Gesundheit

Fuchsbandwurm oft unentdeckt - wie hoch ist das Risiko?

Der Befall mit dem Fuchsbandwurm gilt als selten und gut behandelbar. Doch eine neue Studie zeigt: Viele Fälle bleiben unentdeckt. Die wichtigsten Infos zu Schutz, Symptomen und Behandlung.

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Von Autor/in Marlène Seibold

Laut einer neuen Übersichtstudie ist der Fuchsbandwurm in Europa stärker verbreitet als bisher angenommen. Mit dem Alpenraum gehören auch Teile Deutschlands der Studie zufolge zum Hotspot der Verbreitung.

Trotzdem bleibt die Erkrankung selten. In Deutschland gibt es jährlich wenige Dutzend erfasste Fälle. Die Dunkelziffer könnte laut der neuen Studie jedoch höher liegen. Grund dafür ist auch, dass sich eine Infektion häufig durch unspezifische Symptome äußert. Antworten auf die wichtigsten Fragen finden Sie hier:

Wo kommt der Fuchsbandwurm in Deutschland vor?

Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der für den Menschen unbehandelt tödlich sein kann. Das kommt jedoch sehr selten vor: Jährlich wird in Deutschland bei etwa 50 Personen ein Fuchsbandwurmbefall festgestellt. Statistisch gesehen ist es wahrscheinlicher, vom Blitz getroffen zu werden.

In Deutschland ist der Fuchsbandwurm vor allem in den südlichen Bundesländern und in den Bundesländern im Osten zu finden. Er befällt vor allem Füchse, aber auch andere kleinere Säugetiere wie den Marderhund.

Schild von Forstverwaltung im Wald, welches vor dem Fuchsbandwurm warnt. Der Fuchsbandwurm kann auch für Menschen gefährlich sein. Doch die Gefahr, sich mit dem Parasiten zu infizieren und ernsthaft daran zu erkranken ist vergeichweise gering.
Der Fuchsbandwurm kann auch für Menschen gefährlich sein. Doch die Gefahr, sich mit dem Parasiten zu infizieren und ernsthaft daran zu erkranken ist vergeichweise gering. IMAGO / blickwinkel

Wie wird der Fuchsbandwurm übertragen?

Bei befallenen Tieren oder Menschen nistet sich der Parasit im Dünndarm ein und wird zwei bis vier Millimeter groß. Ist ein Fuchsbandwurm geschlechtsreif legt er Eier, die dann über den Kot des Wirtes ausgeschieden werden und in die Umwelt gelangen. So können die Nachkommen weitere Wirte befallen - zum Beispiel den Menschen.

Eine Übertragung über "infizierte" Waldbeeren ist im Übrigen sehr unwahrscheinlich. Das ist ein Mythos, der sich hartnäckig hält.

Welche Symptome treten auf?

Der Mensch infiziert sich in der Regel durch das versehentliche Essen von Fuchsbandwurmeiern. Dazu später mehr. Im Körper entwickeln sich die Eier zu Larven und nisten sich primär in der Leber ein. Über Jahre hinweg bilden sie dort tumorartige Wucherungen.

Die Diagnose einer Erkrankung wird meist erst nach Jahren oder sogar Jahrzehnten gestellt. Grund dafür sind die recht unspezifischen Symptome wie Müdigkeit oder Schmerzen im Oberbauch. Nach einer Diagnose ist eine Fuchsbandwurmerkrankung jedoch in der Regel gut behandelbar, etwa mit Wurmmitteln oder durch eine Operationen.

Fuchsbandwürmer in infizierter Leber. Der Fuchsbandwurm kann auch für Menschen gefährlich sein. Doch die Gefahr, sich mit dem Parasiten zu infizieren und ernsthaft daran zu erkranken ist vergeichweise gering.
In Süddeutschland ist das Risiko einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm am höchsten. Letztlich erkranken jedoch sehr wenige an dem Parasiten. picture alliance / Zoonar | Dr. Norbert Lange

Wer ist besonders gefährdet?

Auffällig ist, dass überdurchschnittlich viele Erkrankte in der Landwirtschaft arbeiten. Aber auch andere Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko, mit den Eiern des Fuchsbandwurms in Kontakt zu kommen.

Dazu gehören Hobbygärtner mit einem Küchen- oder Gemüsegarten. Denn nicht selten kann es passieren, “dass man (...) die Eier, die an den Händen haften, nach Arbeit im Garten verschluckt”, berichtet Beate Grüner, Infektiologin an der Uniklinik Ulm.

Hunde, die gerne in der Erde wühlen oder Mäuse jagen, haben ein erhöhtes Risiko, sich zu infizieren und selbst Wirte zu werden. So könnten auch Hundebesitzer verstärkt in den Kontakt mit Fuchsbandwurmeiern kommen.

Bei Menschen, die in ihrer Freizeit gerne wilde Pilze und Beeren sammeln, konnte jedoch kein häufigeres Auftreten von Fuchsbandwurmerkrankungen festgestellt werden.

Tatsächlich kommen die meisten Menschen in ihrem Leben mit den Eiern des Fuchsbandwurms in Kontakt. Doch in 99 Prozent der Fälle werden die Eier vom Immunsystem bekämpft und erreichen nicht das Larvenstadium. Daher erkrankt nur ein Bruchteil der Infizierten. Besonders gefährdet sind immungeschwächte Personen.

Wie kann man sich vor einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm schützen?

Völlig ungefährlich ist der Bandwurm trotzdem nicht. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lässt sich dieses Restrisiko aber eindämmen. Alles, was potenziell infizieren könnte, sollte gewaschen werden, rät Professorin Beate Grüner.

Ebenso wichtig sei das Händewaschen nach Kontakt mit Erde oder nach Gartenarbeit, nach dem Streicheln von Hunden und nach landwirtschaftlicher Arbeit. Außerdem sollten Haustierbesitzer an das regelmäßige Entwurmen ihrer Hunde und Katzen denken, erklärt die Expertin.

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