Rheingau

Lena Roie

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Mit dem Ziel, authentische Botschafterin einer modernen Weinbranche zu sein, bewirbt sich Lena Roie um das Amt der Deutschen Weinmajestät. „Ich möchte die Frau sein, die ich selbst als junge Frau gebraucht hätte: mutig, unternehmerisch und offen für neue Wege.“

Vom Schaustellerkind zur Weinunternehmerin

Die 32-Jährige stammt aus einer Schaustellerfamilie. Ihre Mutter gründete das erste mobile Weindorf im Rhein-Main-Gebiet. „Festkultur und Weingenuss prägen mich bis heute“, erklärt die gelernte Hotelmanagerin. Dem Beispiel ihrer Mutter folgend, übernahm sie vor acht Jahren das Unternehmen und machte sich 2019 mit „Wine in the City FFM“ selbstständig. Vor zwei Jahren kreierte die Eventmanagerin ein Weinkarussell, mit dem sie die Rheingauer Weinkultur modern und kreativ in die Städte bringt. Bereits als Frankfurter Weinkönigin fühlte sie sich dem Rheingau eng verbunden und vertiefte als amtierende Rheingauer Weinkönigin ihre Verbindungen in die Region.

Mehr Weinwerbung dort, wo gekauft wird

An der Zukunftsfähigkeit des Amtes der Deutschen Weinmajestät hat sie keinen Zweifel. Es braucht ihrer Meinung nach „starke Persönlichkeiten, die den deutschen Wein nach außen vertreten, die Aufmerksamkeit schaffen und die Betriebe bei der Vermarktung unterstützen.“ Für Lena Roie muss Weinwerbung stärker dort stattfinden, wo Kaufentscheidungen getroffen werden. Großes Potenzial sieht sie insbesondere in der Gastronomie sowie im Groß- und Einzelhandel. „Wir müssen deutlich machen, dass Regionalität nicht am Tellerrand endet – sie sollte im Glas weitergehen“, betont sie. Gleichzeitig sollte man in ihren Augen deutschen Wein immer dort mitdenken, wo sich Deutschland der Welt erfolgreich präsentiert. „Denn unsere Weine müssen nicht nur qualitativ überzeugen – ihre Qualität muss auch wahrgenommen werden“, so die Unternehmerin.

Freunde schätzen die Frankfurterin für ihre Tatkraft und Verlässlichkeit. Wer Lena Roie kennt, weiß, wenn sie sich etwas vorgenommen hat, setzt sie es auch um. Passend dazu lautet ihr Lebensmotto: „Das Karussell muss sich weiterdrehen.“ Dass dies nicht nur ein Bild ist, zeigt ihr außergewöhnliches Talent. Sie kann ein Fahrgeschäft steuern und gleichzeitig hunderte Menschen über das Mikrofon mitreißen und zum Mitsingen bewegen.

Vorliebe für ältere Musik

Die Frankfurterin spricht nach ihrer einjährigen Weiterbildung zur Hotelmanagerin in Miami Beach fließend Englisch. Gern würde sie, wenn es noch möglich wäre, mit Falco ein Glas Wein trinken. Seinen Mut, konsequent den eigenen Weg zu gehen und sich künstlerisch nie anzupassen, beeindruckt sie bis heute. Privat hört sie am liebsten Musik aus den 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahren sowie alte deutsche Schlager.

Für die Zukunft wünscht sie sich, ihr Unternehmen weiterzuentwickeln und der Weinbranche eng verbunden zu bleiben. Am liebsten mit Menschen an ihrer Seite, mit denen sie die schönen Momente des Lebens teilen kann.

Erstmals publiziert am
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Autor/in
SWR