Fünf erste oder zweite Spielfilme aus der SWR Nachwuchsredaktion finden sich in der Staffel 2026 von „Debüt im Dritten”. Sehr unterschiedliche, vielsprachige Geschichten, die im Dorf, on the road oder im Taxi spielen und in denen Menschen auf der Suche sind – nach Heimat, Zugehörigkeit, Aufbruch.
„Holy Meat”
In der Komödie von Alison Kuhn artet eine dörfliche Laieninszenierung der Passion Christi zu einem blasphemischen Rave aus. Drei sehr unterschiedliche Charaktere treffen in der Vorbereitung aufeinander: Regisseur Roberto, der aus der Berliner Off-Theater-Szene gecancelt wurde, die junge Metzgerin Mia, die plötzlich zum Vormund ihrer Schwester mit Down-Syndrom wird, und Pater Oskar Iversen, der seiner dänischen Inselgemeinde aus mysteriösen Gründen den Rücken gekehrt hat. Da seine neue Pfarrei im schwäbischen Dörfchen Winteringen kurz vor der Auflösung steht und Oskar unter keinen Umständen zurück nach Dänemark will, versucht er den theaterbegeisterten Erzbischof mit einem spektakulären Passionsstück vom Erhalt der Gemeinde zu überzeugen.
„Im Rosengarten”
Debütfilm von Leis Bagdach. Der Berliner Popstar Yak, auf dem Höhepunkt seiner Karriere von einer Sinnkrise geplagt, bekommt überraschend Nachricht von seinem fast vergessenen Vater. Der ist vor über 30 Jahren Hals über Kopf in sein Heimatland Syrien zurückgekehrt, liegt jetzt in einem Kölner Krankenhaus im Koma und hat Yak eine Überraschung mitgebracht: eine 15-jährige Halbschwester namens Latifa, die nur Arabisch spricht. Unfreiwillig vereint begibt sich das Geschwisterpaar auf eine Odyssee quer durch Deutschland. Die Reise wird zur Suche nach den eigenen Wurzeln, der Bedeutung von Musik und der Antwort auf die Frage aller Fragen: Was genau ist eigentlich Heimat?
„Es geht um Luis”
Der zweite Spielfilm von Lucia Chiarla erzählt die Geschichte eines Paares, das mit den Herausforderungen des modernen Familienlebens ringt. Der angespannte Alltag von Constanze und Jens gerät aus den Fugen, als ihr Sohn Luis in der Schule gemobbt wird. Zerrissen zwischen gesellschaftlicher Norm und dem Versuch, ihren Sohn zu schützen, droht das Paar an einem Wertekonflikt zu scheitern, während Luis auf sich selbst gestellt bleibt.
„Milch ins Feuer”
In ihrem Erstlingsfilm erzählt Justine Bauer von einem Sommer auf dem Land im Hohenlohischen – sinnlich, still und voller Fragen nach Herkunft, Verantwortung und Zukunft. Anna ist schwanger und denkt über Kastrationen nach. Katinka kann vielleicht keine Bäuerin werden und trägt ihren Bikini im Melkstand. Aber Omas Tomaten sind in diesem Jahr so gut geworden wie nie zuvor. Ein Sommer auf sterbenden Bauernhöfen.
„Tage mit Naadirah”
Früher hatte Daniel noch Ambitionen, doch irgendwann hatte er genug von der angeblichen Freiheit des Westens, die doch nur Selbstausbeutung bedeutet. Heute konzentriert er sich auf sein privates Glück mit Jenny und ihrem Sohn Jonathan und arbeitet als Fahrer für reiche Medizintouristen. Eine Familie aus Katar reist zum Herzcheck des Patriarchen an. Dessen Zustand ist ernster als gedacht, eine OP wird anberaumt. Auf der Suche nach Ablenkung bestimmt dessen Lieblingstochter Naadirah Daniel zu ihrem Fahrer. Die kluge junge Frau reizt ihn mehr, als sich Daniel eingestehen möchte. Sie beginnt, seinen Lebensentwurf zu hinterfragen. Eines Nachts verschwindet Naadirah, und Daniel soll sie suchen. Ein Film von Josephine Frydetzki.
„Debüt im Dritten”
Herbst 2026 im SWR und in der ARD Mediathek
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