Es gehe um die Stromherstellung der Zukunft. Ziel sei es, das System klimaneutral zu machen, erläutert der Wissenschaftler. Allerdings würden regenerative Energieträger wie Wind und Sonne nicht gleichmäßig zur Verfügung stehen. "Die Stromproduktion aus den Erneuerbaren ist fluktuierend."
An diesem Punkt komme das E-Auto ins Spiel. "Fahrzeuge stehen zu 95 Prozent ihrer Zeit und meistens ist es möglich, einen Stromanschluss herzustellen." Dadurch lasse sich die fluktuierende Stromproduktion der erneuerbaren Energien mit Elektrofahrzeugen ausgleichen.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Flexibilität, die Elektrofahrzeuge anbieten, das passt sehr gut zusammen.
E-Autos würden damit zu einer Flotte von Stromspeichern. Außerdem werde es durch gezieltes "gesteuertes Beladen" möglich, "dass Sie bis zu 700 Euro im Jahr einsparen können". Wer Strom aus seinem E-Auto ins Netz einspeise, "und da fangen wir ja gerade erst an, bekommt nochmal 300 Euro dazu". Insgesamt könne sich der Einspareffekt bei der Stromrechnung also auf 1.000 Euro im Jahr belaufen.
Warum E-Mobilität den "Kipppunkt" erreicht hat
E-Autos seien im Massenmarkt angekommen, ist Professor Martin Wietschel überzeugt. Das würden weltweite Verkaufszahlen von über 20 Prozent bei Neuwagen belegen. Als Vorreiter der E-Mobilität sieht er Norwegen. Der Anteil von Elektro-Neuwagen liege bei 90 Prozent. Von großer Bedeutung sei auch China, das den größten Pkw-Markt der Welt habe. Dort werde die Hälfte der verkauften Autos mit einem Elektromotor betrieben.
Was der E-Mobilität zum Erfolg verhilft
Die zunehmende Akzeptanz von E-Autos in vielen Ländern führt der Wissenschaftler auf die technologischen Entwicklungen zurück. "Die Fahrzeugbatterien haben enorme Fortschritte gemacht." Die Energiedichte habe sich verbessert. Außerdem könnten sie schneller geladen werden. Ein weiterer Pluspunkt sei der Preis: Batterien für E-Autos seien deutlich günstiger geworden.
Es geben weiterhin Widerstände gegen die E-Mobilität. Deshalb seien Verzögerungen möglich. "Aber das wird es aus meiner Sicht nicht aufhalten", ist sich der Experte für Energietechnologien und Energiesysteme am Fraunhofer-Institut in Karlsruhe sicher.
Weitere Informationen zum Thema
Rund 10.000 Straßenbrücken im Südwesten Sanierungsstau bei den Brücken in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
Im Sauerland ist zur Erleichterung der Wirtschaft und Anwohner die Autobahnbrücke Rahmedetal nach vier Jahren Bauzeit wieder befahrbar. Wie ist der Zustand der Brücken bei uns?