PISA-Ergebnisse so schlecht wie nie: So könnte eine bessere Förderung aussehen

Die deutschen PISA-Ergebnisse sind so schlecht wie nie. Die Bildungsstudie zeigt erneut: Unser Schulsystem könnte ein update vertragen. Gisela Schmalz, Philosophin und Wirtschaftswissenschaftlerin, hätte da ein paar Tipps: Kurz gesagt gilt es, Grundfähigkeiten wie Sprachen und Naturwissenschaften zu fördern, und gleichzeitig den Umgang mit KI und digitalen Inhalten, damit Kinder und Jugendliche auch kritik- und urteilsfähig werden.

Teilen

Stand

Es ist die letzte Woche der Sommerferien in Baden-Württemberg. Nächsten Montag geht es wieder los: Unterricht, Lernen, Klassenarbeiten, Wissen abrufen,  wenn es verlangt wird. In der SWR Aktuell Serie der Woche geht es um das Thema "Zwischen Leistung und Leiden: Wie kann Schule funktionieren?" Und da passt es, dass die Ergebnisse der neuen Pisa-Studie vorgestellt werden. 25 Jahre gibt es die jetzt schon und bei der jüngsten Erhebung vor drei Jahren war erneut vom "Pisa-Schock" die Rede. In Mathematik, im Lesen und in Naturwissenschaften waren deutsche Schüler so schlecht wie noch nie. Gisela Schmalz, Philosophin und Wirtschaftswissenschaftlerin, erklärt im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch, dass die deutschen Pisa-Ergebnisse erst jahrelang besser und seit 2015 - übrigens international, nicht nur in Deutschland - wieder schlechter werden.

Kinder auch so schulen, dass sie KI und Digitales einordnen können

Außerdem wirbt sie dafür, mehr ins Bildungssystem zu investieren, weil das eine gute Zukunft für Kinder garantiert. Grundkenntnisse in Sprachen und Naturwissenschaften seien nach wie vor wichtig, betont sie, aber: "Kinder wachsen heute mit Digitalisierung und KI auf." Dadurch würden sie einerseits abgelenkt von den klassischen Fächern, würden aber auch neue Kompetenzen erwerben, die es zu fördern gelte: "Kritikfähigkeit und das Vermögen zur Einordnung und natürlich auch soziale und emotionale Fähigkeiten" müssten daher stärker berücksichtigt werden in Sachen Bildung, so die Wissenschaftlerin.

KI in Schulen Künstliche Intelligenz gegen den Lehrermangel

Immer mehr Schüler bei weniger Lehrern: Forschende haben ein System entwickelt, das durch Künstliche Intelligenz Verständnisprobleme identifiziert und Lehrkräfte so entlastet.  

Impuls SWR Kultur

Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Andreas Böhnisch
Andreas Böhnisch steht vor dem Logo von SWR Aktuell.
Onlinefassung
Alfred Schmit
SWR Aktuell-Redakteur und -Moderator Alfred Schmit