Stuttgarter Buchwochen: Warum das gedruckte Wort junge Leute wieder fasziniert

In der kalten Jahreszeit zieht man sich an freien Tagen gerne mal mit einem Buch auf die Couch zurück. Anregungen dafür kann man sich ab heute Abend auf den Stuttgarter Buchwochen im Haus der Wirtschaft holen. Dort stellen 150 Verlage Teile ihres Programms vor. Darüber spricht SWR Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex mit Tom Erben, er ist Geschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Baden-Württemberg.

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Wir feiern in diesem Jahr unseren 75. Geburtstag“, sagt Tom Erben. „Das ist ja schon ein stolzes Alter. Wir haben in dieser Zeit Generationen von Lesenden herangezogen. Ich zähle mich da auch dazu.“ Er sei aus lauter Begeisterung erst Buchhändler, dann später Verleger geworden. Die Funktion einer solchen Ausstellung sei ja unter anderem, Autoren kennenzulernen und Bücher zu entdecken. Das sei etwas, das mehr denn je von den Lesenden gesucht und gewünscht werde. Im Haus der Wirtschaft könne man darüber hinaus in vielen verschiedenen Sälen Veranstaltungen, Workshops, Lesungen, Diskussionen usw. anbieten. Es handele sich um ein Literaturfest.

Silent Book Club: Lesetreffen ohne Gespräche

„Damit kehren wir zurück zu den Ursprüngen des Lesens“, erzählt Tom Erben. Laut einer neuen Studie würden gerade die 19- bis 29-Jährigen zu 95 Prozent das gedruckte Buch wollen. Dafür gingen sie auch zu Veranstaltungen und ließen sich Bücher signieren. Die Leute wollten mit den Autoren in Kontakt kommen, schrieben teilweise selbst Bücher. Interessant sei für sie nicht nur der Bereich „Young Adult“, sie würden auch Klassiker und Romane lesen. Beim Silent Book Club sei es so, dass sich Menschen in einem geschützten Raum zum gemeinsamen Lesen treffen könnten.

Wie wichtig ist Literatur in Krisenzeiten?

„Beim Lesen können wir uns in einen persönlichen Raum zurückziehen und uns mit den eigenen, aber auch mit fremden Gedanken auseinandersetzen“, sagt Tom Erben. Gerade in Zeiten von Autokratien könnten Bücher einen Freiraum schaffen und den müsse man sich erhalten. Sein Verein setze sich unter anderem deswegen für die Freiheit des Wortes ein - auch mit der Vergabe des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Jede Buchhandlung vor Ort sei ein Hort der Freiheit und den gelte es zu unterstützen.

Wer liest auf der Buchwoche?

„Ich will an dieser Stelle nur ein paar Highlights nennen“, sagt Tom Erben. Unter anderem werde am Montag, dem 17.11., Klaus-Peter Wolf, der Erfinder und König der Ostfriesen-Krimis, da sein und auch einen Preis bekommen. Man habe am 20.11. Giulia Enders, die mit ihrem Buch „Darm mit Charme“ berühmt geworden sei. Sie habe ein neues Buch über Gesundheit geschrieben. Carsten Henn, der Autor von „Der Buchspazierer“, werde ebenfalls sein neues Buch vorstellen. Außerdem sei Pater Anselm Grün zu Gast. Und neben Caroline Wahl sei auch noch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis '90/Die Grünen) da. Moderiert werde das Ganze von Thomas Sachsenmaier.

Hier kann man bis zum 16.11.2025 noch Tickets für die 75. Stuttgarter Buchwochen gewinnen: