Neue Teleskope in Meßstetten zum Schutz vor Weltraumschrott

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Auf dem Truppenübungsplatz im baden-württembergischen Meßstetten entstehen zwei acht Meter hohe Teleskope. Die Bundeswehr baut diese als Teil einer neuen Weltraumüberwachung. Im September soll die Anlage einsatzbereit sein und ermöglichen, den Weltraumschrott besser im Blick zu haben. "Das ist notwendig, um die bundeswehreigenen Fähigkeiten zu schützen, aber vor allem auch die zivilen Fähigkeiten", sagt Dorothee Frank, Expertin für Wehrtechnik und Verteidigung. Die Menschheit sei aktuell sehr stark von Satelliten gestützten Fähigkeiten wie GPS abhängig und diese gelte es zu schützen. Denn wenn ein Weltraumschrottteil einen Satelliten zerstören würde und dieser nicht mehr kontrolliert in die Erdatmosphäre eintreten könnte, würde weiterer Schrott entstehen und womöglich weitere Satelliten zerstören.

Weltraumüberwachung statt Weltraumverteidigung

Die in Meßstetten entstehenden Teleskope der Bundeswehr können nach Ansicht der Expertin allerdings nicht mit Sprengstoff bestückte Satelliten erkennen. Nach Einschätzungen der US-Regierung arbeitet Russland daran, einzelne Satelliten mit nuklearem Sprengkopf zu bestücken. "Russland würde damit das Völkerrecht brechen, denn die Bewaffnung des Weltraums ist eindeutig verboten."

Die Bundeswehr-Teleskope in Meßstetten sind dafür ausgelegt, Kollisionen im Weltall zu vermeiden sagt Dorothee Frank im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch.