"65 Prozent der Befragten sind eher bereit, ein Produkt zu kaufen, wenn es aus Deutschland kommt", ergänzt die Wirtschaftsjournalistin. Es handele sich damit um den höchsten Wert, den ein Land in der Umfrage erreicht hat. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass die Auszeichnung "Made in Germany" nur bei einer sehr eingeschränkten Palette von Produkten punktet: "Zu Deutschland fallen den Menschen Autos mit Verbrennungsmotoren und Haushaltsgeräte ein. Aber das war es dann."
Made in China wurde sowohl beim Vertrauen als auch bei der Frage nach der Kaufentscheidung mit am schlechtesten bewertet.
Generell ist das Herkunftsland laut der Untersuchung für die Befragten nicht das einzige Kriterium für eine Kaufentscheidung. Verbraucher würden auch auf Qualität, den Preis und die Langlebigkeit eines Produktes achten, sagt Jutta Kaiser.
Warum "Made in Germany" Nachholbedarf hat
Die Befragten würden deutsche Produkte nicht mit "Innovationsfähigkeit" verbinden, sagt die SWR-Wirtschaftsredakteurin. In diesem Bereich belegten die USA und Japan die vorderen Plätze. Gleiches gelte für zukunftsorientierte Produkte. Bei Künstlicher Intelligenz (KI), E-Autos und Elektrogeräten habe "Made in USA" stark abgeschnitten.
"Die Vereinigten Staaten liegen bei fast allen zukunftsorientierten Produkten in den Top 3." Auch China werde in diesem Segment oft genannt worden. Im Bereich der innovativen Produkte werde Deutschland nicht wahrgenommen. Es bestehe Nachholbedarf, "denn gerade die deutsche Wirtschaft braucht den starken Außenhandel. Fast jeder vierte Arbeitsplatz bei uns hängt vom Export ab", sagt Jutta Kaiser aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.