Betrug beim Online-Banking: So schützt ihr euch vor Phishing-Mails und gefälschten SMS

Zwei Drittel aller E-Mail-Nutzer haben schon mal Phishing-Mails bekommen. Dabei versuchen Kriminelle Schadsoftware auf Smartphone, Tablet oder Rechner zu installieren, um Passwörter auszuspähen. Wie ihr euch schützen könnt, erklärt "Finanztip"-Chefredakteur Saidi Sulilatu im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Petra Waldvogel.

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Warnsignale, dass es sich um eine Phishing-Mail handeln könnte, seien eine unerwartete Kontaktaufnahme und Zeitdruck. Dazu gehöre beispielsweise, dass man sofort "Daten preisgeben muss, um wieder an sein Geld zu gelangen". Wichtig in einer solchen Stress-Situation sei es, "mit Ruhe und Bedacht zu reagieren", sagt der Finanzexperte

Mit der "SLAM"-Methode gegen Phishing-Mails

Der Geldratgeber "Finanztip" empfiehlt zum Schutz vor Phishing-Mails die "SLAM"-Methode.

  • "S" steht dabei für Sender - also den Absender der Mail. Geprüft werden sollten dessen Bekanntheit und Echtheit.
  • "L" steht für Links - also für Verknüpfungen in der Mail. Die sollte man nicht anklicken, sondern im Browser die Internetadresse eingeben und so die Webseite öffnen.
  • "A" steht für Attachments - also für Anhänge in der Mail. Unerwartete oder unaufgeforderte Dateien sollten nicht geöffnet werden.
  • "M" steht für Message - also für den Nachrichtentext in der Mail. Hier gehe es um den Ausdruck sowie Tonfall des Textes und darum, ob beides zum Absender passt.

Vorsicht bei SMS- und WhatsApp-Nachrichten

Cyber-Kriminelle versuchen auch per SMS und WhatsApp, an Daten zu gelangen. Manchmal werde man in einer Textnachricht außerdem aufgefordert, eine angegebene Telefonnummer anzurufen. Davon rät der "Finanztip"-Chefredakteur dringend ab. Denn durch den Einsatz von KI könnten sich Betrüger täuschend echt als Beschäftigte von Banken oder Kreditkartenunternehmen ausgeben. Gleiches gelte auch für unerwartete Anrufe. In solchen Fällen helfe oft schon ein Erfragen der Nummer für einen Rückruf, um die Betrüger zu entlarven.

Phishing-Fallen – so nutzen Betrüger Daten und Apple-Pay | Marktcheck SWR

So schützt ihr euch beim Online-Banking

Der Zugang zum Smartphone sollte geschützt sein, empfiehlt der Finanzexperte. Der Zugriff sei dann nur durch Eingabe des Passwortes beziehungsweise per Fingerabdruck oder durch Gesichtserkennung möglich. Das Kennwort für das Online-Banking sowie PIN und TAN dürfen niemals weitergegeben werden - "und schon gar nicht telefonisch". Apps der Banken müssen aus "sicheren Quellen" heruntergeladen werden: das seien der Google Play Store für Android-Smartphones und der App Store für iPhones. Auf Online-Banking im öffentlichen WLAN sollte man besser verzichten. Es bestehe die Gefahr, ausspioniert zu werden. Als sicher gilt dagegen das Mobilfunknetz.

Was im Betrugsfall zu tun ist

Wer Opfer von Betrug beim Online-Banking geworden ist, müsse schnell handeln. "Wichtig ist es zu wissen, wie das Geld vom Konto abgeflossen ist", sagt Saidi Sulilatu. Eine Lastschrift kann zurückgeholt werden. Der Kunde hat acht Wochen Zeit, um seine Bank damit zu beauftragen. Bei einer nicht autorisierten Kreditkartenabbuchung greift möglicherweise das Chargeback-Verfahren. Bei Überweisungen sei es schwieriger, das Geld zurückzubekommen. Wenn Kriminelle Geld vom Konto abgebucht hätten, müssen das Passwort für das Online-Banking sofort geändert, die Bank informiert und Anzeige erstattet werden.

Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Petra Waldvogel
Petra Waldvogel steht im Gang eines SWR-Gebäudes.
Onlinefassung
Andreas Böhnisch
Andreas Böhnisch steht vor dem Logo von SWR Aktuell.