Wie arbeitet der SWR? Wie berichten wir über Regionales? Und vor allem: Welche Themen beschäftigen die Menschen in Schwäbisch Gmünd und was wünschen sie sich von der Berichterstattung im SWR?
Zusammen mit Moderatorin Evelin König haben die Gäste von „Region trifft SWR“ mit SWR Landessenderdirektorin Stefanie Schneider, der Leiterin des SWR Studios in Ulm, Daniela Baumann, dem Verantwortlichen für die aktuelle Berichterstattung in Baden-Württemberg, Peter Heilbrunner, sowie Schwäbisch Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold über derzeit dringliche Themen beispielsweise aus Wirtschaft, Bildung, Migration, Kultur und Gesundheit diskutiert.
„Es ist gut, dass wir uns zum Auftakt der SWR Regiotour hier treffen und austauschen“, so Landessenderdirektorin in Baden-Württemberg, Stefanie Schneider, zu den Gästen bei „Region trifft SWR“. „Die Region ist sozusagen die Herzkammer dessen, was wir im SWR machen: Wir wollen die Menschen in Baden-Württembergs Regionen verstehen. Für diese Menschen ist es wichtig, dass wir nicht nur kommen, wenn beispielsweise etwas Schlimmes passiert – und dann schnell wieder weg sind. Es ist wichtig, dass wir auch hinterher vor Ort sind und die Menschen fragen, wie es ihnen geht und was das Geschehene mit ihnen macht. Das ist ein wichtiger Unterschied. Und deshalb sind wir mit der SWR Regiotour hier in Schwäbisch Gmünd.”
Oberbürgermeister Richard Arnold zeigte sich erfreut über die SWR Regiotour und die Möglichkeit für die Menschen in Schwäbisch Gmünd sich hier zu beteiligen: „Ich wünsche mir, dass so viele Bürgerinnen und Bürger wie möglich beispielsweise ins SWR PopUp Studio reinschneien und auch heute Abend diese Gelegenheit zur Beteiligung und zum Austausch bei ‚Region trifft SWR‘ nutzen.“
Angesprochen auf die wirtschaftlichen Herausforderungen der Stadt und Region sowie deren Darstellung in der Berichterstattung und den Nachrichten erklärte Peter Heilbrunner: „Wir im SWR versuchen immer hinter die Nachrichten zu schauen und die Menschen beziehungsweise auch deren Betroffenheit abzubilden. Und dennoch wollen wir beispielsweise bei wirtschaftlichen Themen wie dem aktuell massiven Abbau von Arbeitsplätzen bei Bosch nicht nur Hiobsbotschaften verbreiten, sondern darüber hinaus zeigen: Wo etwas wegfällt, kann auch etwas Neues entstehen – und das hat Baden-Württemberg über die vergangenen Jahrzehnte immer wieder gezeigt.“
Auf die Frage nach dem Potenzial und der Sichtbarkeit von Themen, wie diese vom von der regionalen Ebene auf die bundesweite kommen oder sich vom Großen ins Kleine verdichten, antwortete Daniela Baumann: „Wir versuchen erst einmal möglichst gut informierte und in der Region sehr gut vernetzte Mitarbeitende zu haben. So sind wir bei Themen im Vergleich zu anderen Medien vielleicht auch ein bisschen näher und früher dran. Über die täglichen Redaktionskonferenzen und sogenannten Landesschalten werden diese Themen dann ausgetauscht und beschlossen, welche Geschichten die stärksten sind – und zwar in jede der genannten Richtungen.“
„Es gibt in der Region viele junge Unternehmen und in Schwäbisch Gmünd ist deren Förderung besonders gut“, so Ulrich Betzold, Vizepräsident der IHK Ostwürttemberg. Man habe in der Region ein großes Interesse an Bildung – auch im technischen Bereich – und es gäbe viele junge Menschen in der Stadt und Region, die dann auch hier in die Unternehmen gingen.
Gundi Mertens, stellvertretende Vorsitzende des Staufersaga Vereins in Schwäbisch Gmünd, brachte den Wunsch nach mehr Sichtbarkeit in der medialen Berichterstattung für das Ehrenamt in die Diskussion ein. „Das Ehrenamt und die Vereine sind wichtig und die Menschen erkennen das. Es wird viel zu wenig über das Ehrenamt gesprochen. Es ist eine tragende Säule für die Stadt und unsere Demokratie.“ Insbesondere nach den Corona-Jahren sei es sehr schwierig gewesen, die Menschen wieder für die Vereine zu begeistern und sie dort zusammenzubringen. „Es wäre gut durch Berichte zu erklären, was das Ehrenamt den Menschen Tolles bringen kann, aufzuzeigen wo es endet und auch zu zeigen, was es einer Stadt und Region bringt.“
Der Leiter der Musikschule in Schwäbisch Gmünd, Christian Wolf, brach für den kulturellen und musischen Bereich eine Lanze: „Wir öffentlichen Musikschulen kämpfen für Mittel vom Land Baden-Württemberg. Da würde ich mir vor allem im Hinblick auf die Landtagswahlen erhoffen, dass Sie die Musikschulen in den Vordergrund stellen. Momentan bekommen wir beispielsweise zwölf Prozent der Personalkosten im Erwachsenenunterricht vom Land. Wir fordern 15 Prozent, was verglichen mit dem Gesamthaushalt Baden-Württembergs lächerlich ist.“ Peter Heilbrunner verwies hier auf die Möglichkeit, diese Thematik auch einmal in den Hauptnachrichten des SWR als Schwerpunkt zu setzen, indem man die aktuelle Situation von jungem Musikschulpersonal anhand realer Fälle beleuchtet.
Um sich damit vertraut zu machen, wie beispielsweis regionale Nachrichten oder Beiträge ins Programm kommen, ging es für die Gäste noch vor Beginn des Austauschs direkt ins um die Ecke gelegene SWR PopUp Studio. Dort konnten sie sich einen ersten exklusiven Einblick in die Studiotechnik sowie die Sendeabläufe verschaffen. Frank Wiesner, Redakteur aus dem SWR Studio Ulm, erklärte die Sendeabläufe.
Im Anschluss an den Austausch war bei einem Get-together Gelegenheit für weitere persönliche Gespräche.
Fazit aller Teilnehmenden: Es war gut, wichtig und bereichernd, sich persönlich auszutauschen und Punkte offen benennen zu können, wo Verbesserungen gesehen werden.