Vom Leben auf der Straße zum Helfer: Ex-Obdachloser Manne unterstützt heute Jugendliche mit seiner Geschichte

Manne (72) aus Friedrichshafen war obdachlos, d. h. er hat zwei Jahre lang im öffentlichen Raum übernachtet. Wie es dazu kam und wie es ihm heute geht, hat er uns erzählt.

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Im Moment bin ich ein guter Mensch, was ich früher nicht war.
 

Leben auf der Straße 


Manne ist 40 Jahre lang alkoholabhängig gewesen. Als sich seine Frau von ihm scheiden lässt, ist er 2 Jahre lang obdachlos. Da ist er 45 Jahre alt. Für das Leben auf der Straße hat er sich damals selbst entschieden: „Ich habe mir das damals wirklich gewünscht, obdachlos zu sein und in der Freiheit und in der Natur zu leben.“ Doch die Realität sieht dann anders aus: „In dem Alter sowas mitzumachen, das schockt mich jetzt noch. Ich habe davor nie in Armut gelebt: Motorrad, Haus – ich hatte, was ich wollte. Da musste ich mich daran gewöhnen: Mit dem Rucksack dazuliegen und in der öffentlichen Toilette zu schlafen. Irgendwann haben mich die anderen akzeptiert und mir Tricks zum Überleben beigebracht.“ 

Von der Straße zum Helfer bei der Tafel

Als in Friedrichshafen eine Tafel eröffnet wird, wird Manne dort aufgenommen. Er dürfe mitarbeiten, unter der Bedingung, dass er keinen Alkohol mehr trinke, und er bekäme eine Wohnung in der Herberge für Wohnsitzlose gestellt. „Ich habe viele Obdachlose unterstützt. Da habe ich gekocht, Frühstück und Mittagessen gemacht. Ich habe für die Leute die Toilette, Dusche und die Flure gereinigt. Ich habe auch Obdachlose bei mir in der Wohnung schlafen lassen. Das Selbstwertgefühl kam wieder. Das war ein saugutes Gefühl“, erinnert sich der 72-Jährige. 

Austausch mit Jugendlichen

Bis 2018 hilft Manne bei der Tafel und unterstützt obdachlose Menschen. Dann bekommt er aufgrund seiner langjährigen Alkoholabhängigkeit eine Nervenerkrankung. Seitdem sitzt er im Rollstuhl: „Mein ganzer Körper schmerzt brutal. Da war wieder alles weg. Ich konnte den Leuten nicht mehr helfen. Das war mein Leben.“ Manne hilft heute Jugendlichen, indem er ihnen seine Geschichte erzählt. Mit ihnen ist er unterwegs zufällig ins Gespräch gekommen: „Die Jugendlichen kommen auf mich zu. Sie nannten mich ‚Alter‘. Mittlerweile nennen sie mich ‚Opa‘ – das finde ich klasse. Ihnen habe ich oft von meinen Aufenthalten in der Psychiatrie und den Entgiftungen erzählt. Dann wollen sie immer mehr wissen: Ich helfe ihnen auf den rechten Weg zu kommen.“ 

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