Manchmal bin ich schon echt sauer, muss ich wirklich sagen.
Zwölf Jahre hat es gedauert, bis bei Magdalena Endometriose festgestellt wird. Bei dieser Krankheit bilden sich gebärmutterschleimhautähnliche Zellen außerhalb der Gebärmutter, die für besonders heftige Regelschmerzen sorgen können.
Sobald bei Magdalena, kurz vor ihrem zwölften Geburtstag, die erste Periode einsetzt, verspürt sie deutlich stärkere Schmerzen als ihre Freundinnen berichten. Kein konventionelles Schmerzmittel kann Abhilfe leisten. Als sie 16 Jahre alt ist, kommt zum ersten Mal die Idee auf, es könnte sich um Endometriose handeln. Doch ihr behandelnder Arzt unterstellt ihr, sie würde sich die starken Schmerzen einreden.
Magdalena ist überzeugt: „Hätte man mich damals mit 16 oder 17 Jahren operiert, wären die Verwachsungen wahrscheinlich noch nicht so schlimm gewesen, wie mit 24.“ Als sie 2020 die Frauenärztin wechselt, wird sie endlich diagnostiziert und kann daraufhin behandelt werden.
Sie wird operiert. Doch mit dem Entfernen der Verwachsungen ist es nicht getan, denn die können sich immer wieder neu bilden. Deswegen muss Magdalena Medikamente zu sich nehmen, um die Wahrscheinlichkeit für neue Verwachsungen zu mindern. Außerdem ist sie dauerhaft auf Schmerzmedikamente angewiesen, um den permanenten Schmerz ertragbar zu machen.
„Dadurch, dass der Schmerz mit der Zeit immer schlimmer geworden ist, betrifft die Krankheit immer mehr und mehr das Leben,“ berichtet Magdalena. Doch sie gibt nicht auf. Sie will Aufklärungsarbeit betrieben und mit Vorurteilen aufräumen, um dafür zu sorgen, dass die Erkrankung ernster genommen und schneller erkannt wird. Dafür hat sie eine Selbsthilfegruppe gegründet, in der sich Betroffene untereinander austauschen können und wissen, dass sie verstanden werden.
Es ist so wichtig, dass wir uns austauschen. Wir können uns damit so sehr unterstützen, das ist total wertvoll.