Die Diagnose Aids im Endstadium war absolutes Gefühlschaos. Meine Welt ist zusammengebrochen. Ich war einerseits erleichtert, endlich zu wissen, warum es mir so schlecht ging. Gleichzeitig hatte ich Todesangst.
Agnes merkt, dass mit ihrem Körper etwas nicht stimmt: Sie leidet lange unter starken Kopfschmerzen, Fieber und Gewichtsverlust. Sie schleppt sich von Arzttermin zu Arzttermin, doch niemand kann ihre Symptome erklären. Irgendwann veranlasst ihr Hausarzt schließlich einen HIV-Test. Sie ist HIV-positiv und die Symptome kommen vom bei ihr bereits ausgebrochenen AIDS.
Agnes entwickelt eine schwere Depression und weiß nicht mehr weiter. Sie kann nicht mehr arbeiten und gerät in finanzielle Schwierigkeiten. Doch irgendwie schafft sie es, weiterzumachen, auch wenn sie heute nicht mehr weiß, wie sie das geschafft hat.
Zwei Jahre lang ist ihr Alltag geprägt von vielen Medikamenten. Bis zu 48 Tabletten am Tag hat sie gebraucht: „Doch irgendwann habe ich es geschafft, auf eine einzige Tablette gegen mein HIV zu kommen. Das war mein großes Glück.“
Körperlich geht es Agnes zunehmend besser. Eine Reha soll ihr bei der Genesung helfen. Für sie ein großer Wendepunkt im Leben: Sie kommt mit Markus ins Gespräch und sieht eine Tablettenpackung in seinem Zimmer. Sie wusste sofort, Markus ist auch HIV-positiv. Die beiden werden ein unschlagbares Team und setzen sich seitdem für einen sensibleren Umgang mit HIV ein. Agnes sagt:
Seine Ruhe hat mich überwältigt. Durch ihn erfahre ich zum ersten Mal, was Liebe überhaupt bedeutet.
Agnes gründet eine Selbsthilfegruppe und lässt sich zum HIV-Buddy ausbilden. Sie möchte anderen Menschen helfen und ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind. Oft sprechen sie gar nicht über ihre Diagnose, sondern sind einfach nur füreinander da.
Ich lebe sehr gerne. Ich habe ein gutes und sehr schönes Leben. Bei meinem Mann in Hermeskeil fühle ich mich zum ersten Mal richtig angekommen.
"Babys sind der kleinste Teil meiner Arbeit”
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