Nicoles selbstgebautes Tiny House mitten im Grünen

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Von Autor/in Carolin Baumgart

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Nicole wohnt und arbeitet in ihrem selbstgebauten Tiny House mitten im Grünen. Sie ist umringt von Natur und lebt dort, wo andere Urlaub machen.

Das perfekte Grundstück für Nicoles Tiny House

Als sie das Baugrundstück in einem 180-Einwohner-Dorf in Rheinland-Pfalz gesehen hat, war es Liebe auf den ersten Blick. Mit wenig Geld und viel Eigenleistung hat sie sich ein Tiny House aus Holz gebaut. Für jetzt und für die Rente – und vor allem, um ihre Seele baumeln lassen zu können.

120.000 Euro Kredit hatte Nicole aufgenommen und zur Verfügung. Damit musste sie auskommen für den Kauf des Grundstücks und den Bau des kleinen Holzhauses. Dieses hat knapp 90.000 Euro gekostet. Zur Rente will sie schuldenfrei sein und dann von den niedrigen Nebenkosten im Tiny House profitieren.

Holzhaus mit Unterstützung selbstgebaut

Zuerst wollte Nicole ihr Tiny House von einem Planungsbüro entwerfen und bauen lassen. Das war allerdings preislich über ihrem Budget. Also musste sie umdenken. Sie fing an, sich selbst mit dem Planen eines 30 Quadratmeter Tiny Houses zu beschäftigen.

Dabei unterstützt haben sie vor allem ihr Nachbar, der selbst viel baut, und ihr Sohn. Wichtig war ihr, ökologisch zu bauen und dass das Tiny House hell und luftig wirkt. Nicole hat ausschließlich Naturmaterialien verwendet wie Holz, Holzwolle, Lehmputz usw. Nur das Streifen-Fundament, auf dem das Tiny House steht, wurde aus Beton gegossen.

Baugenehmigung für das Tiny House lief unbürokratisch und schnell

Da es ein Freistellungsverfahren war, musste der Bau nicht genehmigt werden. Er wurde lediglich zur Kenntnis genommen und registriert. Dieses Verfahren ermöglicht die Errichtung kleinerer Wohngebäude ohne förmliche Baugenehmigung, wenn sie dem Bebauungsplan uneingeschränkt entsprechen und keine Sonderbauten sind. Innerhalb von zwei Wochen war der Prozess erledigt und das Bauen konnte losgehen.

Der Bebauungsplan von der Gemeinde gab ihr nur wenige Auflagen vor. Eine entsprechende Dachform beispielsweise. Da hat sich Nicole für ein Pultdach entschieden. Die Farbe der Fassade durfte nicht schwarz sein und die Häuser müssen alle gleich ausgerichtet sein. Außerdem ist das Anpflanzen von ein paar Obstbäumen oder Sträuchern vorgegeben. 

Die sechsmonatige Bauzeit war zwar teilweise herausfordernd. Aber heute ist Nicole stolz auf das, was sie geleistet und erschaffen hat. Manchmal fragt sie sich, wie sie das alles geschafft hat. Mit Job, Bau und Rückenerkrankung durch Überbelastung.

Alles was Nicole zum Leben braucht – auf 30 Quadratmetern

Da sie sich zuvor schon von einer größeren Wohnung auf eine kleine 1-Zimmer-Wohnung reduziert hatte, war der Schritt zum Tiny House für sie nicht mehr schwer und schon erprobt.

Nicole hat alles, was sie braucht, sagt sie: Wohnzimmer, Küche, Bad, Büro, Schlafbereich und eine riesige Terrasse mit einem naturnahen Garten. Und auch an Möbeln, Interieur und Kleidung fehlt ihr nichts. Es war befreiend, sich so zu reduzieren, sagt sie.

Wenn Nicole in Rente geht, hat sie vor, aus ihrem Büro eine Chill-Area zu machen. Im Wohnzimmer will sie einen größeren Esstisch aufstellen. Denn ihre Familie kommt sie regelmäßig in ihrer kleinen, grünen Oase besuchen. Zusammen feiern sie hier gerne die alljährlichen Feste.  

Nicole will in ihrem Zuhause alt werden

Sollte Nicole irgendwann nicht mehr die Treppe zu ihrem Schlafloft hochkommen, kann sie auch dort umbauen und das Wohnen in ihrem Tiny House altersgerecht anpassen. Ihr kleines Holzhaus wächst und verändert sich also mit ihr und das findet Nicole einfach klasse.

Sie möchte anderen Mut machen, sich auch im mittleren Alter noch an Träume heranzuwagen. Denn es geht, wenn man es möchte und natürlich auch die nötige Unterstützung hat. Dann kann man sich auch noch ein kleines Holzhaus in der Natur bauen, wo man sein eigener Herr bzw. seine eigene Frau ist.

Erstmals publiziert am
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Autor/in
Carolin Baumgart
Ein Film von
Tobias von Hellborn (Kamera), Jan Parvu (Kamera/Ton), Petra Hölge (Schnitt)