Gesund wohnen: Haus ohne Plastik & Chemie

Ihr Traum: gesund zu wohnen. Deshalb wollten Markus und Sonja ihr Haus rein ökologisch mit Naturmaterialien sanieren – ohne Chemie und Plastik.

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Von Autor/in Jennifer Lindemann

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Als Tischlermeister war es vor allem Markus, der sich um die ökologische Sanierung des alten Hauses gekümmert hat. Als Sonja und er den Hof im Jahr 2015 kauften, scherzten Markus‘ Freunde, dass er eigentlich nur noch mit dem Bagger durch das Haus fahren könne und neu bauen müsse. Aber Markus ließ sich davon nicht beirren.

Selbst im ökologischen Bauen mit Naturmaterialien weitergebildet

Da die Leute früher oft mit Naturmaterialien aus der Region ihre Häuser bauten, sprach er mit älteren Menschen, las alte Fachbücher und durchforstete das Internet, um sich die richtigen Techniken zum ökologischen Bauen und Sanieren anzueignen. Mittlerweile hat er sich auf die Restaurierung alter Gebäude mit gesunden Naturbaustoffen spezialisiert und mehrere Fortbildungen gemacht.

Ökologische Sanierung gibt dem Haus sein „Gesicht“ wieder

Bei der Sanierung des Hauses ließ Markus im Prinzip nur die Grundmauern stehen. Teilweise entfernte er sogar die Decken und baute sie mit einem Lehm-Stroh-Gemisch wieder auf, das sowohl als Dämmmaterial als auch als Schallschutz dient. Die meisten Böden im Haus sind Fichtendielen-Böden, die er jeweils anders behandelt hat. Dafür stellte er sich selbst eine Beize aus Walnussschalen oder aus Essigwasser und Stahlwolle her. In einer anderen Variante flammte Markus die Dielen ab, sodass sie widerstandsfähiger werden und die Maserung gut zur Geltung kommt.

Als er das Haus kaufte, war die Fassade weiß gestrichen, die Fenster waren aus Kunststoff und mit rotem Sandstein umrahmt – das Haus hatte in Markus‘ Augen kein „Gesicht“. Er hat es ihm wiedergegeben: Grau-beiger Putz, grün umrahmte, sechsgeteilte Fenster, ein dunkles Schieferdach und ein Kräutergarten vor der Tür. Die Betonplatten auf dem Hof sind verschwunden, stattdessen ist er jetzt geschottert, sodass das Regenwasser versickern kann.

Farbe und Kalkputz sind selbstgemacht

Den Kalkputz hat Markus selbst abgelöscht – so wie das die Leute früher gemacht haben. Dadurch weiß er, dass keine Chemie enthalten ist. Fertigmischungen sind für den Tischler tabu. Auch die Farben im Haus hat er selbst angemischt, unter anderem mit Farbpigmenten, Magerquark und Roggenmehl.

Ökologisches Raumklima verbesserte Sonjas Asthma

Nach der Sanierung mit Naturmaterialien ist das Raumklima laut Markus viel besser – und gesünder: Seit sie in diesem Haus lebten, brauche Sonja, die vorher unter Asthma litt, keine Asthma-Pumpe mehr. Neben dem Gesundheits- und Wohlfühl-Aspekt ist es für Markus energetisch viel sinnvoller, ein Haus zu sanieren, statt es abzureißen und neu zu bauen. Ein weiterer Pluspunkt: Da alle von ihm verwendeten Baumaterialien ökologisch sind, lassen sie sich wiederverwerten oder problemlos entsorgen. Sein Ziel, der Nachwelt keine giftigen Müllberge zu hinterlassen, hat der Bauherr also erreicht.

Erstmals publiziert am
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Autor/in
Jennifer Lindemann
Ein Film von
Lukas Grimm (Kamera), Paul Heydecke (Kamera/Ton) und Diana Kalb (Schnitt). Produziert vom SWR.