Nackt im Netz: Jana macht hauptberuflich OnlyFans

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Von Autor/in Corinna Jähn

Ich bin kein schlechter Mensch, nur weil ich meinen Körper im Internet präsentiere. Wenn jemand Spaß mit meinen Bildern und Videos haben möchte – gern, warum nicht?  

Jana verdient Geld mit OnlyFans 

Jana ist Content Creatorin auf Instagram, TikTok und Twitch. Auf allen Plattformen zeigt sie sich freizügig. „Auf Instagram und TikTok geht es darum, meine Optik zu präsentieren. Ich fühle mich wohl in meinem Körper und zeige ihn gern. Kommentare und Kritik sind mir egal, denn ich entscheide über mein Leben und über meinen Körper. Die Leute kennen mich nicht persönlich. Deswegen greift mich das, was da geschrieben wird, nicht an und ich kann super damit leben.“ 

OnlyFans und parasoziale Beziehungen 

Auch wenn Jana uns berichtet, selbst noch keine Belästigung erfahren zu haben, kann das trotzdem eine mögliche Gefahr auf OnlyFans sein. Mitverantwortlich sei das Prinzip der parasozialen Beziehung, so Fachleute. Unter einer parasozialen Beziehung wird eine einseitige Beziehung verstanden:  Wer einem Creator folgt, kann sich dieser Person sehr verbunden fühlen, obwohl keine Beziehung im echten Leben besteht und sie auch nicht erwidert wird. 

So kommt Jana zu OnlyFans 

Seit Anfang 2022 ist Jana regelmäßig auf Twitch aktiv unter anderem mit Koch-Streams und Gaming. Im November startet sie auch mit OnlyFans: „Twitch ist für mich eine wichtige Plattform, denn da kann ich meine Persönlichkeit zeigen. Ich interagiere mit den Zuschauern. Wir quatschen, kochen und zocken zusammen.“ Während der Streams wird Jana von ihrer Community auf OnlyFans aufmerksam gemacht. „Ich habe mir dann Gedanken darüber gemacht und es mit meinem Freund besprochen. Dann dachten wir: Ja, warum nicht? Ich war schon immer ein offener Mensch und habe mich gern freizügig gekleidet. Als ich mit OnlyFans angefangen habe, war alles noch bedeckter. Dann ist man natürlich selbstbewusster geworden und auch den Schritt gegangen, tatsächlich alles zu zeigen.“ 

Mein Freund ist immer beim Stream schauen dabei. Da hat er auch die Kommentare gelesen. Wir haben mal darüber gesprochen, haben abgewogen, was positiv, was negativ ist. Ich bin in einem gewissen Alter. Ich bin jetzt nicht frisch 18 geworden. Ich kann so Entscheidungen treffen. Ich weiß aber, was das für Konsequenzen haben könnte. (Jana) 

Selbstständig mit OnlyFans: Janas Partner stört das nicht 

Unterstützt wird Jana von ihrem Freund. Er fotografiert und filmt sie für Social Media. „Wir gehen damit sehr offen um. Ich bin mir zu 100 % sicher, dass es meinem Freund völlig egal ist, was ich da chatte, was ich den Leuten schicke – welche Bilder, welche Videos – weil er einfach weiß, es sind Bilder und Videos. Es ist keine körperliche Intimität. Da nimmt uns keiner was weg durch meinen Job.“ Heute ist Jana selbstständig als Content Creatorin: „Als ich meinen Bürojob gekündigt habe und wusste, ich werde jetzt von Social Media leben, war das ein richtig schöner Moment. Ich habe mich frei gefühlt, weil ich wusste, ich arbeite jetzt für mich, ich bin mein eigener Chef und das ist, was ich schon immer wollte.“ 

Mehr zum Thema OnlyFans 

Die Plattform OnlyFans ist umstritten und birgt auch Gefahren: In der Doku „7 Tage ... OnlyFans“ taucht Reporterin Marie Isabelle in die Welt der Plattform ein. Sie will herausfinden, ob man dort wirklich so leicht schnelles Geld verdienen kann. Dabei trifft sie auf Creatorinnen, die noch aktiv sind – und Creatorinnen, die aufgehört haben. 

Mainz

Mina ist Deutschlands erfolgreichste ASMR-Künstlerin

Mina, besser bekannt als „Miss Mi“, folgen fast vier Millionen Menschen auf TikTok. Mit ihren ASMR-Videos will die Wahl-Mainzerin anderen helfen, sich zu entspannen. Doch der Trend polarisiert.

Stuttgart

Zweite Heimat: Amerikaner im Schwabenländle

Zac Ryan aus Michigan lebt seit vier Jahren in Stuttgart. Auf Social Media macht er Videos über Kulturunterschiede von Deutschland und seiner Heimat den USA. American Football spielt dabei für ihn eine große Rolle.

Anne lebt seit 30 Jahren nachhaltig und ressourcenschonend im Tiny-House

„Auf meinen Reisen habe ich gesehen, mit wie wenig ich auskomme. Je weniger ich zu versorgen habe, desto weniger Arbeit habe ich damit.“ (Anne, 74 aus Steinbach bei Bad Schussenried)
Seit fast 30 Jahren wohnt Anne jetzt schon in ihrem kleinen Tiny Holzhaus. Sie lebt extrem sparsam, nachhaltig und ressourcenschonend, auch wenn das gar nicht ihre Hauptmotivation war. Ihren Lebensstil führt sie auch nicht aus irgendeiner politischen, religiösen oder weltanschaulichen Überzeugung heraus. „Ich sehe das ganze Leben als Experiment. Was mir guttut, mache ich weiter. Wenn mir etwas nicht mehr bekommt, werde ich es ändern.”
Das Haus ließ sich Anne speziell anfertigen. Dabei war ihr wichtig, dass überall die Form des Vierecks wiederzufinden ist. Für sie hat das Viereck eine klare und ordnende Wirkung. Auch sonst legt Anne viel Wert auf Ordnung: „Die Hütte lebt davon, dass die wenigen Dinge, die es in ihr gibt, alle ihren Platz haben. Sie erzieht einen zur Ordnung.”
Als sie die Hütte bauen ließ, lieh sich Anne 124.000 Mark von der Bank und verkaufte ihr Auto für 10.000 Mark. Dieses Geld reichte aus, um das komplette Grundstück und das Holzhaus zu kaufen. Die Aussicht auf eine geringe Rente brachte sie dazu, möglichst schnell eine eigene Immobilie finanzieren zu wollen, damit sie keine Miete mehr zahlen muss.
Gerade mal 4x4 Meter groß ist das Mini-Holzhaus von Anne. Sie lebt hier weitgehend minimalistisch ohne Strom, verbraucht kaum Trinkwasser und ihre Heizkosten belaufen sich auf rund 150 Euro pro Jahr. Trinkwasser verbraucht sie nämlich nur fünf Liter am Tag. Das restliche Brauchwasser bezieht Anne aus einer Zisterne in ihrem Garten. Geheizt wird das Häuschen mit einem kleinen Holzofen. Solange es ihr möglich ist, möchte Anne so weiterleben.