Technik

Uni Hohenheim testet Scan-Fahrzeug zur Parkraumüberwachung

Um die Kontrolle der Falschparker effizienter zu gestalten, wird an der Uni Hohenheim gerade ein Scan-Fahrzeug getestet, das nicht 50 Autos pro Stunde kontrollieren kann, wie Mitarbeiter des Ordnungsamtes, sondern 1000 geparkte Fahrzeuge überprüft.

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Von Autor/in Frank Wittig

Falsch geparkte Autos sind ein Ärgernis – und eine Gefahr. Sie können den Verkehr behindern, Radfahrer zu riskanten Ausweichmanövern zwingen oder für Menschen, die mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen unterwegs ein ernstes Hindernis darstellen.

Scan-Fahrzeug kontrolliert auf Falschparker und Schwarz-Parker

Ein neues Scan-Fahrzeug, das die Uni Hohenheim nun testet, erkennt die Kennzeichen und die Position der Fahrzeuge. Damit sind sind es zwei Kontrollen, die das Scan-Fahrzeug durchführt. Zum einen geht es um Falschparker und zum anderen um Schwarz-Parker, also Fahrzeuge, die auf einem kostenpflichtigen Platz stehen, für den aber nicht bezahlt wurde.

Für Anwohnerparken gibt es Datenbanken mit den parkberechtigten Fahrzeughaltern. Die werden im Scanfahrzeug in Bruchteilen von Sekunden mit den Daten aus dem Scan-Vorgang abgeglichen. So lassen sich hier Schwarzparker sehr einfach ermitteln. Aber wie ist das bei Plätzen mit Parkautomaten?

Parkautomaten müssen nachgerüstet werden

Den kleinen Parkschein hinter der Windschutzscheibe kann das Scan-Fahrzeug nicht lesen. Hier müssen die Kommunen ihre Parkautomaten technisch nachrüsten, sagt Andreas Fleischmann von DEX-Innovations, die das Scanfahrzeug entwickelt haben und es international vertreiben:    

"Egal ob jetzt auch in Tschechien, in Prag, in Budapest, überall stehen Fahrscheinautomaten mit der Eingabemöglichkeit von Kennzeichen. Nur wir, wir sind da noch so das gallische Dorf."

Schild, auf dem steht, dass dort nur Anwohner parken dürfen und mit Parkschein. Scan-Fahrzeug soll Falschparker erkennen.
Mit einer Datenbank, die die Kennzeichen der parkberechtigten Fahrzeughalter enthält, werden im Scanfahrzeug die Scans der Parksituation abgeglichen, um so Schwarzparker zu ermitteln.

Es werde nicht lange dauern, dann würden die Parkautomaten entsprechend nachgerüstet. Wenn am Parkautomaten das Kennzeichen erfasst wird, steht es in der Datenbank und das Scan-Fahrzeug weiß, wer bezahlt hat und wer nicht.

Parkraumüberwachung basiert auf Bilddaten und Entfernungsmesser

Und mit welcher technologischen Ausstattung ist das Scan-Fahrzeug imstande alle wichtigen Daten so präzise zu erfassen? Andreas Fleischmann erklärt:

"Die Basis der Technologien ist die Kombination aus Bilddaten und einem 3D-Entfernungsmesser, einem Messgerät, das auf Lasertechnologie beruht mit dem auf Zentimeter genau Entfernungen gemessen werden können."

In den Bilddaten steckt das Kennzeichen des Fahrzeugs und der Laserscanner zeigt exakt, wo das Fahrzeug in der Stadt steht. Damit erkennt das Scan-Fahrzeug auch Falschparker auf Gehwegen, an Feuerwehreinfahrten oder im Kreuzungsbereich mit der erforderlichen Präzision und kann über das Ordnungsamt die Ahndung der Ordnungswidrigkeiten veranlassen.

Zusätzliche Sammlung von Daten für die zukünftige Stadtplanung

Noch einen dritten Service soll die Scantechnik bieten. Diesmal nicht für das Ordnungsamt, sondern für die Stadtplaner – die Parkraumanalyse, so Fleischmann:  

"Jeder von Ihnen hat sicher schon Studenten mit Klicktastern und Klemmbrettern durch die Straßen laufen sehen. Wir machen mit unseren Fahrzeugen exakt das gleich, nur eben digitalisiert und automatisierbar."

So kommen umfangreiche Daten für die Stadtplanung zusammen. Denn in Zukunft könnten in Städten nicht mehr so viele Parkplätze gebraucht werden, wenn Car-Sharing-Modelle und Roboter-Taxis sich so verbreiten werden, wie es ökologisch sinnvoll ist. 

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Frank Wittig
Frank Wittig, Reporter für SWR Wissen aktuell
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Leila Boucheligua