Wenn ich mein Leben als Film sehe, dann möchte ich nicht, dass das Böse ungestraft davonkommt.
Bis er 13 Jahre alt ist, wird Jonas von seinen Eltern, vor allem seiner Mutter, misshandelt. Psychisch und physisch. „Das Einzige, was man machen konnte, war nicht in den Tagesablauf der Eltern zu existieren. Dann war es gut, dann war man ein braves Kind. Ich habe aber halt existiert. Ich habe meine Bedürfnisse gehabt, Hunger gehabt, Durst gehabt, mal musste ich aufs Klo. Und das hat schon gestört.“
Jugendhilfe als Rettung
Erst als er in ein Internat kommt, lernt er, dass es auch anders sein kann: „Ich bin dann absolut gut aufgenommen worden. Von jedem akzeptiert worden, mit jedem gut verstanden.“ Die Erzieher dort arbeiten mit ihm – seine Kindheit hat Spuren in seiner Psyche hinterlassen.
Musik ist seine Therapie
Er fängt an, Musik zu machen. In Rap-Songs spricht er über seine Gefühle, seine Enttäuschung, seine Verletzung. „Musik ist meine Therapie tatsächlich. Das ist eine sehr gute und hilfreiche Therapie für mich. Wenn‘s mir schlecht geht, wegen irgendwas, schreibe ich es auf und manchmal werden dann Songs daraus.“
Verein Careleaver hilft beim Übergang ins Erwachsenenleben
Seit einiger Zeit engagiert Jonas sich im Verein „Careleaver”: Als sogenannter „Peer“ möchte Jonas zukünftig andere Careleaver unterstützen, also Jugendliche, die einen Teil ihres Lebens in einer Pflegefamilie oder einer Einrichtung der Jugendhilfe verbracht haben, um ihnen auf dem Weg in ein eigenständiges Leben zu helfen. Denn die meisten Hilfsprogramme enden, wenn die Kinder 18 Jahre werden. „Ich möchte etwas zurückgeben,” sagt Jonas.