Donald Trump "einfach aussitzen"? Wie sich die NATO aufstellen muss

Es ist ein Hin- und Her. Erst stoppen die USA die Entsendung von 4.000 Soldaten nach Polen. Dann kündigt Präsident Donald Trump an, dass 5.000 Mann dort stationiert werden sollen. Sicherheitsexpertin Ulrike Franke sieht für die NATO-Staaten, deren Außenminister sich im schwedischen Helsingborg treffen, nur eine Möglichkeit.

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"Wir müssen mehr selbst machen." Das ist nach Ansicht der Expertin vom European Council on Foreign Relations (ECFR), die Schlussfolgerung, die die europäischen NATO-Staaten aus Trumps Sprunghaftigkeit ziehen müssen. Das sei inzwischen erklärtes Ziel, um gegen Unzuverlässigkeit und Willkür des US-Präsidenten gewappnet zu sein. Wie erfolgreich die Europäer sein werden, bleibe offen. Denn "letztendlich versuchen wir, Trump auch auszusitzen und hoffen, dass es unter der nächsten US-Administration nicht mehr so ist".

Was wir jetzt machen, ist mehr in unsere Verteidigung zu investieren. Das ist die oberste Priorität.

Eine zweite Strategie, die die Sicherheitsexpertin beobachtet, ist der Versuch der europäischen Staaten, Einfluss auf die US-Politik zu nehmen. Die Führung in Washington solle überzeugt werden, "dass es nicht nur im europäischen, sondern auch im amerikanischen Interesse ist, eine starke NATO zu haben". Deshalb hält Ulrike Franke es für denkbar, dass Trumps Ankündigung, 5.000 Soldaten nach Polen zu entsenden, solchen Überlegungen folgt. Berater des US-Präsidenten könnten zu der Erkenntnis gekommen sein, dass "die Truppen nicht nur dafür da sind, die Europäer zu unterstützen". Das Hin- und Her könne verschiedene Sichtweisen in der US-Administration auf die Verteidigungsstrategie widerspiegeln.

Warum Trump 5.000 US-Soldaten nach Polen entsenden will

Donald Trump begründete die Absicht, 5.000 Soldaten nach Polen zu entsenden mit seinem guten Verhältnis zum polnischen rechtskonservativen Präsidenten Karol Nawrocki. Erst vor rund drei Wochen gab der US-Präsident bekannt, die Truppenstärke in Deutschland zu verringern. Davor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz Kritik am Iran-Krieg der USA geübt. Für die ECFR-Sicherheitsexpertin drängt sich deshalb der Verdacht auf, dass Trump militärische Entscheidungen nicht nach strategischen Erwägungen, sondern aufgrund von persönlicher Sympathie fällt.

Truppen wurden nicht wahllos in ein Land geschickt. Jetzt hat man zunehmend diesen Eindruck. Das ist ein riesiges Problem, weil es Abschreckung und Kampffähigkeit der NATO schwächt.

Trotz Trumps Ankündigung sei die Nervosität in Polen groß. Denn die Zahl der US-Truppen werde mit großer Wahrscheinlichkeit nicht um 5.000 Soldaten aufgestockt. "Was ich deshalb nicht sehen kann, ist eine Verstärkung der US-Präsenz an der NATO-Ostflanke." Deshalb bleibe die Schlussfolgerung für die Verteidigung Europas: "Wir müssen mehr tun."