "A" steht für Attachments - also für Anhänge in der Mail. Unerwartete oder unaufgeforderte Dateien sollten nicht geöffnet werden.
- "M" steht für Message - also für den Nachrichtentext in der Mail. Hier gehe es um den Ausdruck sowie Tonfall des Textes und darum, ob beides zum Absender passt.
Vorsicht bei SMS- und WhatsApp-Nachrichten
Cyber-Kriminelle versuchen auch per SMS und WhatsApp, an Daten zu gelangen. Manchmal werde man in einer Textnachricht außerdem aufgefordert, eine angegebene Telefonnummer anzurufen. Davon rät der "Finanztip"-Chefredakteur dringend ab. Denn durch den Einsatz von KI könnten sich Betrüger täuschend echt als Beschäftigte von Banken oder Kreditkartenunternehmen ausgeben. Gleiches gelte auch für unerwartete Anrufe. In solchen Fällen helfe oft schon ein Erfragen der Nummer für einen Rückruf, um die Betrüger zu entlarven.
So schützt ihr euch beim Online-Banking
Der Zugang zum Smartphone sollte geschützt sein, empfiehlt der Finanzexperte. Der Zugriff sei dann nur durch Eingabe des Passwortes beziehungsweise per Fingerabdruck oder durch Gesichtserkennung möglich. Das Kennwort für das Online-Banking sowie PIN und TAN dürfen niemals weitergegeben werden - "und schon gar nicht telefonisch". Apps der Banken müssen aus "sicheren Quellen" heruntergeladen werden: das seien der Google Play Store für Android-Smartphones und der App Store für iPhones. Auf Online-Banking im öffentlichen WLAN sollte man besser verzichten. Es bestehe die Gefahr, ausspioniert zu werden. Als sicher gilt dagegen das Mobilfunknetz.
Was im Betrugsfall zu tun ist
Wer Opfer von Betrug beim Online-Banking geworden ist, müsse schnell handeln. "Wichtig ist es zu wissen, wie das Geld vom Konto abgeflossen ist", sagt Saidi Sulilatu. Eine Lastschrift kann zurückgeholt werden. Der Kunde hat acht Wochen Zeit, um seine Bank damit zu beauftragen. Bei einer nicht autorisierten Kreditkartenabbuchung greift möglicherweise das Chargeback-Verfahren. Bei Überweisungen sei es schwieriger, das Geld zurückzubekommen. Wenn Kriminelle Geld vom Konto abgebucht hätten, müssen das Passwort für das Online-Banking sofort geändert, die Bank informiert und Anzeige erstattet werden.