Plüschsofas, Samtvorhänge, Zigarrenrauch, Champagner, kluge Köpfe und revolutionäre Ideen – das sind die Bilder, die aufploppen, wenn man an einen "Salon" denkt. Salons sind seit jeher kulturell und historisch aufgeladene Orte, an denen Ideen funkeln, Kultur blüht und Begegnungen stattfinden. Ein Ort der ein Symbol für Luxus und Eleganz ist, gleichzeitig aber auch ein Ort des Austauschs und intellektueller Debatten, zu dem auch die Zugang haben, denen der öffentliche Diskurs ansonsten verwehrt bleibt.
Die SWR Kultur Matinee widmet sich der Geschichte und der Bedeutung dieses faszinierenden Formats. Wir reisen zurück zu den Anfängen der Salonkultur, als Madame Rambouillet in Frankreich Bürgerliche, Adlige, Männer, Frauen, Dichter und Denker um sich herum versammelte und Raum für intellektuellen Austausch schuf. Wir sprechen über den Einfluss der jüdischen Salons in Berlin und warum der Salon über Jahrhunderte hinweg ein rein weibliches Phänomen war.
Wir beleuchten den schillernden Topos des "Salonlöwen", der als charmanter Mittelpunkt einer Gesellschaft gilt, aber doch irgendwie zahnlos bleibt, und tauchen ein in die Klangwelt der Salonorchester. Und beim Salonfestival erfahren wir, wie eine moderne Form der Salonkultur heute gelebt wird. Dass der Salon auch heute noch eine Art Güteausweis ist, ein Titel der so gut wie alles adelt, auch das beleuchten wir im Verlauf der Sendung.
Der Spielsalon wird da zum Beispiel zu einem Ort der Alltagsflucht, der Waschsalon dient vor allem im Film als Schauplatz für ungewöhnliche Begegnungen und Austausch mit Tiefgang, wo man es nicht vermuten würde. Und warum der Begriff der "Salonfähigkeit" im politischen Diskurs vielleicht eher nichts verloren hat, weil er ausgrenzt und nicht integriert, darüber unterhalten wir uns auch.
Die Matinee in SWR Kultur beleuchtet heute den Salon – einen Ort von begrenztem Raum, aber großer geistiger Weite. Treten Sie ein!
Gesprächspartnerinnen der Sendung sind die Historikerin Dr. Hannah Lotte Lund, die zur Kulturgeschichte des Salons, speziell zu den jüdischen Salons in Berlin geforscht hat, der Klarinettist Anton Hollich, der nicht nur im SWR Sinfonieorchester spielt, sondern auch im Salonorchesters Baden-Baden, und Dr. Nils Meyer-Ohlendorf, der sich als Politologe und Leiter des Ecologic Instituts Berlin und einer der Gründer und Gesellschafter von Democracy Reporting International immer wieder Gedanken macht, über Begriffe die den politischen Diskurs prägen.
Redaktion: Monika Kursawe
Musikredaktion: Judith Bühler