Wenn man die Hühner anschaut, dann wird man innerlich ruhiger.
Vor fünf Jahren hat Rüdiger noch bei einer Bank gearbeitet. Festanstellung, gutes Image, das ganze Paket. Aber ihm fehlt was. Und seine Gesundheit leidet unter der Schreibtischarbeit. „Wenn man den ganzen Tag, acht Stunden in den Computer schaut, dann kann es sein, dass man Kopfschmerzen bekommt, Haltungsschäden, Rückenprobleme. Ich habe früher viel Sport gemacht und kannte das eigentlich nicht. Und dann habe ich irgendwann gesagt: Ich muss da raus.“
Weg vom Schreibtischjob – hin zur Natur
Seine Familie hält schon Hühner und Rüdiger merkt: Es tut gut, bei den Tieren zu sein. Ruhiger. Ausgeglichener. Er beschließt, dieses Gefühl mit anderen teilen zu teilen. Er kündigt also in der Bank und eröffnet eine Hühnervermietung.
Einrichtungen und Privatpersonen können für etwa zwei Wochen ein paar Hühner bei ihm leihen. „Die Mädels“, wie Rüdiger sie auf seiner Website nennt, werden in kleinen Gruppen in den Gärten der „Mieter” untergebracht und von ihnen versorgt – natürlich nach einer Einweisung von Rüdiger.
Hühner im eigenen Garten
Die Kundschaft ist bunt gemischt. Leute, die sich Hühner anschaffen und vorher probieren wollen, wie das Leben mit den Tieren ist. Oder eben Schulen, Einrichtungen für Kinder mit Behinderung und Kitas.
Rüdiger ist klar: Nur vom Hühnervermieten kann er nicht leben. Nebenbei arbeitet er deshalb bei einem Gesundheitszentrum und gibt Wirbelsäulenkurse. Das hat er vor der Karriere in der Bank schon gemacht und das macht ihm auch jetzt noch Freude. Aber auf Platz eins sind: seine Hühner.
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