Fachkräftemangel: Wie Deutschland sich selbst im Weg steht

Der Fachkräftemangel in Deutschland wird weiter zunehmen. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) rechnet 2028 mit etwa 768.000 unbesetzten Stellen. Seit dem 1. April 2025 gibt es in Baden-Württemberg die Landesagentur für die Zuwanderung von Fachkräften (LZF) - doch die kämpft an vielen Fronten, sagt SWR-Reporterin Astrid Meisoll.

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Die mangelnde Digitalisierung sei ein Hindernis, berichtet die Journalistin aus der SWR-Redaktion Landespolitik in Stuttgart und nennt als Beispiel die St. Elisabeth-Stiftung, eine Pflegeeinrichtung in Bad Waldsee im Kreis Ravensburg. Dort müssten viele Dokumente ausgedruckt, unterschrieben, wieder eingescannt und dann per Mail weggeschickt werden, um eine Marokkanerin als Pflegefachkraft ausbilden zu können. "Wirklich digital ist das nicht", zitiert Astrid Meisoll die zuständige Mitarbeiterin in der Elisabeth-Stiftung.

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Baden-Württemberg braucht dringend ausländische Fachkräfte. Doch die zentrale Agentur für Zuwanderung startet später als geplant. Nun gibt es endlich einen offiziellen Termin.

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Zusammenarbeit mit Bund ausbaufähig

Hinzu kämen weitere Hürden, mit den zuständigen Stellen auf Bundesebene, die abgebaut werden müssten. Bislang gebe es beispielsweise keine gute Zusammenarbeit zwischen LZF und dem Ausländerzentralregister. Dabei handelt es sich um die zentrale Behörde des Bundes, die die Daten über Ausländer und deren Aufenthaltsstatus speichert.

Schleppende Visa-Vergabe für Fachkräfte

Die größten Probleme scheint es zurzeit jedoch bei der Vergabe der Visa zu geben, sagt die SWR-Journalistin. Die Landesagentur für die Zuwanderung von Fachkräften stelle nur eine "Vorab-Zustimmung" für Nicht-EU-Bürger aus. Dieses Dokument solle die Visa-Vergabe beschleunigen, um die Erlaubnis für eine Arbeit oder Ausbildung in Deutschland zu erhalten. Die Fachkraft müsse bei der deutschen Botschaft in ihrem Heimatland einen Termin machen, um das Visum zu beantragen. "Termine gibt es da wohl nur schleppend."

LZF bündelt Kompetenzen in BW

In Baden-Württemberg bewerten Landesregierung und Wirtschaftsverbände die Arbeit der LZF bislang auch positiv. "Die Landesagentur wickelt in einem ersten Schritt das ab, was bisher 137 verschiedene kommunale Ausländerbehörden im Land machen mussten", erläutert Astrid Meisoll. Dadurch habe sich die Frist für die "Vorab-Zustimmung" zur Beantragung des Visums deutlich verkürzt - von vorher vierzig Tage auf aktuell nur noch 13 Tage. "Das ist auf dem Papier schon mal eine Verbesserung."