"Wenn man die richtigen Partner an seiner Seite hat, ist es nicht mehr ganz so schwer, eine eigene Firma zu gründen. Es gibt Hürden, über die muss man eben Bescheid wissen. Wenn man sich darüber rechtzeitig informiert, ist man auf das Thema Selbstständigkeit sehr gut vorbereitet", erklärt Kieltsch.
40 Prozent wollen gründen, aber nur 3 Prozent tun es
"An unserem IHK-Crashkurs sieht man das sehr gut. Da haben wir immer volle Räume. Und wenn wir dann gemeinsam mit unseren Partnern erzählen, was am Anfang wichtig ist und worauf man achten muss, verzieht sich die ein oder andere Mine." Kieltsch nennt als Beispiele die Themen Gewerbeanmeldung beim Finanzamt und die Renten- und Krankenversicherung. Man müsse wissen, dass es diese Dinge zu tun gebe. Wie das genau abläuft, werde dann mit den Interessierten in Einzelgesprächen erklärt.
Die IHK kann an vielen Punkten helfen
"Die Kammer an sich ist ja gut aufgestellt. Ob sie irgendwelche rechtlichen oder auch steuerlichen Themen haben, ins Ausland expandieren wollen oder einen neuen Standort eröffnen möchten, wir können sie Beraten und sowohl Informationen als auch Hilfestellungen geben", sagt Kieltsch. Man könne nicht das komplette Portfolio anbieten, das würde zu weit führen. Aber man könne Gründer auf ihren ersten Schritten begleiten. Er nennt es Hilfe zu Selbsthilfe.
Manchmal müssen die Experten auch abraten
"Wir wollen ja niemanden in seine Privatinsolvenz reinlaufen lassen. Deswegen ist unser Job schon auch der, die Ideen in Form des Businessplans zu lesen und betriebswirtschaftlich zu rechnen. Im Zweifelsfall muss man dann seriös ins Gespräch gehen und sagen, wo die Risiken liegen"“ Es müsse aber jeder selber entscheiden, ob er auf dem Weg weitermachen wolle. Einige gingen auch auf die Vorschläge der Experten ein und versuchten an der ein oder anderen Stelle, nachzuschärfen. "Wir sagen tatsächlich auch, wenn wir der Meinung sind, dass diese Idee oder das Produkt am Markt aktuell nicht nachgefragt wird."
Influencer sind eine besondere Kategorie
"Wir informieren in allererster Linie. Gerade im Influencer-Markt ist es vielen gar nicht bekannt, dass sie mit dem, was sie da tun, gewerblich tätig sind - nämlich, wenn sie Einnahmen generieren oder Gewinnabsichten mit Sponsoring formulieren. Dann ist unser Job, zu sagen: Vorsicht, da könnten jetzt einige Schritte kommen, die man anmelden muss."