Weg mit dem Tag der Arbeit!

Wir arbeiten zu wenig. Sagen unser Bundeskanzler und Wirtschaftsfachleute. Der Feiertag „Tag der Arbeit“ muss weg, meint Peter Knetsch in seiner Kolumne. Feedback? Gerne! Kolumne@swr.de

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Von Autor/in Knetsch, Peter

Zu viele Feiertage: Weg mit dem „Tag der Arbeit“!

Ich bin für Abschaffen. Braucht kein Mensch. Tag der Arbeit, ein Feiertag?! So ein Quatsch – schon im Wortsinn ein einziger Widerspruch. Am Tag der Arbeit wird gefälligst gearbeitet, am besten in Doppelschicht und ohne Bezahlung. Für mehr Bruttoinlandsprodukt, für mehr Wohlstand, für Deutschland und für Mutti! Denn wenn wir nach der Doppelschicht noch schnell die Einkäufe und den Haushalt für Mutti erledigen, dann strukturiert das den Tag besser. Und wir könnten uns gedanklich schon auf Muttertag vorbereiten, ist ja auch bald, zum Glück ein Sonntag und nicht noch so ein unnützer Feiertag. An dem wir ohnehin nur so dahinlottern und nichts Produktives tun. Erholung ist was für Weicheier; keine Freizeit, keine dummen Gedanken, keine Zeit für Burnout, Innehalten und andere Zeitgeist-Krankheiten. So! Und mal ganz ehrlich: Für was steht denn dieser sogenannte Tag der Arbeit? Acht-Stunden-Tag, faire Löhne, Arbeitsschutz, soziale Gerechtigkeit! Braucht man das noch? Ist das noch zeitgemäß? Pfff! Dann könnte man ja gleich SPD wählen!

So, dann ist das geklärt. Also meine einzelne unerhebliche Meinung dazu. Wenn wir aber schon über Meinung und Arbeit reden: Warum machen sich Meinungsforscher absurd unnötige Arbeit? Wieso gibt es Umfragen, in denen Menschen gefragt werden, ob es einen Feiertag weniger geben soll? Völlig überraschend sind in einer kürzlich veröffentlichten Forsa-Umfrage die allermeisten Arbeitnehmer – halten Sie sich fest – DAGEGEN! Und noch eine zutiefst spannende Erkenntnis aus der Umfrage. Bei Unionsanhängern sind nur drei von zehn für die Abschaffung eines Feiertags, bei AFD und Linken sogar noch weniger. Die Meinungsforscher wollten auch SPD-Anhänger und Liberale fragen, konnten aber keine finden.

Im Ernst: Wieso halten uns diese Meinungsforscher mit derlei Fuppes-Umfragen von der eigentlichen Arbeit ab? Wieso fragen sie nicht gleich, ob fließendes Wasser eine gute Erfindung ist? Oder eine repräsentative Auswahl an Vampiren, ob sie lieber Limo statt Blut trinken würden?

Nochmal: Ich bin für Abschaffen. Also dämliche Meinungsumfragen. Braucht kein Mensch. Und stört bei der Doppelschicht.