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ChatGPT: Neuer Gesundheitsbereich beantwortet in den USA Fragen zu Krankheiten

In den USA soll ChatGPT Fragen zu Krankheiten beantworten und auf sensible Daten zugreifen können. In der EU arbeiten teils einzelne Arztpraxen an solchen Anwendungen.

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Von Autor/in Pascal Kiss

Anfang Januar hat OpenAI einen neuen Gesundheitsbereich für ChatGPT vorgestellt. In den USA können Patientinnen und Patienten mit dem Tool in Zukunft auch auf ihre Gesundheitsdaten zugreifen.

In der EU ist der neue Gesundheitsbereich unter anderem wegen strengerer Datenschutzbestimmungen noch nicht verfügbar. Auch andere Unternehmen arbeiten in der EU an ähnlichen Lösungen. Teils entwickeln einzelne Arztpraxen auf Grundlage von Open-Source-KI-Modellen ihre eigenen Anwendungen. Wann werden KI-Chatbots zum selbstverständlichen Begleiter?

Wie KI Patientinnen und Patienten selbstbewusster machen soll

"Ich habe heute Endometriose-Schübe. Was kann ich tun, um mich besser zu fühlen?", fragt eine Frau in einem Werbevideo von OpenAI. Der neue Gesundheitsbereich soll Menschen zu wissenden und selbstbewussten Patientinnen und Patienten machen, so die Werbebotschaft von OpenAI. Das Angebot soll Patienten bei Alltagsfragen, aber auch im Umgang mit Krankheiten helfen.

"Aus meiner Sicht werden die Patienten tatsächlich anders durch die Language Models. Früher hatten wir Dr. Google, jetzt haben wir Dr. KI", sagt Hausarzt Wolfgang von Meißner. "Bei Dr. Google war es eine punktuelle Abfrage nach Wissen, das irgendwo im Netz vorhanden war. Bei den Language Models können die Patienten ganz viel Kontext mitgeben und dann eine Frage stellen.", erklärt von Meißner.

Er hat ein Start-up mitgegründet, das KI-Anwendungen für Hausarztpraxen entwickelt und sieht in KI-Modellen großes Potential. Für viel Aufmerksamkeit sorgt jetzt der neue KI-Gesundheitsbereich von OpenAI, den das Unternehmen mit 260 Ärzten zusammen entwickelt hat.

Neuer Gesundheitsbereich in den USA lässt sich mit Patientenakte verbinden

Wegen falscher Auskünfte zu Gesundheitsfragen und möglicher Einflüsse auf Suizide war OpenAI zuletzt aber auch immer wieder in der Kritik. Der neue Gesundheitsbereich von ChatGPT kann in der Europäischen Union und in Großbritannien noch nicht genutzt werden – was wahrscheinlich vor allem an den strengeren Datenschutzvorgaben liegen wird.

In den USA dagegen lässt sich der neue KI-Gesundheitsbereich schon jetzt auch mit der eigenen Patientenakte verbinden. Dann können Patienten direkt Fragen zu ihrer Diagnose stellen, quasi als Zweitmeinung jederzeit verfügbar durch KI.

"Wenn die möglichst viel weiß, sprich meine gesamte Akte kennt, dann kann ich natürlich als Patient mit wenigen einfachen Fragen oder Symptomen in einem ganz anderen Kontext Antworten erwarten von der KI.", so Hausarzt von Meißner.

Patienten können also in den USA spezifisch zu eigenen Gesundheitsfragen Antworten bekommen: "Was sind mögliche Ursachen für eine Krankheit? Welche Therapien gibt es noch?", sind mögliche Fragen. Aber gibt es in Zukunft auch datenschutzfreundlichere Varianten für die EU, neben den großen Anbietern wie OpenAI?

"Wir haben eigene Modelle, die wir hier bei uns lokal betreiben. Die funktionieren für so was auch erstaunlich gut.", sagt dazu Felix Nensa, Professor für Radiologie mit Schwerpunkt KI am Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin am Universitätsklinikum Essen. Die Klinik testet KI-Modelle, bei denen die Server selbst im Klinikum stehen und schauen auf viele andere datenschutzfreundlichere Lösungen.

Eine Ärztin sitzt mit Tablet und Handy am Tisch
In manchen Arztpraxen wird schon auf KI als Unterstützung gesetzt. imagebroker

KI hilft bereits allem bei der Dokumentation, aber auch der Diagnose

Die KI-Modelle sind gut genug, um im medizinischen Alltag helfen zu können. Wolfgang von Meißner spart dank KI vor allem Zeit bei der Dokumentation. Aber er nutzt das System teilweise auch zur Unterstützung bei der Diagnose.

Die Technik dafür sei bereits da, sie müsse in Zukunft nur genutzt werden. Das ist der Stand bei der Anwendung von KI in den Kliniken und Arztpraxen. Der neue KI-Gesundheitsbereich von OpenAI richtet sich aber vor allem an die Patientinnen und Patienten.

Laut OpenAI stellen Millionen Menschen bereits Gesundheitsfragen an ChatGPT – etwa 230 Millionen Nutzerinnen und Nutzer pro Woche. Auch bei anderen KI-Anbietern ist das Interesse in diesem Bereich hoch, auch wenn genaue Angaben zur Nutzung fehlen.

Schon jetzt suchen viele Menschen gesundheitlichen Rat bei KI

Mit dem neuen Tool sollen Nutzende ihren Arztbesuch vorbereiten oder Laborergebnisse analysieren lassen -- und im Alltag jederzeit Hilfe bei den häufigsten Gesundheitsfragen bekommen:

"Ich glaube, KI kann da ganz viel leisten. Vieles, was die Großmutter noch wusste, ist ja irgendwie verloren gegangen, oder wir trauen uns nicht mehr so viel Gesundheitskompetenz zu.", sagt Hausarzt von Meißner.

Durch den neuen KI-Gesundheitsbereich des wahrscheinlich bekanntesten Anbieters werden in Zukunft voraussichtlich noch mehr Menschen mit KI nach Informationen suchen. Wann der KI-Bereich auch in der EU und damit in Deutschland zur Verfügung steht, ist noch nicht bekannt. Aber schon jetzt nutzen vermutlich Millionen Deutsche KI-Sprachmodelle bei Gesundheitsfragen.

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Pascal Kiss
Portraitbild des Multimedia-Reporters und Redakteurs Pascal Kiss hinter einer blauen Polygonwand
Onlinefassung
Leila Boucheligua