Es gehe in Blood & Sinners erst einmal um Vampire, Horror und Musik, sagt die Filmkritikerin im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer. Doch darüber hinaus thematisiere Ryan Coogler Aspekte wie Rasse, Freiheit, Akzeptanz sowie die Auswirkungen des Kolonialismus.
Darum geht es in Blood & Sinners
Der Film spielt 1933 im Mississippi-Delta. Sechzig Jahre nach dem Ende der Sklaverei in den USA, sind die Klassenunterschiede immer noch deutlich zu spüren, sagt Anna Wollner. Die Zwillinge Smoke und Stack (gespielt von Michael B. Jordan in einer Doppelrolle) sind durch Bandenkriege in Chicago reich geworden und kommen zurück in ihre Heimat. Dort wollen sie einen "Safe-Space für ihre Community" schaffen. Das ist eine Art Club, um das Leben und die Musik zu feiern. Doch am Eröffnungsabend kommen ungebetene Gäste, erzählt die Filmkritikerin - und ab diesem Moment "kippt die berauschende Stimmung des Films und wird zu gnadenlosem Vampir-Splatter".
Blood & Sinners "verdient größtmögliche Leinwand"
Der Film bekommt seine besondere visuelle Ästhetik durch die Verwendung von IMAX-Kameras, sagt Anna Wollner: "Die haben das Flirrende und Heißschwüle des Mississippi-Deltas sehr gut eingefangen." Hinzu kommt die "perfekte Musik" - mit einem "bluesgetränkten Soundtrack".
Für die Filmkritikerin ist Blood & Sinners deshalb auf ganz vielen Ebenen eine herausragende Produktion. Dazu gehören "Handlung, Visualität, Verflechtung von Musik und Story sowie die Einbettung schwarzer Geschichte. Es ist ein Film mit Biss, der die größtmögliche Leinwand verdient hat."