Bevor erneut eine Hitzewelle über Deutschland rollt, kämpfen viele Länder in Südwesteuropa mit Waldbränden. In den betroffenen Gebieten in Spanien und Frankreich mussten hunderttausende Bewohner ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Ihnen droht, dass ihr Zuhause den Flammen zum Opfer fällt.
Informieren und reagieren
Bei weitem nicht so dramatisch ist die Sorge der Menschen im Südwesten Deutschlands, dass ihr Urlaub nicht wie geplant stattfinden kann. Mit dem Start der Sommerferien machen sich auch in Baden-Württemberg viele Familien auf den Weg in Richtung Atlantikküste. Für sie sei es sinnvoll, das Waldbrandgeschehen im Blick zu behalten, meint ADAC-Reiserechts-Expertin Ellen Stamer. "Ist das eigene Reiseziel betroffen, braucht man die Reise gar nicht antreten", so Stamer. Eine Stornierung sei meist unkompliziert möglich. Sei man jedoch schon Richtung Urlaubsziel unterwegs, gelte Folgendes: "Ist das Ziel nicht bewohnbar, kommt man auch aus dem Vertrag raus", so die Reiserechts-Expertin.
Wann welche Ansprüche gelten
Sie weist darauf hin, dass Pauschalreisende generell einen etwas besseren Schutz hätten und klare Ansprechpartner. Individualreisende müssten selbst Kontakt zur Fluggesellschaft oder dem Ferienhausvermieter aufnehmen. Aber auch hier gelte: "Wenn die Anbieter die gebuchten Leistungen nicht erbringen können, dann entfällt die Leistung und ich bekomme das Geld zurück."
Was Reisende wissen müssen Wenn es am Urlaubsort brennt
In ganz Europa wüten derzeit Waldbrände, besonders heftig in Frankreich und Spanien. Auch beliebte Urlaubsregionen sind von den Feuern betroffen. Was Reisende jetzt wissen müssen.
Anders sieht es aus bei Einschränkungen wie Rauchbelästigung. Bestehe keine Gesundheitsgefährdung, sei ein Anspruch auf kostenfreie Stornierung nicht gegeben. Man könne lediglich auf Kulanz hoffen, so die Reiserechts-Expertin. Und auch eine Reiserücktrittsversicherung gelte nur in bestimmten Fällen: "Normalerweise decken Reiserücktrittsversicherungen nur persönliche Verhinderungsfälle des Reisenden ab." Naturkatastrophen seien in der Regel nicht abgedeckt. Habe man eine, lohne es sich in jedem Fall, in die Versicherungsbedingungen reinzuschauen, sagt Stamer im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch.