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Bastian Schweinsteiger

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Drei Fragen an Bastian Schweinsteiger

Die WM 2026 ist eine WM der Superlative: Mehr Gastgeber, mehr Teams, mehr Spiele: Mit welchen Erwartungen gehst du als Experte in das Turnier?

Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 wird sicher etwas Besonderes – allein durch die Größe. Mehr Teams, mehrere Gastgeber mit USA, Kanada und Mexiko, und damit auch ganz unterschiedliche Bedingungen. Ich gehe mit der Erwartung rein, dass wir sportlich eine große Vielfalt sehen werden. Durch das größere Teilnehmerfeld bekommen auch Nationen eine Chance, die man sonst vielleicht nicht so oft auf der Bühne sieht. Das macht es interessant, aber auch ein Stück weit unberechenbarer. Gleichzeitig wird es spannend zu beobachten sein, wie die Top-Nationen mit der Belastung umgehen. Mehr Spiele bedeuten auch mehr physische und mentale Herausforderungen – gerade im Turnierverlauf kann das entscheidend werden.
Ich freue mich besonders darauf zu sehen, welche Mannschaften sich taktisch anpassen und wer es schafft, über mehrere Wochen konstant auf höchstem Niveau zu spielen. Genau das macht am Ende oft den Unterschied bei einer WM.
Für mich ist wichtig, den Zuschauern diese Entwicklungen verständlich zu erklären – also nicht nur, was passiert, sondern auch warum. Und natürlich hoffe ich, dass wir viele spannende Spiele und neue Geschichten erleben.

Früher warst du selbst als Spieler bei Weltmeisterschaften dabei, heute als Experte: Hat sich dein Blick auf den Fußball durch deine neue Rolle verändert?

Ja, mein Blick auf den Fußball hat sich etwas verändert. Als Spieler war ich komplett im Tunnel. Du konzentrierst dich auf deine Aufgabe, auf den Gegner, auf das nächste Spiel – gerade bei einer FIFA-Weltmeisterschaft. Für alles andere hast du in dem Moment gar keinen Kopf.
Heute sehe ich das Spiel viel mehr im Ganzen. Ich achte stärker auf taktische Abläufe, auf Abstände zwischen den Mannschaftsteilen oder darauf, wie sich ein Spiel im Laufe der 90 Minuten entwickelt. Dinge, die du als Spieler oft nur unterbewusst wahrnimmst. Gleichzeitig habe ich natürlich noch das Gefühl für die Situationen auf dem Platz – ich weiß, wie sich Druck anfühlt oder wie schnell Entscheidungen getroffen werden müssen. Das hilft mir, bestimmte Szenen besser einzuordnen und zu bewerten.
Was sich aber auch verändert hat: Die Emotionen sind anders. Als Spieler lebst du jeden Moment extrem intensiv, Siege und Niederlagen gehen dir viel näher. Heute hast du mehr Distanz, analysierst sachlicher – auch wenn man natürlich immer noch mitfiebert.
Insgesamt würde ich sagen: Ich verstehe heute viele Dinge vielleicht noch besser als früher – aber das Gefühl, selbst auf dem Platz zu stehen, das ist durch nichts zu ersetzen.

Die deutsche Mannschaft spielt in der Gruppenphase gegen Curacao, die Elfenbeinküste und Ecuador: Wie weit kann es für die Deutschen in diesem Turnier gehen? Und welche Mannschaft könnte deiner Meinung nach für eine Überraschung sorgen?

Grundsätzlich ist die deutsche Fußballnationalmannschaft in so einer Gruppe natürlich in der Rolle des Favoriten. Gegen Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador ist das klare Ziel, die Gruppenphase zu überstehen – idealerweise als Gruppensieger.
Aber gerade bei einer Weltmeisterschaft darf man keinen Gegner unterschätzen. Die Elfenbeinküste bringt sehr viel Athletik und individuelle Qualität mit, Ecuador ist taktisch gut organisiert und unangenehm zu bespielen. Das sind Spiele, in die du mit voller Konzentration gehen musst.
Wie weit es für Deutschland gehen kann, hängt für mich weniger von der Gruppe ab, sondern davon, ob die Mannschaft im Turnierverlauf Stabilität entwickelt. Wenn du eine klare Struktur hast, defensiv kompakt stehst und vorne effizient bist, traue ich der Mannschaft auf jeden Fall zu, weit zu kommen, Viertelfinale sollte das Minimum sein und dann ist bei einer WM immer viel möglich.
Was Überraschungen angeht: Ich glaube, dass genau solche Teams wie Ecuador oder auch die Elfenbeinküste das Potenzial haben, für Überraschungen zu sorgen. Sie haben oft Spieler auf Topniveau, sind körperlich stark und gehen vielleicht mit weniger Druck ins Turnier. Das macht sie gerade in K.-o.-Spielen gefährlich.
Insgesamt gilt: Entscheidend ist, dass Deutschland von Anfang an einen guten Rhythmus findet – dann kann es ein erfolgreiches Turnier werden.

Erstmals publiziert am
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Autor/in
SWR