12.4.1968

DDR-Nachrichten über Anschlag auf Rudi Dutschke

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Stand

Von Autor/in ARD Archivradio

Auch der DDR-Rundfunk berichtet über den Anschlag auf Rudi-Dutschke und die anschließenden Ausschreitungen. Hier die 18-Uhr-Ausgabe der DDR-Nachrichten am Tag nach dem Anschlag. Typisch für den DDR-Rundfunk – und für westliche Ohren ungewohnt – sind die oft wertenden Formulierungen in Nachrichtensendungen:

"Tausende von Westberlinern demonstrieren zur Stunde gegen den heimtückischen Mordanschlag auf den führenden SDS-Funktionär Rudi Dutschke. Auf mitgeführten Transparenten werden der Rücktritt des Schütz-Senats, die Enteignung des Springerkonzerns sowie die Bildung einer antifaschistischen Einheitsfront gefordert.

Auf dem Kurfürstendamm versuchten die unter dem direkten Kommando des SS-Verbrechers Werner stehenden und in höchster Alarmbereitschaft versetzten Polizeibüttel unter brutalem Einsatz von Schlagstöcken, Rauchbomben, Reiterstaffeln und Wasserwerfern die Demonstranten auseinander zu treiben. Unter dem Gesang der Internationale gelang es schließlich, den empörten Bürgern die dicht gestaffelten Polizeiketten zu durchbrechen und sich erneut zu einem Protestzug zu vereinigen.. "

1.8.1967 Umfrage: Dürfen Studenten demonstrieren?

1.8.1967 | Nach den Ereignissen um den Schah-Besuch folgen weitere Studentendemonstrationen – gegen den Vietnamkrieg, gegen den Springer-Verlag, gegen die verkrusteten Strukturen an den Universitäten. Das gefällt nicht jedem: Nur 40 Prozent der westdeutschen Bevölkerung finden es im Jahr 1967 in Ordnung, dass Studierende auch für politische Ziele demonstrieren.

24.1.1968 Studenten empören sich über Numerus clausus

24.1.1968 | Die Zulassung zum Studium soll durch einen Numerus clausus beschränkt werden. Studentenvertreter sind empört; sie halten dies für verfassungswidrig.

17.2.1968 Rudi Dutschkes Rede auf dem Internationalen Vietnamkongress

17.2.1968 | Der Sozialistische Deutsche Studentenbund organisiert den Internationalen Vietnamkongress im Auditorium Maximum der TU Berlin. 5.000 Teilnehmer aus 14 Ländern waren gekommen – eines der zentralen Ereignisse der deutschen Studentenbewegung. Wichtigste Akteure sind Karl Dietrich Wolff und Rudi Dutschke. Wir hören die Rede von Rudi Dutschke – zwei Monate vor dem Anschlag auf ihn.

22.2.1968 Studenten sollen Mitbestimmung bekommen

22.2.1968 | Als neugewählter Präsident der Rektorenkonferenz kündigt Hans Rumpf an, Studenten mehr Mitbestimmung zu geben. Gleichzeitig erklärt er den geplanten Numerus clausus.

9.4.1968 Günter Grass zu Studentenbewegung und Prager Frühling

9.4.1968 | Grass' Vortrag wurde zwei Tage vor dem Attentat auf Rudi Dutschke im Rundfunk ausgestrahlt. Grass spricht auch über die Ereignisse in der Tschechoslowakei.

11.4.1968 Attentat auf Rudi Dutschke – Live-Reportage vom Tatort

11.4.1968 | Vor dem Büro des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) am West-Berliner Kurfürstendamm schießt der junge rechtsextreme Hilfsarbeiter Josef Bachmann dreimal auf Rudi Dutschke. Ein Reporter schildert die Situation.