Das ist schon ein bisschen traurig: Bei der Führerscheinprüfung sind im vergangenen Jahr wieder jede Menge Leute durchgefallen: Mehr als 40 Prozent bei der theoretischen – und mehr als 30 Prozent bei der praktischen Prüfung.
Klar: Es gibt viele Fragen in dieser theoretischen Prüfung – mehr als tausend stehen zur Auswahl – und die können schon recht speziell sein. Oder wissen Sie noch, wer die Vorfahrt hat, wenn Sie sich mit einem grünen Ford Fiasko von halblinks einer Kreuzung nähern, auf die von der anderen Seite ein unbeleuchteter Trecker mit Bootsanhänger auf einem Feldweg zusteuert? Ich jedenfalls nicht mehr.
Die drei goldenen Grundsätze für Führerscheinprüflinge
Freunde von mir haben das System deshalb für sich stark vereinfacht und arbeiten mit den drei goldenen Grundsätzen: Wenn man das Siegel auf dem Nummernschild des Vordermanns lesen kann, ist man wahrscheinlich zu nah dran, wenn es von der eigenen Kühlerhaube verdeckt wird, ist man sicher zu nah dran – und ganz generell: Wer später bremst, ist länger schnell.
Auch die praktische Prüfung ist kein Ponyhof. Wer würde sich nicht lebhaft dran erinnern: Dieser Moment, in dem wir auf dem Fahrersitz Verantwortung übernommen haben, fokussiert, konzentriert, Lenkrad und Schicksal in beiden Händen und dann dieser ansatzlose Sprung nach vorne, wenn wir die Kupplung doch ein bisschen zu früh rausgelassen haben.
Hohe Durchfall-Quoten schüren Vorurteile
Natürlich werden mit den hohen Durchfaller-Quoten auch alle Vorurteile bei uns Älteren bestätigt. Die anderen auf der Straße können es einfach nicht: Volltrottel, Blinde und bestimmt alle durch die Prüfung gefallen. Nicht ganz unwahrscheinlich.
Aber auch wir Erfahrenen können in dieser schwierigen Situation ein bisschen unterstützen, schließlich freuen wir uns ja, wenn uns auf der Straße gut ausgebildete Fahranfänger begegnen, die wissen, was sie tun. Also: Einfach mal freundlich aufmunternd anhupen und dann den Zeigefinger an die Schläfe, um zu sagen: Mit Konzentration kann es klappen. Und damit allzeit gute Fahrt!