Mit viel Herzblut, Kreativität und handwerklichem Geschick haben die beiden das alte Haus über viele Jahre in ein buntes Paradies verwandelt.
Es war vor allem Hillis unerschöpflicher Ideenreichtum, der dem Haus seinen einzigartigen Charakter verliehen hat. Egal ob selbst entworfene Möbel, verrückte Installationen oder liebevoll gestaltete Details – überall steckt ein Stück Persönlichkeit des ehemaligen Gymnasiallehrers Hilarius Dietmar Hillnhütter, besser bekannt unter seinem Spitznamen „Hilli“. Seine Frau Claudia unterstützte ihn dabei, diese Visionen umzusetzen und brachte ihre eigene kreative Handschrift mit ein.
Erfinder Hilli rettet Haus vor dem Abriss
Als das Paar 1984 ihr Fachwerkhaus in Bergneustadt für wenig Geld kaufte, rettete es das Haus vor dem Abriss. Nachbarn hatten schon die Idee, auf dem Grundstück Garagen zu bauen. Das Haus war völlig runtergekommen und trotzdem entschieden sich Hilli und Claudia zum Kauf. Die Renovierungsarbeiten will Erfinder Hilli von Anfang an alleine übernehmen: „Wir hatten wenig Geld, deswegen wollte ich alles, was ich kann, selber machen.“
Sobald das erste Zimmer provisorisch fertig war, zog das Paar ein und arbeitete sich Stück für Stück vor. Die Decken im Haus waren schief, manche sogar abgesackt, weil es ins Haus regnete. Mit Stützbalken und viel Arbeit schaffte es Erfinder Hilli, die Decken wieder abzusichern und hochzudrücken.
Mit wenig Geld baut Erfinder marodes Haus selbst um
Der erste Winter in ihrem Haus war unangenehm. „Wir mussten immer zwei Öfen anzünden, weil es so kalt war.“ Die alten Wasserleitungen aus Blei froren in den Wintermonaten zu, deswegen ersetzte Hilli nach und nach alle alten Rohre durch Kupferrohre. Tüftler Hilli ist gelernter Elektriker. Er kümmerte sich aber auch um die Heizungen. Fast alles machte er ohne fremde Hilfe. Bauutensilien holte er teils vom Schrottplatz, um Geld zu sparen. Zehn Jahre brauchte er für den gesamten Umbau und ließ dabei keine Erfindung aus.
Weil das Haus dann doch unter Denkmalschutz gestellt wurde, musste Hilli bei seinen Umbauarbeiten eng mit dem Denkmalamt zusammenarbeiten. Für sein Unterwasserwelt-Badezimmer hatte Erfinder Hilli die Idee, ein rundes Fenster mit bunten Fensterscheiben zu gestalten. Weil aber das alte Originalfenster des Hauses erhalten bleiben musste, baute er das Unterwasserfenster einfach vor das Original Fachwerkfenster: „Dann muss man halt zwei Fenster aufmachen, das ist ja kein Problem.“
Tüftler Hilli kreiert ein einzigartiges Haus
Ein langweiliges, klassisches Haus wäre nie etwas für Tüftler Hilli gewesen. Er wollte es extravagant und verrückt: „Das Erfinden liegt mir im Blut. Ich habe schon immer gerne getüftelt.“ In vielen Räumen verzichtete Hilli bei seiner Renovierung auf klassische Tapeten. Er liebt die Natur und wollte sie deshalb auch ins Haus holen. Eine Wand im Flur besteht aus Baumrinde, die er an die Wand geklebt hat. Eine andere Wand zieren alte Platinen aus Hillis Physikstudium. Die Ideen dazu kamen dem 82-Jährigen einfach so.
Die Kinder von Claudia und Hilli liebten ihr verrücktes Zuhause und luden gerne Freunde und Spielkameraden ein. Und auch wenn mittlerweile alle ausgezogen sind und eine eigene Familie haben, ist Claudia und Hillis kreatives Tüftlerhaus der Treffpunkt für Familienfeiern.
Auch die Kinder gestalten das alte Haus mit
Seine Kinder hat Erfinder Hilli während der Umbauarbeiten im Haus immer mit eingebunden. Mit seiner Tochter gestaltete er in der Küche eine Mosaikwand. Dafür zerschlugen die beiden alte Fliesen mit dem Hammer und klebten sie an die Wand. Hilli achtete dabei vor allem auf die Farben. „Es sollte alles orange, braun und rot sein“ – also Farben, die auch so in der Natur zu finden sind.
Die Liebe zum Regenbogen begann bei Hilli schon sehr früh. Damals, als junger Lehrer, malen ihm seine Schüler auf sein Auto einen Regenbogen. Das gefällt ihm so sehr, dass er von da an explizit nach Dingen in Regenbogenoptik sucht und auch in all den Jahren als Lehrer immer wieder „Regenbogen-Dinge“ geschenkt bekommt.
Claudia hat sich von Anfang mit den verrückten Ideen ihres Mannes arrangiert. „So habe ich ihn ja auch kennengelernt.“ Ihren Mut, Hilli bei vielen seiner Erfindungen freie Hand zu lassen, hat sie nie bereut.