"Das hat verschiedene Gründe. Wir sind sowohl auf Seiten der Pflege, aber auch auf Seiten der Zahnmedizin, für dieses Thema noch nicht ausreichend sensibilisiert. In den letzten 40 Jahren hat sich außerdem der Mund stark verändert", sagt Ludwig. Früher hätten ältere pflegebedürftige Menschen eine Totalprotese getragen. Die sei dann mal kaputt gegangen oder es hätten sich Pilze gebildet. "Damit konnte man relativ gut umgehen. Wenn aber über die 40 Jahre zahnärztliche Prävention die Menschen noch viele eigene Zähne und einen technisch Aufwändigen Zahnersatz im Mund haben, dann ist das eine ganz andere Herausforderung."
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Pflegekräfte müssen besser ausgebildet werden
"Bei Pflegekräften gibt es in meinen Augen eine große Verunsicherung. Das Thema ist in der Ausbildung noch nicht so stark implementiert. Auch in der Zahnmedizin haben wir da noch einiges aufzuholen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir besser werden."
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Nicht alle Zahnärzte machen Hausbesuche
"Die aufsuchende Betreuung gehört auch mit zum Versorgungsauftrag. Das wissen viele Zahnärzte nicht. Dafür müssen wir sie sensibilisieren. Wenn ich eine Kassenzulassung habe, dann ist das seit 2018 in den Verträgen festgeschrieben. Das würde bedeuten, wenn ein Angehöriger oder eine betreuende Person anruft, kann man zumindest mal sagen, ich komme vorbei." Man könne natürlich bei einem Hausbesuch nicht alle Leistungen erbringen, wie in einer Praxis, so Ludwig.
Wichtig ist der Kontakt zu den Menschen
"Es ist wichtig, Verläufe zu beobachten. Viele Menschen sind, wenn sie zu Hause gepflegt werden, stabil, aber andere rutschen sehr schnell ab. Zum Beispiel, wenn sie sehr viel Zucker konsumieren und dann nicht aus dem Bett kommen, um sich die Zähne zu putzen", erklärt Ludwig. Er würde sich wünschen, dass Zahnärzte und Pflege die Menschen gut im Auge haben und gut begleiten. Auf jeden Fall könne man Angehörigen anleiten, was sie selber tun können, um die Mundgesundheit aufrechtzuerhalten: welche Zahnbürste, welche Zahnpasta, welche Körperhaltung usw.
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