Aus dem hippen London der 70er ins verschlafene Deutschland

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Wir hatten zwei Wochen Zeit. Ich habe mir eine Schallplatte geholt, um ein paar Worte Deutsch zu lernen und dann ging es zu seinen Eltern nach Süddeutschland.

Chrissie arbeitet als Requisiteurin für Fotoshoots in einem Studio im hippen London der späten 1960er. Bei der Arbeit lernt sie einen jungen Grafikdesigner aus Deutschland kennen. Sie werden ein Paar und planen die gemeinsame Zukunft in London. „Die Studios, wo er arbeitete, wollten ihm eine Festanstellung geben. Aber die Behörden sagten: ‚Wir haben selbst Grafiker, die Arbeit suchen in England.‘ Und so ließen sie seine Arbeitserlaubnis auslaufen. Das war schon quasi Brexit damals, noch ohne EU.“

Der Umzug nach Deutschland

Die beiden entschließen sich kurzerhand, nach Deutschland zu ziehen. Der berufliche Einstieg läuft für Chrissie anfangs schleppend. Professionelle Requisiteurinnen gibt es zu dem Zeitpunkt in Deutschland noch nicht, erinnert sie sich. Über ihren Freund lernt sie einen Fotografen kennen, der sie mitnimmt. Irgendwann sagt er: ‚Chrissie, jetzt versuche ich, dass du beim nächsten Auftrag was verdienst.‘

Chrissie findet über diese Aufträge ins Berufsleben, aber Deutschland erlebt sie damals als noch ziemlich verschlafen. „Die coolen 60s, die ich aus London kannte, waren noch nicht hier angekommen.“ Mit ihrem schrillen London-Look eckt sie an. „Für die Leute auf der Straße war ich ein Ungeheuer.“ Chrissie bedrückt das nicht. Sie freut sich daran, miterleben zu dürfen, wie sich Deutschland in dieser Zeit entwickelt.

Chrissie hat in der Eifel ihr neues Zuhause gefunden

Ihre damalige Beziehung geht in die Brüche. Sie aber bleibt in Deutschland, verfolgt weiter ihre Karriere als Requisiteurin und stattet schlussendlich namhafte Models und Fotografen aus.
Inzwischen ist sie nicht mehr im Business, lebt in ihrem kleinen, gemütlichen, very british eingerichteten Cottage in der Eifel. Und wenn doch noch mal ein Auftrag reinkommt?

„Ich bin immer bereit! Obwohl, ich habe mich damit abgefunden, dass andere Generationen mich überholt haben“, sagt Chrissie und lacht.

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