Angesichts des schlechten Abschneidens Deutschlands bei der PISA-Studie sagt die Vorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg, Martina Scherer, in SWR Aktuell: "Wir brauchen die am besten ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen, wir dürfen niemanden in andere Bundesländer ziehen lassen." Dies betreffe alle Schularten gleichermaßen, nicht nur die Gymnasien.
Was ein mündigkeitsorientierter Bildungsbegriff bedeutet
Schülerinnen und Schüler würden bedingt durch die Digitalisierung nur noch flüchtig lesen. Der schnelle Konsum von Texten führe dazu, dass gar nicht mehr richtig "hingeschaut" werde. Im Zeitalter von Fakenews sei es wichtig, Mündigkeit in die Bildung aufzunehmen. Die Unterschiede zwischen wahr und fake müssten erkannt werden. Grundsätzlich werde deshalb das Verständnis der Sprache immer wichtiger.
Es erschreckt uns, dass bei PISA die Sprachmängel so sehr zum Vorschein kamen.
Künstliche Intelligenz könne man an manchen Stellen sehr gut einsetzen und nutzen. Einfache Zusammenfassungen der KI führten allerdings nicht dazu, dass Schülerinnen und Schüler sich das Wissen zu eigen machen könnten. "Ich [als Schüler] muss lernen, das Wissen zu vereinnahmen, damit ich es auch wieder weiß."
Leiter der deutschen PISA-Studie Prof. Samuel Greiff | 10.9.2026 PISA-Studie: Wieso schneiden die deutschen Schüler:innen so schlecht ab wie noch nie?
Die PISA-Ergebnisse sind da: Deutschland schneidet so schlecht ab wie noch nie. Der Studienleiter für Deutschland, Prof. Samuel Greiff, analysiert die Ergebnisse in SWR1 Leute.
115-prozentige Lehrerversorgung gegen Ausfälle
Der Philologenverband Baden-Württemberg fordert seit langem eine 115-prozentige Lehrerversorgung. "Das bedeutet, dass es zum Schuljahresbeginn noch eine Reserve geben sollte, falls unerwartete Dinge am Anfang vom Schuljahr passieren", so die Vorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg, Martina Scherer im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex. Wenn die Schule so abgedeckt werde, dass der Unterricht gerade funktionieren kann, dann dürfe niemand krank werden, anderenfalls habe man niemanden in der Hinterhand - dann seien Ausfälle vorprogrammiert, so Scherer.
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