Als Russland vor fast drei Jahren den Krieg gegen die Ukraine begonnen hat, waren in Europa so viele Menschen auf der Flucht, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Auch nach Deutschland sind viele Ukrainerinnen und Ukrainer geflohen. Rund 500.000 der 1,2 Millionen hier lebenden Menschen aus der Ukraine gelten laut Bundesagentur für Arbeit als erwerbsfähig, laut Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung liegt ihre Beschäftigungsquote bei mehr als 30 Prozent. Aber es wäre natürlich wünschenswert, wenn der Anteil höher liegen würde. Marlene Thiele vom Netzwerk 'Unternehmen integrieren Flüchtlinge', einem Projekt der Deutschen Industrie- und Handelskammer, sieht immer noch Hürden beim Jobeinstieg für Menschen aus der Ukraine.
An der Bürokratie liegt es nicht
"Die bürokratischen Hürden sind nicht so hoch, weil für Geflüchtete aus der Ukraine EU-weit der so genannte vorübergehende Schutz gilt. Damit geht ein sofortiger Arbeitsmarktzugang einher", erklärt Thiele. Nach den Erfahrungen ihres Netzwerks liegen die Hürden eher in der Praxis. Schwierig seien oft die mangelnden Sprachfähigkeiten, und auch Kinderbetreuung sei bei Geflüchteten aus der Ukraine "ein ganz großes Thema."
Wie Menschen aus der Ukraine ihre Jobperspektive in Deutschland sehen, auch im Vergleich mit Geflüchteten aus anderen Ländern, erklärt Marlene Thiele im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem.