Man muss sich blind vertrauen. Wenn wir ins Gebäude reingehen, muss jeder auf den anderen Rücksicht nehmen.
60 Jahre Feuerwehrfreundschaft
Alfred und Gustav kennen sich seit ihrer Kindheit. 1965 treten sie bei der Freiwilligen Feuerwehr in Gundelfingen bei Freiburg ein. Vielleicht lieber: Auslöser für diesen Entschluss war ein Brand in einem Wirtshaus, den Alfred zufällig in seiner Nachbarschaft beobachtet. „Ich habe gesehen, da geht was. Dann hat uns auch das Feuerwehrauto fasziniert, und da dachte ich, das wäre doch was für uns.“
Feuerwehreinsätze ohne Atemschutz?
1967 gibt es eine große Veränderung: Die Gundelfinger Feuerwehr führt zum ersten Mal Atemschutzmasken ein. Alfred und Gustav gehören zu den ersten, die damit ausgebildet werden: „Vorher gab es nur den Außenangriff. In den Rauch ging man nicht rein, das ging ja gar nicht“, erinnert sich Alfred.
Trotzdem scheint die Arbeit damals einfacher gewesen zu sein: „Dass Einsatzkräfte behindert oder angegriffen werden, war früher nicht so Thema wie heute. Da waren wir ein bisschen besser dran“, erzählt Gustav. Häufig sind Schaulustige die ersten Menschen an Einsatzorten und erschweren damit die Arbeit der Feuerwehr.
Mut und Risiko bei der Feuerwehr
Obwohl Alfred und Gustav keinen Bereitschaftsdienst mehr haben, tragen die beiden ihre Funkmelder noch heute in ihren Hosentaschen. Außerdem denkt Alfred oft an andere Feuerwehrleute – vor allem an die, die bei großflächigen Waldbränden im Einsatz sind.
Ich mache mir Gedanken, wie es den Leuten wohl geht, die für Stunden und Tage im Einsatz sind. Die haben den Tod kontinuierlich vor Augen.
Für ihren Mut haben sich Alfred und Gustav viele Auszeichnungen verdient – sie sind Ehrenkameraden der Gundelfinger Feuerwehr.
Alfred Lapp und Gustav Nübling über ihre Feuerwehrfreundschaft
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