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Warum wird das Wasser knapp? Es gibt doch einen geschlossenen Wasserkreislauf

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Von Autor/in Gábor Paál

Wenn von Wasserknappheit die Rede ist, geht es meist um einzelne Regionen; das kann mal Kalifornien sein, mal Ostafrika. An manchen Stellen ist der Wassermangel chronisch – mit der Folge, dass große Binnengewässer wie etwa der Aralsee oder das Tote Meer austrocknen. In all diesen Fällen hat das nichts damit zu tun, dass sich die Gesamtmenge an Wasser auf dem Globus ändern würde. Ausschlaggebend ist vielmehr die Verteilung des Wassers.

Klimawandel: Wüstenzone Nordafrikas hat sich nach Südeuropa ausgedehnt

Das kann zum einen mit dem Klima zusammenhängen. Weltweit gesehen nehmen die Niederschläge infolge des Klimawandels tendenziell zu – der Wasserkreislauf wird beschleunigt, es verdunstet mehr und infolgedessen regnet es auch mehr. Nur regnet es eben nicht überall auf der Erde gleichmäßig, sondern an manchen Stellen mehr, an anderen weniger.

Selbst wenn übers Jahr gesehen die Niederschläge in einer Gegend gleich bleiben, kann es passieren, dass es mal wochenlang nicht regnet – dann herrscht dort Wasserknappheit. Durch den Klimawandel beispielsweise hat sich die Wüstenzone Nordafrikas schon nach Südeuropa ausgedehnt, sodass dort das Wasser verstärkt knapp ist. Anderswo auf der Erde regnet es dafür mehr. Kurz: Regionale Wasserknappheit kann einfach durch eine ungünstige Verteilung der Niederschläge entstehen.

Landwirtschaft und Wassernutzung haben großen Einfluss auf Wasserknappheit

Ein aber fast noch wichtigerer Auslöser für Wasserknappheit ist die Art der Wassernutzung. Warum trocknet der Aralsee aus? Weil riesige Mengen an Wasser, die früher in den See geflossen sind, abgezweigt werden zur Bewässerung der Baumwollplantagen. Und alles Wasser, das ich für Landwirtschaft verwende, geht in dem Sinne verloren, dass es nicht mehr für andere Zwecke zur Verfügung steht – auch nicht als Trinkwasser.

Natürlich transpirieren die Baumwollpflanzen das Wasser, das sie zum Wachsen benötigen auch wieder in die Atmosphäre – aber es regnet dann eben nicht über dem Aralsee nieder – wo es normalerweise hingeflossen wäre – sondern anderswo. Das ist global gesehen das Problem: Eine immer größere Menschheit benötigt immer größere Ackerflächen. Deshalb wird immer mehr Regenwasser oder Flusswasser zur Bewässerung von Pflanzen eingesetzt. Es verdunstet, gleichzeitig sinkt der Grundwasserspiegel – so entsteht Wasserknappheit.

Geophysik Niederschlag zu Urzeiten: Seit wann gibt es Regen?

Den irdischen Wasserkreislauf gibt es laut einer neuen Studie wohl schon länger als bisher angenommen. Auch das Leben auf der Erde könnte somit schon früher entstanden sein.

Umwelt Wassermangel am Aralsee – Eine Region erfindet sich neu

Noch in den 1960er-Jahren war der Aral der viertgrößte See der Welt. Heute ist von ihm kaum etwas übrig. Neue Ideen sollen den weltweit beispielhaften Wasserkonflikt entschärfen.

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