Schiri mit 80: Tello pfeift schon sein halbes Leben Fußballspiele

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Von Autor/in Regina Niedenzu

Das ist 40 Jahre her, da war hier bei uns ein Testspiel. Der Schiri ist nicht gekommen und dann sollte jemand pfeifen. Dann habe ich das probiert und die Leute haben gesagt: ‚Du kannst das, du kannst pfeifen.‘ Dann war ich in Koblenz die Prüfung machen.

Michel Tell Nazaire, der von allen nur „Tello“ genannt wird, lebt seit über 50 Jahren in Wittlich. Geboren ist er auf der französischen Karibikinsel Martinique. „Ich bin mehr Wittlicher. Weil mit 18, 19 war ich schon weg.“ Tello war erst Soldat, hat nach seiner Dienstzeit als Fensterbauer gearbeitet, eine Familie gegründet – und Fußball gespielt.

In den 70er Jahren landet Tello beim SV Neuerburg, der bis heute sein Stammverein ist. Rein zufällig springt er bei einem Testspiel als Schiedsrichter ein – und entdeckt seine Leidenschaft. Er macht in Koblenz die Prüfung zum Schiedsrichter und pfeift seit rund 40 Jahren als Unparteiischer im Amateurbereich. Auf den Fußballplätzen kennt man Tello mittlerweile: „Er ist ne Marke, auf jeden Fall. Er ist auch bekannt. Hoffen wir, dass wir in dem Alter auch noch so fit sind“, sagt ein Zuschauer bewundernd.

Eine besondere Auszeichnung

Wenn Tello pfeift, ist das nicht nur sportlich fair, sondern auch höchst unterhaltsam. Doch je älter er wird, desto mehr wächst die Sorge, sich zu verletzen: „Ich weiß noch nicht, wie lange ich noch mache. In diesem Alter muss ich gucken, wie weit mein Körper mitmacht. Die Leistung muss auch stimmen.“

Wertschätzung für seinen langjährigen Einsatz erhält er dieses Jahr vom Deutschen Fußball-Bund (DFB): Im Rahmen der Aktion „Danke Schiri“ wird er mit anderen ausgewählten Unparteiischen prämiert – die höchste Ehrung für Schiedsrichter im Amateurbereich. Tello ist mit seinen 80 Jahren der Älteste auf der Bühne, die er strahlend verlässt: „Das muss man einmal im Leben mitmachen. Das ist super, war wunderschön.“

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