Automesse in China mit Mercedes, VW und Co.: zu spät, um aufzuholen?

Zu lange haben deutsche Autokonzerne nicht erkannt, dass China voll auf E-Mobilität gesetzt hat. Ist es jetzt zu spät, um noch aufzuholen?

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Sie wollen endlich wieder mitmischen auf dem globalen Automarkt, der sich gerade so stark wandelt. Lange haben deutsche Hersteller in China sehr viel Geld verdient mit ihren Autos. Darunter viele Luxusmodelle – und fast ausschließlich Verbrenner.

Und weil das Geschäft so gut lief, haben die deutschen Automanager etwas spät realisiert, dass China – im Gegensatz zu ihnen - voll auf E-Mobilität gesetzt hat: jedes zweite verkaufte Auto ist dort mittlerweile elektrisch. Und meist von einer chinesischen Firma entwickelt.

In China schießen die E-Auto-Hersteller nur so aus dem Boden

Über 100 Hersteller von Elektroautos sind in China aus dem Boden geschossen, berichtet Benjamin Eyssel, ARD-Korrespondent in Peking, wo die weltweit wichtigste Branchenmesse "Auto China" gerade stattfindet. Die deutschen Hersteller präsentieren sich dort Seite an Seite mit ihren chinesischen Partnern. Sie wollen zeigen, dass sie entschlossen sind, auf dem riesigen chinesischen Markt wieder aufzuholen.

"Partner in China haben übrigens alle deutschen Autohersteller", erklärt Eyssel. Denn in China sei es verpflichtend, in "Joint Ventures" mit chinesischen Herstellern gemeinsam zu produzieren. Aber die deutschen E-Autos, sofern vorhanden, seien den Chinesinnen und Chinesen einfach zu langweilig gewesen:

Zu wenig vernetzt, zu wenig Schnickschnack und auch beim autonomen Fahren waren die Autohersteller aus Deutschland im Vergleich zu China hinterher.

Dazu müsse man auch wissen: Chinas Staats- und Parteiführung habe die Energiewende von ganz oben ausgerufen und die E-Mobilität zum Staatsziel erklärt, inklusiver massiver finanzieller Förderung. "Dadurch sind sehr viele E-Auto-Startups und ein heftiger Preiskampf entstanden. Da mithalten zu können als deutscher Autohersteller, das ist unglaublich schwer."

Mercedes, VW und Co. in China: von der Konkurrenz lernen?

Was sie jedoch gleichzeitig von den Konkurrenten, aber auch Kollegen, in China lernen können und ob das Verbrenner-Segment in China gar keine Rolle mehr spielt, erklärt Korrespondent Benjamin Eyssel im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Rudolph.