Das Experiment
Vom 13. bis 15. Februar 2026 machen wir etwas, das es so noch nie gab: Wir bringen ein zehnköpfiges Ensemble des SWR Symphonieorchesters ins Studio X in Baden-Baden – live, analog, mit allem Drum und Dran. Parallel dazu entwickeln sieben ausgewählte Game-Development-Teams aus dem deutschsprachigen Raum in Echtzeit neue Spiele. Die Vorgabe: Die Musik ist nicht Background. Sie ist Gameplay.
Twitch meets Konzerthalle. Code meets Klassik. Nerd Culture hoch zwei.
Das ist kein Game Jam, bei dem sich Dev-Teams irgendwelche Assets aus dem Internet ziehen. Hier bekommen sie professionell aufgenommene Orchesterstücke direkt in die Hand – und müssen daraus interaktive Erlebnisse schaffen. Rhythmus wird Mechanik. Melodie wird Storytelling. Dynamik wird Level-Design.
Und ihr könnt live dabei sein, wie das passiert.
Warum wir das machen? Weil Innovation keine Komfortzone kennt.
Im SWR X Lab entwickeln wir digitale Formate für Menschen, die Netflix, TikTok und Gaming als Selbstverständlichkeit sehen, nicht als „neue Medien“. Unser Job: Klassik dorthin bringen, wo sie niemand erwartet. Und dabei lernen, was funktioniert, wenn zwei Welten aufeinanderprallen, die eigentlich nie zusammenkommen. Wir verkuppeln zwei ikonische Nerd-Kulturen miteinander und ihr Kind ist unser Game Jam.
Das Learning-Goal?
Wenn Musik nicht nur Atmosphäre schafft, sondern selbst Inhalt wird. Wenn Klassik nicht erklärt werden muss, sondern einfach funktioniert, weil sie zum Game-Erlebnis gehört. Unser Ansatz folgt dabei dem bewährten Innovations-Prinzip "Copy, Transform, Combine" aus Kirby Fergusons "Everything is a Remix":
Copy – Wir lernen durch Nachahmen: Vom Feasibility-Test beim "THE LÄND Global Game Jam" 2025 bis zu diesem Leuchtturmprojekt haben wir verstanden, wie erfolgreiche Game Jams funktionieren und was klassische Live-Events leisten können.
Transform – Wir passen an und verbessern: Klassische Musik wird nicht als fertiger Soundtrack geliefert, sondern als Rohmaterial. Das Orchester wird nicht zur Untermalung eingesetzt, sondern als kreativer Partner. Die Show-Formate werden nicht einfach gestreamt, sondern als interaktives Campfire-Erlebnis inszeniert.
Combine – Wir bringen Verschiedenes auf neue Weise zusammen: Game Development + Live-Orchester + Streaming-Show + Community-Interaction. Klassik-Expertise + Gaming-Culture + öffentlich-rechtlicher Bildungsauftrag. Zwei Nerd-Communities, die sich normalerweise nie begegnen würden.
Das Ergebnis ist mehr als die Summe seiner Teile: Ein Format, das zeigt, wie öffentlich-rechtliche Innovation funktioniert, wenn man konsequent über Abteilungen und Genres hinweg denkt.
Der strategische Kontext?
Dieser Game Jam ist Teil der ARD Gaming-Strategie. Wir glauben, dass Gaming eine der relevantesten Kulturformen unserer Zeit ist. Und dass öffentlich-rechtlicher Rundfunk genau da sein muss: experimentell, zugänglich, innovativ. Mit dem Classical Game Jam testen wir, ob klassische Musik als interaktives Medium eine Zukunft hat und ob wir damit Communities erreichen, die wir sonst nie ansprechen würden.
Spoiler: Der erste ARD Game Jam 2025 hatte 676 Teilnehmende, 162 Submissions und sechsstellige Zuschauerzahlen. Das war erst der Anfang. Bei der Classical Edition haben wir uns was ganz Neues für euch überlegt, damit ihr auch Spaß an dem Event haben könnt, ohne Experten für Gaming oder Musik zu sein: Eine Show mit Challenges, Kategorien, Voting, Gästen und Jury, wie ihr sie aus dem Fernsehen kennt. Aber nicht nur zum Zuschauen, sondern auch zum mitmachen und Teil davon sein: Live im Chat auf Twitch.
Das Format: Show trifft Game Development trifft Live-Performance
Freitag, 13.02. – Kickoff (18-21 Uhr)
Live-Performance des Ensembles. Bekanntgabe von Motto und Musikstücken (streng geheim bis dahin!). Die Teams erfahren zum ersten Mal, womit sie arbeiten – und die 48-Stunden-Uhr startet.
Samstag, 14.02. – Development (12-15 Uhr & 17:45-19 Uhr)
Check-ins mit den Teams via Discord. Behind-the-Scenes. Coden. Scheitern. Neu anfangen. Daniel "Budi" Budiman moderiert, der Chat fiebbert mit.
Sonntag, 15.02. – Finale & Award Show (18-21 Uhr)
Präsentation aller Spiele. Live-Bewertung durch Jury (Komponist Gordon Hamilton, Indie-Expertin Valentina Birke, Game-Designer Uke Bosse, SWR-Hornist Michael Reifer) plus Community-Vote. Preise in fünf Kategorien. Alle Spiele werden sofort zum Download released.
Moderiert wird das Ganze von Louis Philippson (Klassik-Influencer mit Millionen Followern), Sofia Kats (Streamerin & Moderatorin) und Budi (Rocket Beans TV-Legende).
Die Jury
Gordon Hamilton – Komponist mit Expertise in orchestraler Musik und Filmkomposition
Valentina Birke – Indie-Game-Expertin mit tiefer Kenntnis der Independent-Games-Szene
Uke Bosse – Game-Design-Experte mit langjähriger Erfahrung in Spieleentwicklung
Michael Reifer – Hornist des SWR Symphonieorchesters
Der Chat – Die Community entscheidet mit beim Community-Vote
Das macht dieses Event besonders
Musik als Mechanik, nicht als Deko
Die Teams müssen die Musik ins Gameplay integrieren – sei es über Rhythmus, Story, Sound-Design oder musikalische Narrative.
Live-Orchester als Game-Asset-Factory
Professionell aufgenommene Klassik-Performances – bereit, zerlegt, gesampelt, neu gedacht zu werden.
Twitch als Showbühne
Interaktive Community, Live-Schalten zu den Teams, Jury-Talks, Behind-the-Scenes – das volle Programm auf twitch.tv/ard und dem ARD Klassik YouTube-Kanal.
Gamification of Culture
Wir verkuppeln zwei Nerd-Communities, die normalerweise nicht miteinander reden. Und schauen, was passiert.
Das ist kein Konzert. Das ist kein klassischer Game Jam. Das ist ein Campfire-Erlebnis für alle, die Musik lieben, Games lieben oder einfach nur sehen wollen, was passiert, wenn man Nerds zusammenbringt und die Uhr aufdreht.
Live dabei sein:
Twitch: twitch.tv/ard
YouTube: @ARDKlassik
13.-15. Februar 2026
Eine Produktion von SWR X Lab, SWR Kultur und Midflight Productions.