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Almuth Schult

Drei Fragen an Almuth Schult

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Drei Fragen an Almuth Schult

Die WM 2026 ist eine WM der Superlative: Erstmals treten 48 Nationen an, es finden deutlich mehr Spiele statt, auch als Gruppendritter kann man die K.O.-Phase erreichen. Wie bewertest du diese Neuerungen?

Das Wort Superlative trifft es. Aus Expertinnensicht denke ich, dass man den 48 Mannschaften gar nicht gerecht werden kann. Es ist nicht möglich, sich auf so viele Teams vorzubereiten, man muss viele erst während des Turniers kennenlernen. Es hat fast ein wenig DFB-Pokal-Feeling, weil sowohl Favoriten als auch viele Außenseiter dabei sind. Momentan fühlt sich die WM zu groß an, um alles greifen zu können, auch durch die lange Dauer des Turniers. Ich bin gespannt, wie das Fazit hinterher ausfällt. Denn positiv ist, dass es viele Neulinge auf der großen Bühne gibt und somit sicher auch einige Überraschungen passieren werden, was für die neutralen Fans am meisten Spaß macht.

Du bist zum fünften Mal für die ARD bei einem Großturnier dabei: Was ist für Dich die größte Herausforderung, wenn man als Expertin eine WM begleitet?

Ja, tatsächlich ist es mein viertes Männerturnier und dazu durfte ich ein Frauenturnier auch schon komplett begleiten. Es ist immer wieder besonders und jedes Turnier hat seine eigene Geschichte. Die größten Herausforderungen sind oft die Mannschaften, deren Leistungsträger nicht in den Topligen Europas spielen. Es ist nun einmal so, dass man im Alltag den Fußball rund um die Topligen und die Champions League am stärksten verfolgt. Sich dann in andere Nationalmannschaften und Ligen reinzufuchsen bedeutet viel Arbeit. Aber gleichzeitig macht es unheimlich Spaß, weil man anderen Fußballkulturen näher kommt und immer wieder überrascht wird.

Die deutsche Mannschaft startet am 14. Juni gegen Außenseiter Curaçao in das Turnier. Traust du der Nationalelf in diesem Jahr den Titel zu?

Fußballerisch haben die Spieler auf jeden Fall die Qualität. Allerdings kommt es in einem Turnier auf so viel mehr an. Julian Nagelsmann hat bei der EM 2024 gezeigt, dass er aus der Mannschaft viel herausholen kann. Jetzt gab es im Vorfeld schon wieder einiges an Unruhe um Kaderentscheidungen und -gerüchte. Es wird wichtig sein, wie die Mannschaft zu ihm steht und ob sie zu einem Team zusammenwachsen. Dazu gilt es mit den außersportlichen Herausforderungen zurecht zu kommen. Zum einen klimatisch, zum anderen mit den weiten Reisen und der Zeitverschiebung. Letzteres wird ein Gewohnheitsvorteil von anderen Nationen sein, vor allem aus Südamerika. Die Spieler, die in Europa spielen, reisen fast zu jedem Länderspiel eine unfassbar weite Strecke und bekommen es gut gemeistert. Dafür ist unser Kontinent Europa im Vergleich einfach klein. Ich bin sehr gespannt - wie alle in Deutschland.

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SWR