Leopoldina empfiehlt Social Media-Verbot für Kinder unter 13 und warnt vor Folgekosten durch psychische Erkrankungen

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Soll es für Instagram, TikTok und Co eine Altersgrenze geben? Die Frage wird gerade von Politikern, Ärzten und Therapeuten diskutiert. Auch die Nationale Akademie der Wissenschaften Deutschlands, Leopoldina, hat ein Diskussionspapier veröffentlicht. "Wir empfehlen, dass Kinder, die jünger als 13 Jahre sind, nicht auf den Sozialen Medien sein sollten", sagt der Kognitionspsychologe Professor Ralph Hertwig, einer der Autoren des Papiers, in SWR Aktuell.

Bei 13 bis 15-Jährigen würden wir eine angemessene Begleitung des Mediengebrauchs durch die Eltern empfehlen. Die Gestaltung sollte für Eltern und Kinder leicht gemacht werden. Es geht auch darum, die Persönlichkeitsrechte der Heranwachsenden zu wahren. Für 13- bis 17-Jährige würden wir eine altersgerechte Gestaltung der Sozialen Medien empfehlen. Das heißt ohne personalisierte Werbung, ohne Erstellung von Nutzungsprofilen und keine Funktionalitäten, die exzessive Nutzung fördern, beispielsweise Push Up-Notifications, Auto-Play und ähnliche Dinge.

Gefragt seien die deutsche und die europäische Politik. Die deutsche Politik könne gemeinsam mit europäischen Partnern versuchen, die europäische Politik zu beeinflussen, um die Vorschläge durchsetzbar zu machen.

"Folgekosten psychischer Erkrankungen durch Social Media enorm"

Die Gesellschaft und auch die Politik haben seiner Meinung nach verstanden, "dass die möglichen Folgekosten der psychischen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen, die mit der Nutzung der Sozialen Medien in Zusammenhang stehen können, ein enormes Problem sind - und potentiell auch ein Problem, das gewaltige Konsequenzen für die Zukunft hat."
Deshalb hoffe er, dass die Politik, aber auch die Plattformen bereit dazu sind, kooperativ zusammenzuarbeiten. Wie die Einschränkungen umgesetzt und überprüft werden sollen, darüber hat SWR Aktuell-Moderator Ralf Hecht mit Ralph Hertwig gesprochen.

Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Ralf Hecht
Onlinefassung
Michael Paufler