Alter Pferdestall wird zum Traumhaus

Wo früher die Grubenpferde eines nah gelegenen Steinkohlenbergwerks standen, leben heute Simone und ihr Ehemann Oliver zusammen mit Mischlingshund Mika.

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Von Autor/in Stephan Sattig

Die Projektmanagerin und der Sport- und Mathelehrer haben das alte Industrie-Gebäude in Essen-Horst drei Jahre lang in ein originelles Traumhaus umgebaut. Das Paar war bereits zwei Jahre auf der Suche, als es auf das alte Industrie-Gemäuer stieß. Oliver war anfangs gar nicht begeistert, aber seine Frau Simone hatte sich direkt in das Objekt verliebt. Schnell konnte sie Oliver, der aus einer Handwerkerfamilie stammt, für diese große Herausforderung begeistern.

Mit viel Eigenarbeit zum Traumhaus

Drei Jahre lang haben sie fast jede freie Minute an dem Haus gearbeitet. „Hier war ja nichts: kein Strom, kein Wasser, kein Gas. Die Fassade mussten wir erst mal mit unzähligen Spiral-Ankern stabilisieren, Stahlträger einziehen, Fenster einsetzen, das Dach erneuern und und und.“

Pferdestall kostete gerade mal 75.000 Euro

Für den ehemaligen Pferdestall haben Simone und Oliver gerade mal 75.000 Euro bezahlt, aber wie viel Arbeitsleistung sie reingesteckt haben, können sie heute auch nicht mehr beziffern. Die Stahlträger, die Hausanschlüsse und der Dachstuhl waren die teuersten Posten.

„Wir haben fast alles selbst gemacht, beziehungsweise haben uns Handwerker gesucht, die uns zeigen, wie es geht. Am Ende haben sie unsere Arbeiten abgenommen. Also eine Art Mitbausystem mit Hausaufgaben.“

Um so viel Zeit wie möglich für die Sanierung zu haben, ist das Paar sogar in eine kleine Wohnung neben der Baustelle gezogen: „Die Nachbarn haben uns anfangs für verrückt erklärt. Die dachten, das kriegen wir nie hin.“

Neue, moderne Glasfassade trotz Denkmalschutz

Auch mit der Denkmalschutzbehörde mussten die beiden eng zusammenarbeiten, da das Haus aus dem Jahr 1865 unter Denkmalschutz steht. So durften sie beispielsweise nicht von außen dämmen oder die Größe der kleinen Fenster verändern. Aber sie konnten die Behörde überzeugen, an einer Seite eine moderne Glasfassade anzubringen, da der Charakter des Gebäudes bewahrt blieb. Dadurch haben sie mehr Raum und Licht gewinnen können.

Einrichung mit Flohmarktfunden und Erbstücken

Die Einrichtung von Simone und Oliver ist geprägt durch Flohmarktfunde, alte Erbstücke und selbst gebaute Möbel. Simone hat die Leidenschaft, nach alten Schätzen zu stöbern, von ihrem Vater geerbt. Auch beruflich setzt sie ihren guten Einrichtungsgeschmack ein, indem sie im Kundenauftrag Immobilien, die zum Verkauf stehen, so einrichtet, dass sich diese besser veräußern lassen.

Teamwork: Oliver setzt Simones kreative Ideen geschickt um

Im eigenen Haus setzt Oliver Simones Ideen sehr geschickt um. Außerdem liebt er es, ausrangierten Stücken neues Leben einzuhauchen. Sei es überschüssiger Dielenboden, den er neu aufarbeitet, altes Treibholz, welches er in eine extravagante Decken-Lampe verwandelt oder ehemalige Kletterseile aus seiner Schulsporthalle, die er zu einem Treppengeländer umfunktioniert hat.

Auf ihrem Lieblingsplatz, der großen Dachterrasse, hat Oliver ausrangierte Geländer aus einem alten Theater montiert. Hier, mit Blick auf die schönen Ruhrauen, kann sich das Paar von der anstrengenden Sanierung bestens erholen.

Erstmals publiziert am
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Autor/in
Stephan Sattig
Ein Film von
Daniel Florian (Kamera), Simon Becker (Kamera), Stephan Krakau (Schnitt).